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Vom Voest-Lehrling über Mini-Betrieb im Keller zur weltweit tätigen Firma

Von Erhard Gstöttner   21. Januar 2016 00:04 Uhr

Vom Voest-Lehrling über Mini-Betrieb im Keller zur weltweit tätigen Firma
Karl Kletzmaier (71) ist nun Aufsichtsratsvorsitzender der Keba AG.

LINZ. Keba, führendes Unternehmen für Automation – Karl Kletzmaier ist einer der Gründer.

Die OÖNachrichten zeigen den ganzen Jänner die Berufs- und Karrierechancen für Jugendliche auf. Die tagesaktuell verfügbaren Lehrstellen finden Sie auf nachrichten.at/4444Lehrstellen.

Heute stellen wir ihnen Karl Kletzmaier vor, ein ehemaliger Voest-Lehrling, der mit einem Kollegen aus der Voest ein weltweit agierendes Unternehmen im Bereich der Hochtechnologie aufgebaut hat: die Firm Keba, die Automationslösungen für Industrie, Banken, Dienstleister sowie Energienutzung entwickelt und produziert. Die Zentrale ist in der Reindlstraße in Linz-Urfahr. Der Jahresumsatz der 950-Mitarbeiter-Firma betrug zuletzt 189,5 Millionen Euro. Pro Jahr wuchs die Firma in den vergangenen fünf Jahren um 14,2 Prozent

Es klingt fast wie ein Märchen und begann 1958 in der Voest in Linz. Damals begann der 14-jährige Karl Kletzmair aus Windischgarsten die Ausbildung als Maschinenschlosser: "Die Lehre war eine tolle Zeit. Ich habe in der Voest viel gelernt." Nach der Lehre lernte der junge Herr Kletzmaier gleich weiter, weil er als besonders fleißiger und vifer Lehrbub aufgefallen war. "Ich bekam von der Voest ein Stipendium und konnte die HTL für Maschinenbau in St. Pölten besuchen", erzählt der nunmehrige Keba-Aufsichtsratvorsitzende in seinem großen, aber nicht protzigen Büro in der Keba-Zentrale in Linz-Urfahr.

Ein völlig neues Unterrichtsfach

Die HTL in St. Pölten war ein doppelter Glücksfall für den jungen Mann aus Windischgarsten. Er wurde nicht nur Ingenieur für Maschinenbau, sondern drang auch in die Geheimnisse einer jungen Technologie vor: "Ein Lehrer an der HTL hatte uns auf ein Fach aufmerksam gemacht, das noch gar nicht auf dem Lehrplan stand: EDV, Elektronische Datenverarbeitung."

Im Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) lernte der HTL-Schüler Kletzmaier Grundlagen der EDV. 1966 kehrte der damals 22-Jährige in die Voest nach Linz zurück und arbeitete als einer der ersten Programmierer Österreichs im technischen Rechenzentrum des verstaatlichten Stahlerzeugers: "Ich arbeitete an einem Zuse-Z23-Computer. Der war so groß wie mein jetziges Büro, wurde mit Lochstreifen programmiert und benötigte ein eigenes elektrisches Kühlsystem mit Wasseranschluss."

Im Voest-Rechenzentrum lernte Kletzmaier den Techniker Gunther Krippner kennen: "Dann haben wir beschlossen: Wir probieren es, wir gründen eine eigene Firma." Tag und Nacht habe man damals gearbeitet. Das sei man ohnedies aus der Voest gewohnt gewesen, sagt Kletzmaier: "Als Programmierer haben wir dort in der Nacht gearbeitet, weil tagsüber die Rechner für den Betrieb gebraucht wurden."

Herkunft nicht vergessen

Die Firma bestand damals aus Kletzmaier und Krippner: "Angefangen haben wir im Keller von Krippners Mutter in der Linzer Baumbachstraße, dann in einer Wohnung am Bachlberg in Urfahr." 1973 übersiedelte man in eine ehemalige Wäscherei in der Linzer Straße, dann in die Knabenseminarstraße in Urfahr und 1978 in die Reindlstraße ebenfalls in Linz-Urfahr, wo auch heute die Keba-Zentrale ist. Mittlerweile hat Keba zwölf Firmen im Ausland, von Japan bis in die USA, von den Niederlanden bis Rumänien. Seine Herkunft hat Kletzmaier nie vergessen: "Darum bilden wir in der Keba immer Lehrlinge aus."

 

Gute Facharbeiter haben immer Jobs

Dass „Karriere mit Lehre“ keine hohle Phrase ist, dafür ist Keba-Gründer Karl Kletzmair ein leuchtendes Beispiel. Auch in der Keba haben einstige Lehrlinge Karriere gemacht: der Werksleiter für Elektronikfertigung, der Applikations-Ingenieur, der ehemalige Leiter des strategischen Einkaufs, Controller, der Lehrlingsverantwortliche, sie alle waren Keba-Lehrlinge. Etliche der 260 ehemaligen Keba-Lehrlinge haben die HTL absolviert oder studiert.

Derzeit hat Keba 37 Lehrlinge, 25 im gewerblichen Bereich und zwölf im kaufmännischen. Sie absolvieren die Ausbildung in vier verschiedenen Berufen: Elektroniker, Bürokauffrau/-mann, Betriebslogistiker und IT-Techniker. Die Lehrlinge machen ihre Ausbildung im Rotationssystem, lernen den ganzen Betrieb kennen. „Für gute Facharbeiter gibt es immer Arbeitsplätze“, sagt Karl Kletzmaier.

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