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Der ultimative Cruiser für den Onkel aus Amerika und seine Tante

Gemütlicher, kraftvoller und luxuriöser kann man auf zwei Rädern und der Langstrecke nicht reisen als mit BMWs Grand America.

Der ultimative Cruiser für den Onkel aus Amerika und seine Tante

Ein Schiff wird kommen, und es bringt nicht nur den einen ... Bild: Werk

Das Aggregat säuselt im Standgas, klingt beim Anfahren nach Turbine und steigert sich bis in den Begrenzer zu einem mächtigen Fauchen. Verlässt man die Cruising-Drehzahlen nach oben, schiebt die nicht eben leichtgewichtige Fuhre an wie Carl Lewis auf Marschierpulver. Gut drei Sekunden bis zur Hundertermarke auf dem Tacho braucht der Reisedampfer – und dann ist gleich wieder Schluss. Bei 162 Sachen riegelt die Motorelektronik ab, wahrscheinlich damit man nicht abhebt. Dennoch ist ein Ausflug auf der K 1600 "the closest thing to flying", wie der Amerikaner sagt.

Speziell auf den US-Markt wurde die Sonderedition "Grand America" der K 1600 B zugeschneidert. Die Designlinie orientiert sich am Bagger-Stil, der sich durch gemütliche Sitzposition, guten Windschutz und tief hängende Koffer auszeichnet. Damit rollt die BMW selbstbewusst in den Ring, der von Harley-Davidsons Ultra Glides und Hondas Goldwings dominiert ist.

Dabei zeigt die deutsche Fernreisemaschine keine Schwäche, ja sie ist in Sachen Leistung die stärkste im Ring und mit einem Kilo Unterschied auf Japans neuen Sechszylinderboxer die leichteste in der Runde der Schwergewichte. Auch beim Stauraum gibt es nichts zu meckern. Das einzig Störende auf einem Trip zum Nordkap könnte auf der BMW die Last des Helmes von hinten sein, weil die Sozia aufgrund der komfortablen Sitzposition wahrscheinlich schon in Passau eingenickt ist. Das ließe sich mit dem elektrisch stufenlos verstellbaren Windschild ändern, indem hinten mehr frische Luft zugeführt würde.

Heer der Helferlein

Ohne Schmäh: So viel Kraft mit so wenig Gummikontakt auf dem Asphalt zu halten, braucht schon ein paar Helferlein. Die finden sich im elektronischen Fahrwerk (ESA), das sich auf die Beladungszustände in wenigen Befehlen einstellen lässt. Über die links angebrachte und ein wenig gewöhnungsbedürftige Menüführung mit dem Multicontroller kann man die Fahrmodi Road, Dynamic und Rain während der Fahrt verändern, ebenso Griff- und Sitzheizung, Audio- und Navigationsgeräte und vieles mehr.

Im Bagger-Paket für die K 1600, mit dem man in der Anschaffung die 30.000-Euro-Grenze knackt, finden sich Rückfahrhilfe, Trittbretter, Schaltassistent, Tempomat, ABS Pro, Traktionskontrolle und Navi-Vorbereitung.

Darüber hinaus tut sich das weite Land der Sonderausstattung auf. Bei unserem voll ausgestatteten Testmotorrad lernten wir insbesondere das adaptive Kurvenlicht sowie das Keyless-Ride-System und die Koffer-Zentralverriegelung zu schätzen.

In Summe verleihen wir der Grand America das seltene "Die Holde will gar nicht mehr absteigen"-Prädikat.

 

K 1600 Grand America

 

Antrieb: 6-Zyl.-Reihenmotor, 1649 ccm, 118 kW (160 PS) bei 7750 U/min, 175 Nm max. Drehmoment bei 5250 U/min, 24 Ventile, 6-Gang, Kardan.
Beschleunigung 0-100 km/h in 3,2 sek, Höchstgeschwindigkeit: 163 km/h

Fahrwerk: Alu-Brückenrahmen, Duolever, Zentralfederbein, Bremsen: vorne 320-mm-Doppelscheibenbremse mit 4-Kolben-Festsättel, hinten 320-mm-Einscheibenbremse mit
2-Kolben-Schwimmsattel, Alu-Gussräder, Reifen vorne 120/70 ZR 17, hinten 190/55 ZR 17

Maße und Gewichte: Länge 2560 mm, Sitzhöhe 750 bis 810 mm, Gewicht voll 364 kg, Tank 26,6 l, Testverbrauch 6 l

Farben: schwarz, gelbmetallic

Preis: ab 26.400 Euro

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Artikel Klaus Buttinger 02. November 2018 - 00:04 Uhr
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