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Leichtathletik

„Man darf unsere Sportler nicht zu Tode fördern“

Von Christoph Zöpfl   18. August 2012 00:04 Uhr

„Man darf unsere Sportler nicht zu Tode fördern“
Der Herr links im Bild sprintet am Montag in Linz, der Herr rechts soll in zwei, drei Jahren auf die Gugl kommen: Justin Gatlin und Usain Bolt.

LINZ. Mit den Gugl Games wird am Montag (19 Uhr) ein traditionelles Leichtathletik-Meeting wiederbelebt. Als Macher hat Robert Wagner im Hintergrund die Fäden gezogen und Weltklasse-Sportler ins Linzer Stadion geholt. Im Gespräch mit den OÖNachrichten verrät er seine Zukunftspläne und kritisiert das österreichische Fördersystem.

OÖNachrichten: Was hat Sie dazu bewogen, den Neustart des Gugl-Meetings zu wagen?
Robert Wagner:
Die Idee kam mir bei einem Meeting vor zwei Jahren in Luzern, das mich sehr an die erfolgreichen Linzer Meetings erinnert hat. Das waren echte Highlights, die wichtig für die österreichische Leichtathletik waren. Das Gugl-Meeting hat viele junge Leute motiviert.

Was muss am Montag passieren, damit Sie zufrieden Bilanz ziehen können?
Es sollen mehr Zuschauer kommen als zu einem Fußballspiel der Ersten Liga, mit 5000 wäre ich zufrieden. Wenn die Resonanz positiv ist, dann hat es sich ausgezahlt.

Wie bewerten Sie den aktuellen Status quo der österreichischen Leichtathletik?
Bei internationalen Meetings sind wir im Nirgendwo. Mit Beate Schrott gibt es eine einzige Athletin, die halbwegs dabei ist.

Ist es überhaupt realistisch, dass Österreich in der Leichtathletik die Weltklasse anstrebt?
Der Weg dorthin ist hart und weit, aber wenn man in Österreich die richtigen Möglichkeiten schaffen würde, dann wäre es realistisch. Man sollte sich wie etwa Deutschland auf technische Disziplinen konzentrieren. Außerdem müssten wir uns von den besten Trainern der Welt helfen lassen.

Ist das österreichische Fördersystem effizient?
Nein. Man darf unsere Sportler nicht zu Tode fördern. Ich kenne Leute, die bekommen pro Jahr 80.000 Euro aus neun verschiedenen Fördertöpfen. Egal, wie die Leistung dann ausschaut.

Wie wird Österreich 2016 bei den Spielen in Rio abschneiden?
Vielleicht machen wir zwei, drei Medaillen in diversen Sportarten. Und alle werden sagen, dass alles eh super ist. Aber vorher gibt es ja noch die Winterspiele, da ist unsere Welt sowieso in Ordnung.

Würden Sie sich als Berater bei einer Strukturreform zur Verfügung stellen?
Ich glaube nicht, dass die Meinung eines Mannes aus Scharnstein gefragt ist, vor allem nicht in Wien – und dort beginnt ja das Problem.

Zurück zu den Gugl Games: Welches Potenzial hat das Meeting?
Linz soll wieder ein absolutes Top-Meeting werden mit den besten Leichtathleten der Welt.

Ist Usain Bolt ein Thema?
In zwei, drei Jahren soll er nach Linz kommen. Wenn das nicht gelingt, höre ich als Meeting-Direktor auf.

Top-Leichtathletik in Andorf und Linz

Das Sportwochenende in Oberösterreich steht im Zeichen der Leichtathletik. Bereits heute findet in Andorf das internationale Josko-Meeting statt (Hauptbewerb ab 15.30 Uhr). Der Kenianer Timothy Sein, ein Trainingspartner von 800-Meter-Olympiasieger David Rudisha, wird im 1000-Meter-Rennen von Österreichs Olympia-Starter Andreas Vojta und Oberösterreichs Top-Talent Niki Franzmair (ULC Linz) herausgefordert.

Als Vorspiel zu den Gugl Games gibt es am morgigen Sonntag vor dem Neuen Rathaus in Linz einen Kugelstoßbewerb (19 Uhr, freier Eintritt). Lokalmatador Lukas Weißhaidinger wird gegen die Weltklasse-Leute antreten.

 

Vorverkaufskarten für die Gugl Games am Montag (18 Uhr, offizielle Eröffnung um 19 Uhr) gibt es bei den Ö-Ticket-Verkaufsstellen und unter www.oeticket.com im Internet.
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