Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Freitag, 19. Oktober 2018, 02:01 Uhr

Linz: 10°C Ort wählen »
 
Freitag, 19. Oktober 2018, 02:01 Uhr mehr Wetter »
Archivierte Artikel  > Leichtathletik

EM-Bronze für Siebenkämpferin Ivona Dadic

AMSTERDAM/WELS. Die Welserin Ivona Dadic hat am Samstag bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Amsterdam sensationell die Bronzemedaille im Siebenkampf gewonnen.

Ivona Dadic  Bild: (GEPA pictures)

Die Krone setzte sich vor Heimpublikum im Amsterdamer Olympiastadion mit 6.626 Punkten souverän die Niederländerin Anouk Vetter auf - für Ivona Dadic reichte es aber hinter der Französin Antoinette Nana Djimou (6.458) zur zweiten Kronprinzessin. Bronze, Olympialimit und mit 6.408 Österreichischer Rekord - die 22-Jährige räumte nach sensationeller Performance bei der Leichtathletik-EM dreifach ab.

"Mit einer Medaille habe ich sicher nicht spekuliert, aber ich weiß halt, dass da noch vieles drinnen ist im Siebenkampf. Jetzt ist einmal ein bisserl was aufgegangen, deswegen sind viele Punkte rauskommen am Schluss", jubelte die Mehrkämpferin aus Oberösterreich, die vor dem 800er gemeint hatte. "Ich werde um mein Leben rennen. Wenn ich jetzt schon so nah bin, will ich mir die Medaille nicht gerne nehmen lassen."

"Ich bin ein echtes Rennpferd"

Das Duell mit Nadine Broersen um Bronze entfiel allerdings. Die einen Bewerb vor Schluss nur 15 Zähler hinter Dadic liegende Niederländerin trat wegen Magenproblemen nicht an. Dadic lief trotzdem grandios und zur Saisonbestleistung von 2:12,83 Minuten. Sie genoss im Stadion jeden ihrer Auftritte: "Je mehr Leute im Stadion sind, umso mehr Spaß habe ich. Ich bin ein echtes Rennpferd."

47 Jahre nach Lise Prokop 1969 in Athen im Fünfkampf gibt es für Österreich damit wieder eine EM-Medaille im Mehrkampf. Es ist das erst neunte Edelmetall in der Geschichte von 23 Freiluft-Europameisterschaften für den ÖLV, die erste seit der Bronzenen von Beate Schrott 2012 in Helsinki. Die Hürdensprinterin war damals im Finale allerdings Vierte geworden, die Medaille erhielt sie erst im Oktober 2015 nach einer nachgewiesenen Dopingverfehlung und Suspendierung der ursprünglich erstplatzierten Türkin Nevin Yanit.

Bessere Leistung als in Götzis

Dadic hatte in Amsterdam in allen sieben Disziplinen größere Weiten und Höhen erzielt und war niedrigere Zeiten gelaufen als im Mai in Götzis, wo sie mit dem ÖR von 6.196 Punkten nur vier Zähler an der Rio-Norm vorbeigeschrammt war. "Der Gregor hat in den letzten sechs Wochen das ganze Training so koordiniert und eingeteilt, dass ich sehr gut vorbereitet war", sagte Dadic, die rund um Haupttrainer Gregor Högler (Athletik, Kraft, Wurf) auf Philipp Unfried (Lauf), Inga Babakowa (Hoch) und Wolfgang Adler (Weit, 800 m) bauen kann.

Dadic nützte in Amsterdam auch die Gunst der Stunde. Wegen der Sommerspiele im August in Rio de Janeiro hatten doch zahlreiche Topathletinnen auf ein EM-Antreten verzichtet. So die britische Olympiasiegerin Jessica Ennis-Hill und ihre Landsfrau Katarina Johnson-Thompson, die Lettin Laura Ikauniece-Admidina, die Deutschen Carolin Schäfer und Claudia Rath, oder die Belgierin Nafissatou Thiam (trat im Hochsprung an/4.). Gemessen an der Jahresweltbestenliste setzte sich mit Vetter dann auch die Siebenkämpferin mit der zweitbesten heuer erreichten Punktezahl aller gemeldete Athletinnen durch.

Mit ihrer hohen Punktzahl bot Dadic - 2015 bei der U23-EM in Tallinn ebenfalls Bronzemedaillengewinnerin - allerdings eine Vorstellung, die bei Olympischen Spielen für einen Top-8 bis -12-Rang gut ist. "Es ist eine sehr hohe Leistung, die sie gebracht hat, mit den Punkten lässt sich das natürlich gut vergleichen. Bei EM und Olympia geht es um Medaillen, da schaut man nicht, wer aller nicht am Start war", merkte Högler an.

Fehlstart und leichte Blessur weggesteckt

Souverän steckte die großgewachsene Athletin am Freitag auch einen - allerdings einer Konkurrentin zugeschriebenen - Fehlstart in der Auftaktdisziplin 100 m Hürden weg. Und eine leichte Blessur am Samstag im Weitsprung, weshalb sie sogar auf den dritten Versuch verzichtete.

"Ich habe mir den Fuß beim zweiten Versuch etwas gestaucht, aber das war es mir wert für die Weite. Ich wollte dann aber auch in Hinblick auf Olympia nicht riskieren, das ich mir wehtue, das zahlt sich wegen vielleicht zehn Zentimeter mehr nicht aus", traf sie eine nachvollziehbare Entscheidung. Mit ihren 22 Jahren hat sie bereits zwei Meniskusoperation (2013) hinter sich, aber auch die Olympia-Teilnahme 2012 in London (25.).

Auch Verena Preiner schlug sich auf der großen internationalen Bühne stark, die 21-Jährige stellte als hervorragende Siebente mit 6.050 Punkten neue persönliche Bestleistung auf.

Kommentare anzeigen »
Artikel nachrichten.at/apa 09. Juli 2016 - 21:08 Uhr
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS