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Schöne neue Welt

Wie wir künftig bezahlen werden

Von Ulrike Rubasch   27. Januar 2016 00:04 Uhr

Wie wir künftig bezahlen werden
Das Smartphone wird eine Schlüsselrolle beim Bezahlen der Zukunft einnehmen.

Bezahlsysteme: Vom Tauschhandel und Bargeld zum elektronischen Geld veränderte sich bisher die Art, Waren und Dienste zu bezahlen. Das Internet und moderne Technologie werden unsere Zahlverhalten weiter stark prägen: Bezahlen mit dem Smartphone, schnell, direkt, günstig.

In wenigen Jahren haben sich die Konsumenten daran gewöhnt, ihre Bankgeschäfte alleine zu erledigen: Geld beheben, Überweisungen durchführen, Bargeld auf das Konto einzahlen. Bankomat- und Kreditkarte sind weit verbreitete Zahlungsmethoden geworden, das elektronische Geld dominiert. Es bleibt spannend, wie es weitergehen wird. Heute ist "alles im Fluss, niemand weiß, wie das Bezahlen der Zukunft wirklich aussehen wird", sagt der Leiter des Innovationslabors der Erste Gruppe/Sparkasse, Boris Marte, zu den OÖNachrichten.

Die großen IT-Konzerne dieser Welt matchen sich mit Kreditkartenfirmen, Banken und tausenden Start-ups. Apple, Google, Samsung und ab Mitte des Jahres auch der größte US-Supermarktriese Wal-Mart bieten mobile Bezahllösungen über Smartphone an. In der Bevölkerung angekommen sind sie jedoch noch nicht. "Die Leute sind träge in der Umstellung", sagt Stefan Sandberger, Vorstand der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich.

Er rechnet damit, dass das berührungslose Bezahlen mit NFC-Technologie mit Bankomatkarte oder Smartphone auch in Österreich ein paar Jahre braucht, bis es sich wirklich durchsetzt. Es werde aber schneller gehen als die Einführung des Internet-Banking. "Die Reise geht dorthin." Schon jetzt sind alle Bankomatkarten mit NFC-Technologie ausgestattet.

Sandberger glaubt, anders als der Internet-Unternehmer Daniel Mattes, dass sich mehr als eine Handvoll Anbieter von Bezahlsystemen weltweit durchsetzen werden, weil die Kreditinstitute da mitmischen werden. "Das höchste Vertrauen haben die Kunden in die Banken." Die kämpfen aber mit den vielen neuen Anbietern im Bezahlwesen. Konkurrenz kommt von PayPal, dem neben Kreditkarten im Internet meistgenutzten Service, von jungen "FinTechs" wie der Münchner "Sofort" oder der Berliner "Number26". Teilweise schließen die Banken mit den Bezahldiensten Partnerschaften ab, wie die RLB mit Sofort. Die Erste-Gruppe hat mit ihrem "anderen" Online-Banking-System "George" in einem Jahr eine halbe Million Nutzer gewonnen. "Wir als Bank schaffen für die Kunden ein Erlebnis", so Marte. Egal, welche Bezahltechnologie im Hintergrund sich durchsetze, das Nutzererlebnis werde die Stärke der Banken bleiben.

Ein hochinteressantes Feld sind die Geldtransfers in Echtzeit von einer Person zur anderen etwa mittels Handy (Person to Person, P2P). In Österreich werden die Banken Ende des Jahres einen gemeinsamen Dienst anbieten. Person A wird dann mit einem "Wisch" der Person B fünf Euro auf das Handy "schicken" können. Nebenerscheinung der Neuerungen: Der Bezahldienst Quick wird im Juli 2017 eingestellt.

Noch ein Aspekt: Konsumenten werden künftig häufiger an Selbstbedienungskassen ihre Rechnung begleichen. "Das wird von den Kunden sehr gut angenommen", berichtet die Linzer Uni-Professorin Katharina Hofer aus ihrer Forschung.

 

3 Fragen an...

3 Fragen an Daniel Mattes

Der Welser Internet-Unternehmer und Millionär widmet sich derzeit seinem dritten IT-Unternehmen, bei dem es um künstliche Intelligenz geht. Die vorangegangene Gründung „Jumio“ beschäftigt sich mit Online-Bezahl- und Authentifizierungs-Systemen.

Werden wir bald ohne Bargeld leben?

Die Tage des Bargelds sind definitiv gezählt. Allein schon wegen der steigenden Terrorgefahr werden die Geld-Transaktionen rückverfolgbarer werden müssen – was ja bei Bargeld kaum funktioniert. Jetzt wird ja sogar überlegt, den 500-Euro-Schein abzuschaffen, um Geldwäsche zu vermeiden.

Wie werden wir in Zukunft dann bezahlen?

Im Online-Bereich werden wir am Ende maximal fünf Zahlungsmöglichkeiten sehen, regional in Asien, Europa und USA verschiedene. Bis sich die „Wallet“-Funktion (Smartphone zum Bezahlen, Anm.) durchsetzt, gibt es Übergangslösungen wie iCash, wo man verschiedene Kreditkarten auf eine „Universal-Kreditkarte“ draufladen kann. Aktuell haben noch wenige Smartphones die NFC-Technologie (für berührungsloses Bezahlen, Anm.). Doch wenn NFC-Handys entsprechend verbreitet sind, wird berührungsloses Bezahlen sich durchsetzen.

Wie verbreitet sind in den USA Dienste wie ApplePay wirklich?

Es wird sehr spärlich genutzt in handverlesenen Stores. Diese Bezahlmöglichkeit steckt absolut noch in den Kinderschuhen.

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