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Das vergessene Brucknerhaus von Ansfelden

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Bild: Frech09

30 Jahre ARS, flutende Klangwolken, Kulturhauptstadtmonat September09 – und unweit davon das Bruckner-Geburtshaus in Ansfelden, wo der oö. Meister am 4. des Monats still und heimlich sein Wiegenfest beging – ohne Pomp und Schlagzeilen …

Alle Jahre wieder fährt der Musikteil der 7. Klasse unseres Hauses gegen Ende des 2. Semesters nach Ansfelden, um sich die Bruckner-Gedenkstätte anzusehen, die dort 1971 eröffnet wurde.

Seither liegt das Bruckner-Geburtshaus im Dämmerschlaf, ohne große Innovationen, finanzielle – oder sonstige Zuwendungen. Auch das Kulturhauptstadtjahr09 hat diese wichtige Einrichtung diesbezüglich bisher leider verschont. Das Haus wurde in keiner Weise irgendwo erwähnt, was wirklich schade ist, da es ja sowohl für Touristen als auch für Einheimische einen Besuch wert ist. Aber woher sollte man davon erfahren, wenn man es nicht schon von vornherein weiß?

Kein Audioguide führt durch die sonst äußerst ansehnliche Gedenkstätte, die es durchaus schafft  Stimmung zu vermitteln – speziell im ehemaligen Wohnbereich der Lehrerfamilie Bruckner und im  sogenannten Klassenzimmer. Anderssprachigen BesucherInnen erschließt sich das Haus aber weder  in diesen Bereichen, noch in jenen, wo man auf das Lesen von Wandtafel in Deutsch angewiesen ist.  Auch, oder vor allem die Musik sollte dem Gast nicht erst im letzten Raum eine Begegnung mit dem  Werk des bedeutendsten Komponisten Oberösterreichs und Namensgeber des herbstlichen Linzer  Festivals ermöglichen, sondern bereits an der Pforte einen Einstieg in die Aura und künstlerische  Welt Anton Bruckners ermöglichen.

Auch sollte es selbstverständlich sein, Visualisierungen und Bildinformationen per Computer über Flatscreen oder Beamer abrufen und präsentieren zu können. - Es ist genug aufbereitetes  Bild/Videomaterial vorhanden (– Bei einer Retrospektive wurde 1996 zum 100. Todestag ein  Querschnitt daraus im Alten Kino in St. Florian gezeigt … auch unser „Agnus Benedictus -Video)

Statt dessen bemüht sich Frau Rigolet -der gute Geist des Hauses- alles unverändert zu lassen und, bis auf Musikzuspielungen, ohne „moderne“ Technik auszukommen. Ist ja auch nicht anders möglich: Kein Geld – keine Innovationen … also wenigstens Systemerhaltung …
In den unteren Räumen, sprich im Wohnbereich und dem Schulzimmer passt dies ja ganz gut, da dadurch die alte Aura erhalten bleibt und man sich wirklich in Bruckners Zeit zurückversetzt fühlt. Aus dem oberen Stockwerk könnte man allerdings multimedial wesentlich mehr herausholen. Wenn es eine entsprechende Präsentation oder Dokumentation gäbe, wäre man auch länger im Haus, da man so, ob der geringen Größe leider ziemlich rasch wieder draußen ist. Gerade für Interessierte, die von weit her kommen lohnt sich natürlich ein Besuch mehr, wenn das Angebot entsprechend umfangreicher, anschaulicher und breiter angelegt ist.

Das Haus sollte einfach mehr in den Medien beworben werden, da es –egal ob man Brucknerfan ist oder auch nicht- zu unserer Geschichte und unserem Umfeld gehört. Und gerade heuer während des Kulturhauptstadtjahres09 sollten Anton Bruckner und sein Geburtshaus dementsprechend mediale Erwähnung finden. Ein Besuch lohnt sich jedenfalls wirklich. Denn trotz gebotenen Verbesserungs- und Modernisierungsbedarfs ist es etwas Besonderes, hat seinen ganz eigenen, unvergleichlichen Charme und verdient einfach mehr Aufmerksamkeit.

Im Übrigen gibt es ja auch alte Häuser, denen es wesentlich besser geht: Eines davon steht in der Linzer Fadingerstraße - 100 Jahre feiert das Schulgebäude heuer ! Nach der künstlerischen Huldigung des Hauses durch das multimediale Musiktheater „Fadinger Reloaded“ in der 09Hafenhalle über den Namenspatron und das Stationentheater „komA“, in dem das „Alte Haus“ eine ganz wesentliche Rolle spielte, folgt nun am Vormittag des 19.9.09 eine Feierstunde im Festsaal mit Kaiser Joschi dem I. im milden Schein des Höhenrausch-Monds.

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