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Denzel-Chef: "Der Abschied vom Pajero tut gar nicht so weh"

Denzel-Chef Gregor Strassl über steigende Leasingzahlen bei Autos und die Erwartungen an das E-Auto Kona.

"Der Abschied vom Pajero tut gar nicht so weh"

Vorstandssprecher der Denzel Holding: Gregor Strassl Bild: Denzel

Auf knapp 833 Millionen Euro steigerte Österreichs größter privater Automobilimporteur, die Denzel-Gruppe, 2017 den Umsatz. Unter dem Strich erwirtschaftete das Unternehmen mit 1300 Mitarbeitern an 18 Standorten 18,3 Millionen Euro Gewinn (vor Steuern). Die OÖN-Motor-Nachrichten sprachen mit Gregor Strassl, dem Sprecher der Denzel Holding AG.
 

OÖNachrichten: Die Denzel Holding erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Umsatzplus von zwölf Prozent. Welcher Bereich brachte die größten Zuwächse?

Strassl: Denzel ist aufgeteilt in drei Bereiche: Auto/Mobil, Bank/Finanzdienstleistungen sowie Immobilien. Und wir haben in allen drei Teilkonzernen zugelegt – am meisten bei den Autos und im Bankgeschäft, auch wenn kein Bereich herausgestochen hat.

75 Prozent des Geschäftes macht die Denzel-Bank mit Autoleasing. Werden immer mehr Autos geleast?

Ja, der Anteil ist leicht steigend. Denn mit der aktuellen 0-Prozent-Zinspolitik ist das Autoleasing etwas Grundvernünftiges. Zudem hält die Niedrigzinsphase ja schon einige Jahre an.

Wie hoch ist der Anteil des Leasings am Auto-Gesamtgeschäft?

Das kann ich nicht beantworten, denn nicht jeder Leasingkunde ist auch Kunde der Denzel-Bank. Das Leasinggeschäft verteilt sich auf mehrere Banken. Aber man kann davon ausgehen, dass der Leasinganteil im Firmenkundengeschäft sehr, sehr hoch ist und im Privatkundengeschäft mittlerweile auch bei mehr als 50 Prozent liegt.

Denzel ist Hyundai-Importeur. Die Marke treibt den Einsatz alternativer Antriebe voran. Was dürfen wir künftig erwarten?

Hyundai ist eine unheimlich innovative Marke, die voll auf Hybrid- und Wasserstofftechnik setzt. Der Ionic beispielsweise ist das einzige Auto weltweit, das es als Hybrid, Plug-in-Hybrid und mit reinem E-Antrieb gibt. Kurz vor Jahresende kommt der Kona – eine Weichenstellung für Hyundai, für die E-Mobilität. Denn der Kona wird eine elektrische Reichweite von 480 Kilometern haben und 40.000 Euro kosten. Derzeit fahren ja schon E-Autos mit ähnlicher Reichweite herum, deren Verkaufspreis aber bei 80.000 bis 90.000 Euro liegt. Darum erwarte ich mir vom vergleichsweise günstigen Kona einen Durchbruch der E-Mobilität.

Warum schafft Hyundai, was andere nicht schaffen?

Da muss man zurückblicken: Die Marke gibt’s erst seit 50 Jahren und ist jetzt schon – gemeinsam mit Kia – die Nummer 5 der Welt. Genau wie das Land Korea selbst in nur einer Menschengeneration vom Entwicklungsland zur Industrienation aufgestiegen ist. Korea war bis 1945 von Japan besetzt und ist komplett ausgeblutet zurückgegeben worden. Die Koreaner sind unheimlich zielorientiert. Deshalb können wir davon ausgehen, dass Hyundai immer ein Innovationsführer sein wird.

Ein Schwenk nach Japan: Wie weh tut’s, dass der Kult-SUV Pajero vom Markt rollt?

Der Pajero hatte seine goldenden Zeiten, als die richtig schweren Geländewagen modern waren. Heute sind nur noch ein Prozent der SUVs tatsächlich Hardcore-Geländewagen. Mitsubishi bietet ja mit dem ASX, mit dem Eclipse Cross und dem Outlander diverse SUV-Modelle an. Fürs schwere Gelände wiederum steht ein Pick-up im Angebot. Der Abschied des Pajero tut also nicht so weh.

Denzel erzielte 13,6 Millionen Euro Gewinn. Welche Investitionen stehen an?

Wir haben 1300 Mitarbeiter in vielen Geschäftsfeldern. Da wird laufend investiert. Für 2018 haben wir zehn Millionen Euro geplant – zum einen für unsere Autohäuser, zum anderen in den Aufbau von Online-Angeboten. Zu uns gehört auch das Software-Unternehmen Motion Data, in dem 60 Leute Software für Autohäuser produzieren – ein Dealer-Management-System. Diese Software gibt’s auch für Arztpraxen, Rechtsanwälte etc. Die Motion Data ist die Nummer eins auf dem Markt, die eben erst die Nummer zwei, die Vektor mit 30 Mitarbeitern, gekauft hat.

Fällt in Oberösterreich der Name Denzel, fällt auch sofort der Name Höglinger …

… eine tolle Kombination. Denzel-Höglinger entwickelt sich hervorragend, hat 150 Mitarbeiter und verkauft pro Jahr 1000 BMW. Eine sehr fruchtbare Kooperation. Aber wir sind mit Mitsubishi und Hyundai in Oberösterreich zufrieden. Deshalb sind vorerst keinen weiteren Investitionen geplant.

Gregor Strassl

Der studierte Handelswissenschafter aus Bruck-Waasen (Bezirk Grieskirchen) landete nach Engagements bei Nissan, Raiffeisen und Ford 2006 bei der Denzel-Gruppe – als Geschäftsführer der Mitsubishi Import GmbH. Seit heuer ist der 47-Jährige auch für den Hyundai-Import verantwortlich. Davor, im März 2014, wurde Strassl zudem Vorstands-Vorsitzender der Denzel Holding.

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Artikel 12. Juni 2018 - 02:24 Uhr
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