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Die knifflige Suche nach dem fairen Bezahl-Modell

Zwei Strom-Anbieter verlangen nun Geld fürs E-Laden – Erste Berechnung: Das Tanken kann richtig teuer werden.

Die knifflige Suche nach dem fairen Bezahl-Modell

Bei Minustemperaturen sinkt die Ladeleistung der Akkus eklatant. Dann kann Stromladen teuer werden. Bild: VOLKER WEIHBOLD

Besitzer eines Elektro-Autos hatten’s bisher gut. Irgendwo fand sich immer eine Ladestation, an der das Fahrzeug gratis betankt werden konnte. Gratis-Strom: Wer träumt nicht davon! Doch die Zeiten sind vorbei.

Anbieter von Strom-Tankstellen stellen jetzt ihre Ladestationen auf Bezahl-Modus um. Denn mit zunehmender Anzahl von E-Autos zahlt sich die Investition aus. Kartenlesegerät, Verbindung zum Abrechnungs-Server usw. – all das verschlingt mindestens eine hohe dreistellige Euro-Summe plus monatliche Betriebskosten. Diese Ausgaben sollen sich inzwischen für die Anbieter amortisieren.

Umstellung noch 2016

Energie AG und LinzStrom haben, wie berichtet, angekündigt, noch in diesem Jahr auf ein Bezahl-Modell umzustellen. Nur welches – darauf gab’s bisher noch keine Antwort. Wird pro Kilowattstunde abgerechnet oder pro Minute Ladezeit? Eine knifflige Frage. Die beiden Anbieter Smatrics und Ella haben hingegen schon entschieden: Beide rechnen pro Minute ab. "Diese Entscheidung ist positiv", sagt Gert Scherhammer vom Ersten ElektroMobilitätsClub Österreich (EMC). Denn damit wird verhindert, dass Stromstationen stundenlang blockiert werden. Bisher schließen Lenker ihre E-Autos an die Ladesäulen an und verschwinden danach für lange Zeit. Die Steckdosen sind blockiert, obwohl die Akkus längst vollgeladen sind. Zudem nutzen E-Autofahrer Ladestationen mit 11 oder 22 Kilowatt, obwohl ihr Wagen maximal 3,7 Kilowatt aufnehmen kann und daneben entsprechende Stecker frei wären. "Der Fahrer nimmt damit einem anderen Fahrzeug, das die volle Leistung nutzen könnte, den Ladeplatz weg", schreibt Scherhammer auf www.emcaustria.at. Dieses "Unding" (O-Ton Scherhammer) würde mit der zeitgebundenen Abrechnung eingedämmt. Doch gibt’s auch Gegenargumente.

Denn das Laden kann richtig teuer werden. Das EMC-Mitglied rechnet detailliert vor: Die beiden Anbieter verlangen 15 (Ella, die ersten 5 Minuten sind gratis) bzw. 45 Cent (Smatrics) pro Minute (43 Kilowatt-Wechselstrom-Schnellladung). Bei Smatrics sinkt der Tarif auf 20 bzw. 7 Cent, wenn monatlich eine Grundgebühr von 14,90 bzw. 49,90 Euro bezahlt wird. Scherhammer: "Drei Stunden laden und parken an einer Schnellladesäule kann je nach Anbieter bis zu 81 Euro kosten." Dies ist allerdings ein Extrembeispiel.

Von 4 bis 14 Euro

Tatsächlich ist ein Renault Zoe in 30 Minuten zu 80 Prozent geladen. Die Kosten: 4 Euro (Ella) bzw. 6 oder 14 Euro (Smatrics, mit 14,90 Euro Grundgebühr/ohne Grundgebühr). Allerdings: Die Ladung erfolgte bei optimaler Außentemperatur. Bei Minusgraden sackt die Ladeleistung eklatant ab. Scherhammers Zoe hat bei eisigen Temperaturen in 65 Minuten nicht einmal 10 Kilowattstunden laden können (Vollladung: 22 kWh). Und hätte für diesen knapp halbvollen Tank 9 (Ella) bzw. 13/29 Euro (Smatrics) bezahlt. Das wäre ein Kilowattstundenpreis von 0,90 bis 2,90 Euro", sagt er. Dem 5- bis 15-Fachen des Haushaltsstrompreises. "Das ist inakzeptabel!"

Eine optimale Lösung ist also auch die Zeit-Abrechnung nicht. Ein faireres System ist aber noch nicht in Sicht.

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Artikel Carsten Hebestreit 11. Januar 2016 - 00:04 Uhr
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