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Die Geschichte des Linzer Musiktheaters

Von Silvia Nagl   10.April 2013

So titelten die OÖNachrichten am 11. April 2013

Vorab: So titelten die OÖNachrichten am 11. April 2013! (PDF zum Downloaden)

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1803: Die Geschichte des Theaters in Linz reicht zurück in die Barockzeit. 1803 wurde es ernst: Eröffnung des Neubaus des ständischen Theaters an der Promenade am 4. Oktober. August von Kotzebue durfte mit seinem Schauspiel „Octavia“ das Haus einweihen.

1938: Adolf Hitler denkt über ein Opernhaus in der „Führerstadt“ Linz nach. Geplanter Standort: Blumau

1940: Umbau: Das Große Haus an der Promenade wird umgebaut.

1958: Neuerlicher Umbau durch Clemens Holzmeister. Die Kammerspiele, ebenfalls von Holzmeister errichtet, gelten als der in seiner Substanz geschlossenste Holzmeister-Bau in Österreich.

1977: Wegen der schlechten Bausubstanz und anstehenden Investitionen reift die Idee eines Neubaus. Der damalige LIVA-Chef Horst Stadlmayr fordert ein neues Opernhaus. Vorgeschlagene Standorte: Urfahr, Brückenkopf Ost; zwischen den beiden Brücken; Bahnhof-Vorplatz; alter Standort.

1983: Das Problem „muss angedacht werden“, meint der damalige Landeshauptmann Josef Ratzenböck im Mai.

1984: Gründung des Vereines Freunde des Linzer Musiktheaters mit dem Ziel, „die Auswahl eines geeigneten Standortes und die Errichtung eines neues Musiktheaters“ festzulegen. Mehr als 12.000 Unterschriften für ein Musiktheater werden dem Landeshauptmann vorgelegt.

1985: Politisch tut sich nichts zu einer Entscheidung für einen Neubau. Die Diskussion um die Standortfindung für ein Musiktheater beginnt 1985 mit dem Modell des Linzer Architekten Rupert Falkner in Alt-Urfahr-Ost. Seitdem wurde eine Vielzahl von neuen Standorten eingebracht, andiskutiert, wieder verworfen.

1985: Bei der Standortfindung gab es unzählige, auch skurrile Vorschläge wie gegenüber dem Schlachthof, neben dem Brucknerhaus, neben der heutigen Bruckner-Uni, am Areal der ehemaligen Landesfrauenklinik ... Insgesamt wurden 48 Standorte geprüft!

1989: Architektur-Studenten von Wolfgang Knoll an der Uni Stuttgart kommen nach Linz, sichten die Verhältnisse und favorisieren im Dezember den Standort Volksgarten. „Die Stuttgarter“ zeigen ihre Modelle bei einer Ausstellung an der Kunst-Uni.

1991: Nach den Landtagswahlen wird Josef Pühringer Landesrat für Kultur, er war bereits bei der Gründung des Vereins „Freunde des Musiktheaters“ dem Verein beigetreten.

1992: Am 6. Juli fasst die Landesregierung einstimmig (mit FPÖ) den Grundsatzbeschluss zum Neubau. Öffentliche Informationen und Diskussionen mit internationalen Fachleuten wie Gérard Mortier/Salzburger Festspiele, Alexander Pereira/Oper Zürich, Alfred Wopmann/Festspiele Bregenz ... folgen.

1992: Neuerliche Standortprüfungen 1992–1995: Sieger Standort Donau Nord zwischen Nibelungenbrücke und Wildbergstraße: Aber: Wohin mit dem Urfahraner Jahrmarkt?

1994: Im November stellt die Baufirma Suter/Suter ihr Projekt eines „Theaters am Römerberg“ vor. Dem Gutachterteam wird der Auftrag erteilt, diesen Standort in die Standortuntersuchung miteinzubeziehen.

Diese Standortbewertung kommt zum Ergebnis, dass Land und Stadt „in gemeinsamer Verantwortung“ das Projekt realisieren sollten.

… insgesamt weist das ,Theater im Berg‘ einen Ausweg aus vielen Schwierigkeiten der bisher diskutierten Theaterstandorte. Einen Standort ohne Einschränkungen gibt es für ein derartiges Großvorhaben grundsätzlich nicht ...“

1996: Im August erneuert die Landesregierung den Grundsatzbeschluss zum Bau aus 1992 und beschließt einen EU-weiten Architekturwettbewerb: 324 internationale Teilnehmer.

1998: Am 14. Dezember wird das Siegerprojekt vom Wiener Architekten Otto Häuselmayer vorgestellt. Das „Theater am Berg“ liegt zwischen dem Römerbergtunnel und dem Linzer Schlossmuseum.

1999: FPÖ-Landesrat Achatz will Volksabstimmung über das Musiktheater. Die FPÖ initiiert eine Kampagne gegen das „Theater im Berg“ – tatkräftig unterstützt von der Kronen Zeitung.

2000: Am 2. Mai Baueinreichung für das „Theater im Berg“. Baugenehmigung erfolgt am 8. August. Am 26. November gibt es die von der FPÖ initiierte, erste landesweite Volksbefragung: 50,05 Prozent Wahlberechtigte stimmen ab. Davon 59,69 Prozent mit „Nein“.

2001: Der Linzer Baudirektor Franz Xaver Goldner entwirft Pläne für den Bau der „David Bühnen“ auf dem Gelände des Urfahraner Marktes. Am 20. September spricht sich der Linzer Gemeinderat mit 40:20 gegen das Projekt aus.

2003: Die oö. Landesregierung fasst erneut einen Grundsatzbeschluss, getragen von ÖVP, SPÖ und den Grünen.

2004: Standortfindungskommission entscheidet sich für die Blumau. Bei Architektenwettbewerb werden 197 Projekte eingereicht.

2006: Der Brite Terry Pawson gewinnt mit seinem „Theater am Park“ den Architektenwettbewerb.

2009: Am 15. April erfolgt der Spatenstich für das Musiktheater auf der Blumau.

2010: 26. November Gleichenfeier des Musiktheaters, genau am 10. Jahrestag der Volksbefragung.

2013: Am 11. April um 18 Uhr wird das Musiktheater auf der Blumau eröffnet.

 

 

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19. September 2019