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Im Hotel California auf Tour durch Kalifornien

Märchen vom ewigen Sommer: Seit drei Jahrzehnten begeistert Volkswagen mit mobiler Freiheit auf vier Rädern.

Vergangenheit und Gegenwart – Generationentreffen des VW California an der Pazifikküste Bild: VW

Auf die Liebe seines Lebens trifft man nur einmal. Für manche mag das die Begegnung mit einem VW California sein.

Seit mittlerweile 30 Jahren offeriert Volkswagen seine mobile Freiheit auf vier Rädern. 157.500 California auf Basis des VW Transporters – vom T3 bis aktuell zum T6 – wurden seither in vier Generationen verkauft. Bei einer Jubiläumstour durch Kalifornien offenbart sich, warum Campingenthusiasten rund um den Globus sehnsüchtige Blicke an ihn verschenken.

Surflehrer Martin ist einer von ihnen. Lockiges, blondes Haar, braungebrannte, glänzende Haut, ein muskulöser Körper, der auf seine 30 Jahre Surferfahrung schließen lässt. "Mein VW Bus ist mein Leben. Und ich liebe es", sagt der Wahl-Kalifornier, der seinen Camping-Oldie täglich am gleichen Ort am Venice Beach von Los Angeles parkt, Dutzende Surfboards auf das Dach gepackt. Martin sammelt alte VW Busse. Zehn Jahre lang lebte er sogar in einem, als er seine Kapowui-Surfschule hart an der Grenze zu Santa Monica aufbaute.

"Mein Zuhause ist die Welt. Und Los Angeles ist am schönsten", sagt der Globetrotter. Er ist auf den Wellen sämtlicher Ozeane geritten und steht täglich auf einem jener Bretter, die für ihn die Welt bedeuten: "Ich habe mehr Surfboards als Kleidung", sagt er mit strahlendem Lächeln, das der Sonne am gnadenlos blauen Himmel über dem Pazifik Konkurrenz macht.

Objekt der Begierde

Einen VW California Ocean hat Martin nicht. Er würde ihn aber lieben. Die aktuelle T6-Version ist in den USA nicht auf dem Markt. Die Rundtour im komfortablen California durch Kalifornien, vom Venice Beach über Santa Monica, Malibu und Santa Barbara, danach durch den Los Padres Nationalpark und retour Richtung Hollywood, fühlt sich an wie auf dem Catwalk. Immer wieder zücken Beifahrer auf dem Pacific Coast Highway ihre Handykameras. Nicht ich bin das Objekt der Begierde, der California Ocean ist es. Und der glänzt nebst sparsamer Motorisierung mit einer Reihe willkommener Diener, wie der automatischen Distanzregelung, dem Bergabfahrassistenten, der City-Notbremsfunktion und vielem mehr.

Daumen hoch, deutet Mike. Beim Zwischenstopp beim Santa Barbara Yachtclub will der ein wenig rundliche Porsche-Fahrer nur eines wissen: "How much?" Der weiße Bus mit dem elektrohydraulischen Faltdach, der sogar vier Personen bequem schlafen lässt, wird für ihn vorerst dennoch nur ein Wunschtraum bleiben. Bei uns ist der "Ocean" ab 68.550 Euro zu haben, die deutlich abgespeckte Basisversion "Beach" gibt es ab 49.390 Euro.

Dass Mike die neueste Variante des Urahns aller Campingbusse haben möchte, ist verständlich. Denn beim abendlichen Stopp auf einem Hügel einer Avocado-Farm bei Santa Barbara, hoch über dem unablässigen Wellenschlag des Pazifiks, zeigt sich eine weitere Stärke des California: Er ist praktisch, sehr praktisch sogar.

Die Campingsessel sind in der Heckklappe verstaut, der Tisch in der Schiebetür. Unter der großen Markise lässt es sich vorzüglich dinieren. Und sollte das Wetter einmal nicht mitspielen: Die Vordersitze sind drehbar, der integrierte Tisch ebenso wie die Rückbank verschiebbar. Flugs verwandelt sich der Bus in einen Speisesaal, der dank Standheizung wohlig temperiert werden kann. Komfort, den keiner mehr missen möchte, hat er ihn erst einmal genossen. Gaumenfreuden lassen sich in der Küchenzeile mit Zweiflammen-Gaskocher und Edelstahl-Spüle lässig zubereiten, die 42-Liter-Kompressor-Kühlbox fasst reichlich Vorräte, auch flüssiger Natur.

Danach ist Nachtruhe angesagt. Und die gestaltet sich dank Lattenrost und fünf Zentimeter dicker Matratze auch im luftigen, dennoch wasserdichten und bis zu mehr als 100 km/h sturmfesten Oberstübchen erstaunlich gemütlich. Durchdacht im Erdgeschoß, nebst ausreichend Stauraum: integrierte, simpel zuziehbare Rollos, damit nachts selbst der Mond nicht zum Störfaktor wird.

Mobile Freiheit

Mit den ersten Sonnenstrahlen sendet die teils unnahbare Wildnis ihren Lockruf aus. Eine Fahrt über den mäandernden Asphalt im bis zu 2697 Meter hohen Küstengebirge Kaliforniens kann abenteuerlich sein. Nicht für den California. Angetrieben von 204 Pferden meistert der mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und 4Motion ausgestattete Zwei-Tonner sämtliche Herausforderungen, ohne zu murren. Und sollte der Weg zufällig einmal stur geradeaus führen: Ohne Sheriff am Straßenrand lässt sich mit dem Bulli-Nachfahren selbst an der 120-Meilen-pro-Stunde-Marke, umgerechnet an die 200 km/h, locker kratzen.

Wie jede Freiheit stößt auch die mobile im VW California an ihre Grenzen. In diesem Fall ist es das Ende der Jubiläumstour, die sich bei der Fahrt über den Mulholland Drive in Richtung der Hügel Hollywoods ankündigt. Noch einmal zieht der Van die Blicke auf sich. "Beautiful! Please take me with you", ruft Irene, die am Sunset Boulevard unterwegs ist. Irgendwann, so verrät mir die attraktive End-Vierzigerin, wenn ihre beiden Kinder einmal auf eigenen Beinen stehen, dann plant sie eine große Reise. Mehrere Monate die Küste entlang. Mit ihrer großen Liebe, die es nur einmal im Leben gibt. Wenn ich ihren sehnsüchtigen Blick auf den VW California richtig deute, dann könnte damit auch er gemeint sein.

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Artikel Gerald Winterleitner 01. Mai 2018 - 00:04 Uhr
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