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Tempo 140: Sinnvoll oder nur Umweltbelastung?

Nach dem Nein der Landes-Umweltreferenten kommt Fahrt in die Diskussion um das geplante Tempolimit.

Tempo 140

Streitfrag: Ist Tempo 140 sinnvoll? Bild: OÖN Grafik

Die Argumentation klingt irgendwie logisch: Das 130-km/h-Tempolimit stammt aus den Siebzigern. Damals war diese Höchstgeschwindigkeit für Autos noch eine Herausforderung. Heute, mehr als 40 Jahre danach, hat sich die Technik, haben sich die Autos drastisch weiterentwickelt. Weniger Lärmbelastung, weniger Spritverbrauch, weniger Schadstoffausstoß: Ein um zehn Stundenkilometer höheres Tempolimit falle kaum noch ins Gewicht, sagt ein Sprecher von Verkehrsminister Norbert Hofer im OÖN-Gespräch. Hofer wird im Juli Details zu seinem Plan bekanntgeben, durchgesickert ist indes: Auf der Westautobahn in Oberösterreich soll eine Teststrecke eingerichtet werden, um die Auswirkungen auf die Umwelt zu ermitteln und die Zeitersparnis zu eruieren.

Selbst der ÖAMTC ist skeptisch: "Aufgrund der kurzen Teststrecke wird die Zeitersparnis bei wenigen Sekunden liegen, gleichzeitig steigt aber das Gefahrenpotenzial – besonders bei schwierigen Wetterbedingungen", sagt OÖAMTC-Chef Josef Thurnhofer. Günther Lichtblau vom Umweltbundesamt zweifelt ebenfalls: Der Nutzen (Zeitersparnis) stehe in keinem Verhältnis zur Umweltbelastung.

Plus

Technische Entwicklung: Seit der Einführung des Tempolimits Anfang der siebziger Jahre hat sich die Technik enorm weiterentwickelt. Daher seien bei einer Steigerung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit um zehn Stundenkilometer die Auswirkungen auf die Umwelt (Lärm, Abgase) nur gering, sagt nicht nur das Verkehrsministerium, sondern auch der ARBÖ.

Moderate Anhebung: Es gehe nicht um 180 oder 200 Stundenkilometer wie auf deutschen Autobahnen, sondern um 10 km/h, sagt Volker Höferl, Sprecher von Verkehrsminister Norbert Hofer. Ziel sei, dass der Verkehr auf den Autobahnen flüssiger werde.

Ausgewählte Strecken: Die Anhebung des Tempolimits sei – für den Fall einer positiven Testphase – nur dort geplant, wo’s sinnvoll sei, so Höferl. Also wo die Autobahn beispielsweise dreispurig und die Schadstoffbelastung gering sei.

Minus

Schadstoffausstoß: Bei einer Erhöhung des Tempolimits von 130 auf 140 km/h stoßen Autos durchschnittlich elf Prozent mehr CO2 aus, sagt das Umweltbundesamt (UBA). Die Stickstoffbelastung steige um 16 Prozent, die Feinstaubbelastung um 18 Prozent. Dabei sei das Klimaziel der Regierung, den CO2-Ausstoß des Verkehrs bis 2030 um 36 Prozent zu reduzieren.

Bremsweg: Der Bremsweg erhöhe sich von 116 (Tempo 130) auf 132 Meter (140), bis ein Auto zum Stillstand kommt. Dadurch steige das Unfallrisiko bedeutend, warnt der Verkehrsclub Österreich (VCÖ).

Durchschnittsgeschwindigkeit: Das Durchschnittstempo liegt in 130er-Bereichen bei 117 km/h. Bei einer Anhebung auf Tempo 140 werde sich das Tempo nur unwesentlich erhöhen, sagt das UBA.

Spreizung: Zwischen Lkw (80 km/h) und Pkw (140 km/h) werden die Tempounterschiede größer, dadurch müssen Pkw stärker bremsen bzw. beschleunigen.

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Artikel Carsten Hebestreit 26. Juni 2018 - 00:04 Uhr
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