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Leichtathletik

Ein Leichtathletik-Fest vor 5500 Fans - Die Gugl-Woche in Linz ist eröffnet

Von OÖN   27. August 2013 14:25 Uhr

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Bild 1/39 Bildergalerie: Gugl Games - Impressionen

LINZ. Es war um 19.10 Uhr, als Stadionsprecher Sigi Heinrich (ein Eurosport-Unikat) den zweifachen Olympiasieger über 400 Meter Hürden, Felix Sanchez, ins Stadion bat und vorstellte.

Der Dominikaner rollte wie alle anderen Stars mit dem Segway über die blaue Laufbahn – die Gugl-Woche war damit eröffnet: Dem Leichtathletik-Fest folgt am Donnerstag die zweite internationale Veranstaltung mit dem Europa-League-Spiel zwischen Pasching und Estoril. Einen Tag später sollte das Regionalliga-Fußball-Spiel zwischen Blau-Weiß Linz und dem LASK die Fans ins Oval auf der Gugl locken.

Der Anfang verlief im Großen und Ganzen verheißungsvoll. 5500 Besucher wurden bei den Gugl-Games gezählt. Sie kamen zum Auftakt in Fahrt, als sich BMX-Fahrer Tom Öhler und Felix Sanchez in einem Show-Wettkampf über 400 Meter Hürden maßen: Öhler siegte in der Zeit von 44,62 Sekunden und sollte damit eine Eintragung ins Guiness-Buch der Weltrekorde schaffen. Sanchez, jetzt schon eine Leichtathletik-Legende, machte eine andere Ansage: „Ich möchte in Rio 2016 mein drittes Olympia-Gold holen.“

Über 110 Meter Hürden war eine weitere Größe der Leichtathletik, die Australierin Sally Pearson, wie ein blonder Wirbelwind unterwegs. Ihre Siegerzeit: 12,83 Sekunden. Dann wurde es erstmals so richtig gespenstisch ruhig vor einem Start, es stand der 110-Meter-Hürden-Sprint an: Der schnellste Mann der Welt über diese Strecke, der US-Amerikaner Aries Merritt, brachte den Sieg ins Trockene. Danach entluden sich die Regenwolken über Linz. Es regnete aber nicht so stark wie beim WM-Finale über 100 Meter in Moskau vor wenigen Wochen, als Justin Gatlin zur Silbermedaille gerannt war. Gestern trommelte er in dem Lauf, in dem nicht weniger als vier Finalisten von Moskau standen, in 10,08 Sekunden herunter – um dann von den Fans gefeiert zu werden. Die Schallmauer war damit nicht gefallen und auch nicht der 19 Jahre alte Stadion-Rekord von 9,94 Sekunden – aber dafür war es an diesem Abend den Sprintern zu kalt. Insgesamt wurde den Besuchern bei den Leistungen bei den Gugl-Games warm ums Herz. Noch dazu, da Gatlin erst übers Mikro die Fans und die Stadt lobte und später zu Journalisten sagte: „Im nächsten Jahr komme ich wieder und hole mir den Rekord.“ Als zum Schluss der 1000-Meter-Lauf auf dem Programm stand, hatten viele Fans wegen des Wetters das Stadion freilich schon verlassen. Niki Franzmair und Andreas Vojta hatten so keine Chance, den 31 Jahre alten Rekord von Robert Nemeth zu brechen.

Ein voller VIP-Raum und das Stadion als Landeplatz

Im Stadion selbst blieben Plätze frei, dafür war der VIP-Raum mit 500 Besuchern gesteckt voll. 20 Kellner und zehn Köche (sechs davon waren im Schillerpark-Hotel stationiert) servierten unter anderem Filet vom Seesaibling, Gefüllte Hühnerbrust und andere Schmankerl.

Unter den Ehrengästen waren unter anderem Sportminister Gerald Klug, der damit zum zweiten Mal binnen weniger Tage nach Linz kam (die Wahl rückt näher). Dazu kamen Sportlandesrat Michael Strugl, die Linzer Vize-Bürgermeisterin Christiana Dolezal, Österreichs Leichtathletik-Verbandspräsident Ralph Vallon und der oberösterreichische Präsident Hubert Lang, Gönner und Ex-Leichtathlet Franz Grad.

Sie alle erlebten die Premiere von Beate Schrott: Die verletzte Hürdensprinterin wurde per Fallschirm kurz nach 19 Uhr ins Stadion eingeflogen: „Unfassbar, der Moment, als ich aus dem Flugzeug gesprungen bin.“ Aus einer Höhe von 4000 Meter. Und das am Geburtstag von ihrem Freund.

Die Gugl als Sportlertreff

„Es ist mir eine Ehre, mit euch fotografiert zu werden“, sagte Erika Strasser, als Lauf-Ass Günther Weidlinger und Tischtennis-Floh Liu Jia neben ihr Platz nahmen. Vor 25 Jahren hatte die frühere Vize-Präsidentin des europäischen Verbandes das Meeting mitbegründet. Ihr Mann, der legendäre OÖN-Sportchef Leo Strasser, war im Sommer gestorben, der 100-Meter-Sprint wurde in Gedenken an ihn durchgeführt. Viele prominente Sportler von einst und jetzt klatschten mit. So wurden gesehen: Ivona Dadic, Andreas Berger, Sigrid Kirchmann, Franz Ratzenberger, Theresia Kiesl und viele andere.

Gugl Games 2014 für 7. Juli geplant

Geht es nach Meeting-Direktor Robert Wagner, dann sollen die Gugl Games 2014 am 7. Juli stattfinden, und damit eingebettet zwischen zwei Diamond-League-Meetings. "Es gibt keine WM, sondern nur eine EM, und die ist Mitte August in Zürich. Im Juli ist die Wetterlage auch etwas stabiler", sagte Wagner am Dienstag. "Wir haben unseren Teil erfüllt, die Besetzung war Weltklasse, das war unsere Aufgabe. Alles andere lag nicht in unserem Einflussbereich", sagte Wagner.

Auch wenn der Himmel über dem Gugl-Stadion erst mit Fortdauer des Meetings die Schleusen öffnete, so regnete es im Umland schon früher, was laut Meinung Wagners sicher einige davon abhielt, nach Linz zu fahren. "Wenn es so kühl und regnerisch ist, dann können die Leistungen nicht besser sein. Da müssen Hürdenläufer und Stabhochspringer schauen, dass sie es heil überstehen", so der Direktor der Gugl Games.

Für 2014 wünscht sich Wagner, dass er wieder die Unterstützung von Stadt und Land bekommt und bereits früher mit den Planungen beginnen kann. "Zehn Wochen Vorbereitungszeit ist viel zu wenig. Heuer wusste ich erst am 10. Juni fix, dass es das Meeting geben wird."

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