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Softwarepark will Anzahl der Mitarbeiter verdoppeln

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Hagenberg: 50 Millionen Euro werden zusätzlich zu den bisherigen 100 Millionen investiert. Erweiterungsfläche für Firmen ist genug vorhanden. Ein Hotel und eine Sporthalle sind fix. Bild: unbekannt

HAGENBERG. Aus einer Schlossruine wurde im Mühlviertel ein kleines Job- und Ausbildungswunder. Jetzt sollen im Softwarepark Hagenberg weitere 50 Millionen Euro investiert und die Mitarbeiterzahl auf 2000 verdoppelt werden.

Vor zwanzig Jahren schenkte der damalige Landeshauptmann Josef Ratzenböck dem Mathematik-Professor Bruno Buchberger für sein Mathematik-Institut (RISC) die Schlossruine Hagenberg – auch um eine wirtschaftlich verwaiste Gegend mit Studenten und Betrieben zu beleben.

Dieser akzeptierte das „Geschenk“ und trieb das Projekt mit unermüdlicher Kraft voran, begleitet von Beginn an von RLB OÖ-Chef Ludwig Scharinger. Seit damals sind rund 1000 Arbeitsplätze entstanden. 1300 Studierende absolvieren ihre Ausbildung in der 2500-Seelen-Gemeinde. 100 Millionen Euro aus öffentlicher und privater Hand wurden bereits in die Hagenberger Infrastruktur investiert.

Lifestyle-Faktor fehlt

Professor Buchberger ist selten zufrieden. „Wir müssen die Infrastruktur hier drastisch verbessern. Es fehlen Gastronomie, Wellness, Kino, Kultur, ein Hotel.“ Es sei nicht mehr so leicht, Fachhochschulstudenten, Forscher oder Firmen ins Mühlviertel zu holen und sie vor allem zu halten, ohne einen gewissen Lifestyle-Faktor bieten zu können.

Zumindest das Hotel dürfte bald Realität werden, Investoren sind vorhanden, so Buchberger. Eine Sporthalle ist fix, Baubeginn ist 2010. Ab Herbst wird eine stündliche Shuttle-Bus-Verbindung zwischen dem Softwarepark und der Linzer Uni eingerichtet werden. Ein Studentenhaus vor allem für die internationalen Studierenden ist in Planung. In Summe soll sich die Mitarbeiteranzahl in Forschung, Lehre und bei den Firmen in den nächsten fünf Jahren verdoppeln.

Heute ist der Softwarepark Hagenberg ein gelungenes Beispiel, wie Ausbildung, Forschung und Wirtschaft an einem Standort zusammenarbeiten können. Dass so etwas nicht ohne Interessenskonflikte und Reibereien über die Bühne gehen kann, liegt auf der Hand. So war die Hagenberger Bevölkerung anfangs alles andere als begeistert über die hochtrabenden Pläne des fremden Professors. Auch heute bewegen die Bewahrung der Schlossfassade und die manchmal überfüllten Parkplätze im Ortskern die Gemüter mehr als die Ansiedelung neuer Firmen oder der Ausbau der Studienplätze.

„Vier Fünftel der Hagenberger sind aber begeistert“, sagt Rudolf Fischerlehner, seit 30 Jahren Bürgermeister. Immerhin darf sich die Gemeinde über 700.000 Euro jährliche Kommunalsteuer freuen. Von den 1000 im Softwarepark Beschäftigten kommen überdies knapp 400 aus einem Umkreis von 15 Kilometern.

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