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Leichtathletik

"Hey, jetzt geht richtig die Post ab"

Von Christoph Zöpfl   31. Juli 2015 00:04 Uhr

"Hey, jetzt geht richtig die Post ab"
Auf dem richtigen Weg: Niki Franzmair

LINZ. Niki Franzmair im Interview vor seinem morgigen "Home-Run" in Linz.

Bei der Linzer Union-Leichtathletik-Gala am Samstag (18 Uhr, Sportkompetenzzentrum Keferfeld/Wieningerstr.) kehrt Niki Franzmair zu seinen Wurzeln zurück. Im Interview mit den OÖN zieht der 20-jährige Linzer die Bilanz nach einem spannenden halben Jahr in seinem neuen sportlichen Basislager, der Universität von Oregon, und verrät, warum er seine Heimatstadt jetzt mit anderen Augen sieht.

 

OÖN: Welche Unterschiede gibt es zwischen dem Niki Franzmair, der vor einem Jahr bei der Unter-20-WM in Eugene gelaufen ist und dem Niki Franzmair, der am Samstag in Linz starten wird?

Niki Franzmair: Im Vergleich zum Vorjahr bin ich viel selbstständiger geworden. Der Niki kann heute seine Wäsche waschen und kochen. Auf sportlicher Ebene hat sich meine Sicht auf den Wettkampf radikal verändert.

In welcher Weise?

Als ich nach Oregon ging, sagte mein neuer Trainer Andy Powell zu mir: "Es ist ein Wahnsinn, was du kannst, du bist ein Riesen-Talent, aber ich lerne dir, richtig zu laufen." Zuerst hat mich das irritiert, inzwischen weiß ich, was er mit "I’ll teach you how to race" gemeint hat.

Ihr Laufstil kann es jedenfalls nicht gewesen sein. Hat das eher mit dem Stichwort "Renn-Intelligenz" zu tun?

Genau. Und die kann man nur lernen, wenn man Fehler macht. Bei meinen Rennen in den USA waren immer extrem gute Leute dabei, hier wirst du für jeden Fehler bestraft. Das gilt über 800 Meter vor allem so 300 Meter vor dem Ziel, wenn dir das Laktat in den Schädel steigt.

Haben Sie Ihre Erfahrungen in den USA demütiger oder selbstbewusster gemacht?

Ich würde sagen eher selbstbewusster. Vorher hatte ich fast Angst davor, zu schnell zu laufen, weil ich mit 19 schon so knapp am österreichischen Rekord (1:46,21) dran war. Jetzt denk’ ich mir, warum soll ich nicht 1:44 rennen? Ich hab’ da im Kopf keine Grenze mehr.

Bei Ihren Saison-Zeiten bildet sich diese Grenzenlosigkeit noch nicht ab. Irritiert es Sie, dass der sportliche Fortschritt noch nicht auf der Stoppuhr steht?

Nein, damit habe ich gerechnet. Es ist ja nicht so, dass du zu einem neuen Trainer kommst und der macht "schnipp", und du läufst schneller. Für mich war mit dem Wechsel nach Oregon alles neu, da ist es klar, dass ich noch nicht die Superzeiten liefern kann. Aber ich habe schon mehrmals im Training eine Phase erlebt, wo ich mir gedacht hab’ "Hey, jetzt geht richtig die Post ab". Ich spüre, dass mein Weg der richtige ist.

Am Samstag werden Sie in Linz mit dem Ex-Weltmeister über 1500 Meter, Yusuf Saad Kamel, einen sehr starken Gegner haben. In einem österreichischen Startfeld wären Sie konkurrenzlos gewesen ...

Nein, nein, das passt schon. Ich werde versuchen, mich da voll hinein zu hängen – vielleicht kommt am Ende eine starke Zeit für mich heraus.

Sie laufen nicht nur im Uni-Team, Sie studieren auch "Planning, Public Policy and Management" was mit einer umweltfreundlichen Stadtentwicklung zu tun hat. Sehen Sie jetzt Ihre Heimatstadt Linz mit anderen Augen?

Ja, ich sehe viel mehr Aspekte als vorher und nehme einige Dinge sehr bewusst wahr.

Und ist der zukünftige Städteplaner Niki Franzmair mit Linz zufrieden?

Ja, Linz ist wirklich eine sehr schöne, grüne Stadt. Das einzige, was wirklich verbesserungswürdig wäre, ist die Situation für die Radfahrer.

 

Bangen um Kira Grünberg

Stabhochsprung-Ass Kira Grünberg, die am Samstag in Linz hätte starten sollen, zog sich gestern bei einem Trainingsunfall in Innsbruck eine schwere Halswirbelverletzung zu. Sie wurde noch am Nachmittag operiert und befindet sich auf der Intensivstation des Krankenhauses Innsbruck. Die Lage sei „stabil, aber ernst“ hieß es gestern Abend. Vermutlich hat die 21-Jährige einen Halswirbelbruch erlitten. Ernste Spätfolgen sind nicht auszuschießen. Heute soll es ein offizielles Communiqués der Ärzte geben.

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