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Wenn „der Berg ruaft“: Zehn Tipps für sichere und genussreiche Wanderungen

Chef des Oö. Alpenvereins warnt Ungeübte vor schlecht geplanten Bergtouren. Überschätzung ist die Ursache für viele Unfälle beim Wandern in steilem Gelände.

Wenn „der Berg ruaft“: Zehn Tipps für sichere und genussreiche Wanderungen

Bergwandern macht nur Spaß, wenn man sich nicht zu viel zumutet. Bild: Wodicka

Wenn es „herbstelt“, steigt bei vielen Naturliebhabern die Lust, einen Berg zu erklimmen. „Aber ohne gute Vorbereitung sollten Ungeübte nicht aufbrechen“, warnt Thomas Poltura, Obmann des Alpenvereins Oberösterreich. Wer seine Kondition, die Länge der geplanten Strecke oder den Schwierigkeitsgrad des Aufstiegs unterschätze, gehe ein unnötiges Risiko ein. Poltura gibt zehn Tipps, die man beachten sollte, um den Gipfel sicher und genussvoll zu erreichen.

1 Gesundheit: Bergwandern ist Ausdauersport. Wer Probleme mit Herz und Kreislauf hat, darf keine allzu langen und anstrengenden Touren planen. Außerdem ist es wichtig, in angemessenem Tempo zu gehen, um nicht völlig erschöpft am Gipfel anzukommen. Schließlich hat man noch den Abstieg vor sich. „Aufpassen müssen auch Personen, die mit Knieproblemen zu kämpfen haben, weil diese Gelenke beim Bergabgehen extrem beansprucht werden“, warnt THomas Poltura.

2 Gute Planung: Wer eine Wanderung plant, sollte sich unbedingt vorher über den Schwierigkeitsgrad der Strecke, die Höhendifferenz und die aktuellen Wetterverhältnisse informieren. „Es gibt Wanderkarten, Wanderführer und Internetseiten, auf denen Wanderrouten gut beschrieben sind“, sagt Poltura. Auch das Büro des Alpenvereins gebe gern Auskunft (Telefon: 0732/ 77 10 23).

3 Gute Ausrüstung: Die Ausrüstung sollte immer der Art der Wanderung angepasst sein. Wichtig ist, dass der Rucksack leicht ist und Regen-, Kälte- und Sonnenschutz enthält. „Wenn es warm ist, empfehle ich unbedingt einen Sonnenhut mitzunehmen“, sagt der Chef des Oö. Alpenvereins. Aber auch eine Windjacke, denn am Gipfel sei es oft recht kühl und windig. Keinesfalls vergessen dürfe man außerdem, genug zum Trinken mitzunehmen.

4 Passendes Schuhwerk: Gute Wanderschuhe schützen und entlasten den Fuß und geben Trittsicherheit. Poltura empfiehlt am Berg immer knöchelhohe Wanderschuhe zu tragen.

5 Trittsicherheit: Die meisten Bergunfälle passieren durch Stolpern und Ausrutschen. Vor allem zu hohes Tempo und Müdigkeit sind oft daran schuld, weil dadurch die Konzentration beeinträchtigt wird. „Wer ungeübt ist, sollte keine zu langen oder zu anspruchsvollen Touren gehen, weil die Konzentration sinkt, wenn man körperlich ausgelaugt ist“, gibt Poltura zu bedenken.

6 Auf den Wegen bleiben: „Das macht aus mehreren Gründen Sinn“, sagt Poltura. Erstens steige im unwegsamen Gelände das Risiko, die Orientierung zu verlieren, abzustürzen oder Opfer eines Steinschlags zu werden. Zweitens sei es ökologisch nicht vertretbar, den Weg zu verlassen, weil dadurch Steine gelockert werden könnten, die auf lange Sicht zu Hangrutschungen führen könnten. Und drittens würden Wildtiere unnötig aufgeschreckt.

7 Pausen: Es gibt die Regel, dass man pro Stunde 15 Minuten rasten sollte. „Das sollte man vor allem beachten, wenn man ungeübt ist und wenn man mit Kindern unterwegs ist“, sagt Poltura. In den Pausen ist es wichtig, sich mit Getränken und kleinen Jausen zu stärken. Gegen den kleinen Hunger empfiehlt der Alpenverein Müsliriegel, Obst (frisch oder getrocknet) oder Kekse. Der beste Durstlöscher sind isotonische Getränke.

8 Rücksicht auf Schwächere: Wer in der Gruppe unterwegs ist, sollte sich immer nach den Schwächeren richten. Wandern auch Kinder mit, sollte man sich Zeit für das spielerische Entdecken der Natur nehmen. Wanderungen mit vielen ausgesetzten Stellen sind für Kinder nicht geeignet.

9 Kleine Gruppen: „Mit einer riesigen Gruppe wandern zu gehen, ist nicht ratsam, weil nie alle die gleichen körperlichen Voraussetzungen mitbringen“, sagt Poltura. Kleine Gruppen würden dagegen Flexibilität ermöglichen. Vor allem bei Gletscherwanderungen sollte man zumindest mit einer zweiten Person unterwegs sein, damit man sich bei Problemen gegenseitig helfen kann.

10 Respekt vor der Natur: Dazu gehört es, keine Abfälle zurückzulassen, Lärm zu vermeiden, um die Wildtiere nicht zu stören, Pflanzen nicht zu pflücken und Schutzgebiete zu respektieren.

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Artikel Ulrike Griessl 18. September 2012 - 00:04 Uhr
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