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Der Deutschen Normmotorrad ist im digitalen Zeitalter angekommen

R 1200 GS: eierlegendes Wollmilchbike aus dem Land des Aufpreises.

Der Deutschen Normmotorrad ist im digitalen Zeitalter angekommen

Das neue Display steht der GS perfekt und liefert ebenso die Datenlage. Bild: BMW

Die Leute bei BMW müssen eine ganze Menge richtig machen. Anders ist es nicht zu erklären, dass die große GS das meistverkaufte Motorrad im Segment über 600 ccm ist. Tatsächlich erledigt der 1200er-Boxer jede Herausforderung ausgezeichnet. Dabei genügen die 125 PS (92 kW), die bei 7750 Umdrehungen anliegen, allemal. Selbst im Offroad-Bereich, der der GS (=Geländesport) ja den Namen gibt, zeigt die mit 244 Kilo um die Hüfte gesegnete Begleiterin durchaus Talent. Das liegt an den elektronischen Helferlein, die gegen Aufpreis den Fahrmodus "Enduro Pro" freischalten. Hier lassen sich individuell Traktionskontrolle, Schräglagen-ABS und vieles mehr einstellen. Ein Anfahrassistent (Hill Holder) ist dann auch an Bord.

Sinn ergibt das elektronische Pimpen der Maschine, wenn auch das elektronische Fahrwerk mitwerkt. Die neue ESA-Generation gibt sich vollautomatisch und passt die Dämpfung sämtlichen Fahrmanövern und Beladungszuständen an. Koffer dran oder Blume drauf, da braucht es kein Herumgeschraube am Federbein mehr. Im Übrigen gibt’s – ebenfalls gegen Aufpreis – für die GS-Rallye-Ausführung auch härtere Federn und verlängerte Federwege.

Komfort und Vertrauen

Im Alltagsbetrieb auf der Straße erfreut das ESA-Fahrwerk mit komfortabler Dämpfungsauslegung, die den Kontakt zum Asphalt keineswegs zuschmiert. In Verbindung mit dem nach wie vor genialen Telelever (Vorderradaufhängung, die das Einknicken minimiert) entsteht jenes GS-Gefühl, das sofort Vertrauen einflößt.

Hinter dem für alle Geschwindigkeiten ideal geschneiderten Windschild sitzt der Fahrer, die Fahrerin in aufrechter Rückenposition und genießt den Durchzug des bulligen, wassergekühlten Trieblings, der über eine moderat-sonore Geräuschentwicklung angenehm rückmeldet.

Einen weiteren Schritt ging BMW jüngst mit dem 6,5 Zoll großen Vollfarb-TFT-Display (ja, Aufpreis). Über ein Rad am linken Lenker lässt sich in recht logischen Abläufen alles Einstellbare einstellen. Via App kommt ein Mini-Navi ins Display und erspart den zweiten Schirm vor der Birne. Telefonverbindungen über Handy, Blauzahn und Helmlautsprecher kann man nun ebenso über das Controllerradl steuern wie ein individuelles Musikprogramm – falls man vom Sound des Boxers (ab 18.500 Euro) nicht zufriedengestellt wird. Was unmöglich ist. 100.000 Käufer können nicht irren. (but)

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Artikel 15. Mai 2018 - 00:04 Uhr
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