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Die Handball-EM wird eine "Lokomotive"

Im österreichischen Handball laufen derzeit die sportlichen und organisatorischen Vorbereitungen auf die Heim-EM 2010. Doch das größte Handball-Event auf heimischem Boden soll nicht nur von 19. bis 31. Jänner seine Spuren hinterlassen, sondern dem Sport längerfristige Impulse geben. Deshalb hat der Österreichische Handballbund (ÖHB) am Mittwochabend in Wien sein Nachhaltigkeitskonzept für die Zeit nach der Männer-EURO präsentiert.

Für das Nationalteam würde ein gutes Abschneiden bei der EM sportliche Nachhaltigkeit ermöglichen. Denn mit einem Platz unter den Top-14 (16 Teams sind am Start) wäre man bei den Auslosungen für die Qualifikationen der WM 2011 in Schweden und EM 2012 in Serbien in Topf 1 gesetzt. Damit würde man den stärksten Nationen entkommen und hätte etwas realistischere Chancen auf Teilnahmen an weiteren Großereignissen.

Das aus ÖHB-Sicht langfristigste bzw. mühevollste Projekt ist jenes der Verbesserung der Hallensituation. Die Zeiten der Turnhallen mit Sprossenleitern sollen der Vergangenheit angehören. In weiteren Gesprächen mit dem Institut für Sportstättenbau soll sichergestellt werden, dass künftige Hallenbauten modernen Anforderungen entsprechen sollen.

In Graz und/oder Wien könnten Hallen mit einem Fassungsvermögen von 1.500 bis 2.000 Zuschauern entstehen, dort sollen dann Länderspiele in den Ballsportarten Handball, Volleyball und Basketball in würdigem Rahmen über die Bühne gehen.

Auf lange Sicht profitieren muss natürlich vor allem die Nachwuchsarbeit. Dabei helfen sollen Schulaktionen, Minihandballturniere, Lehrerfortbildungen und Trainerausbildungen. Die Stellung des Handballs als Schulsportart Nummer drei hinter Fußball und Volleyball soll gefestigt bzw. verbessert werden. Im Rahmen der EURO-Spiele werden rund 1.500 Kinder gemeinsam mit den Teams aufs Feld laufen dürfen, auch dadurch soll bei den Jüngsten die Lust am Handball gefördert werden.

Laut ÖHB muss sich das Bild vom Handball in Politik, Medien und Gesellschaft ändern, ein anderer Stellenwert soll erreicht werden und die Teamspieler zu Vorbildern oder sogar Idolen werden. Der Weg dorthin ist jedoch lang, wie auch eine vom ÖHB in Auftrag gegebene Umfrage beweist.

Auf die Frage nach Namen von österreichischen Handball-Spielern lautete die häufigste Antwort nämlich nicht Viktor Szilagyi oder Konrad Wilzcynski, sondern Andreas Dittert. Dittert war Österreichs Starspieler bei der Heim-B-WM 1992 und hat die Handball-Schuhe seit vielen Jahren an den Nagel gehängt.

Der Vorverkauf läuft laut ÖHB zufriedenstellend. Für die drei Vorrunden-Partien der Österreicher in Gruppe B in Linz gegen Dänemark (19.1.), Island (21.1.) und Serbien (23.1.) sind jeweils rund 1.500 Tickets verkauft. Auch in den anderen Spielorten ist das Fan-Interesse groß, speziell die Deutschland-Spiele in Innsbruck und die Kroatien-Partien in Graz sind Publikumsmagneten für Anhänger aus Österreichs Nachbarländern.

Wie der ORF von der EM berichtet, wird am 22. Oktober offiziell bekanntgegeben. Fix ist hingegen bereits, welche Gegner beim letzten Vorbereitungsturnier von 7. bis 9. Jänner in Wr. Neustadt warten, nämlich Kroatien, Polen und Ungarn.

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Artikel sportnet.at 17. September 2009 - 12:21 Uhr
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