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Audis elektrische Speerspitze

Anfang 2019 bringt Audi den lange angekündigten e-tron auf den österreichischen Markt – Die Reichweite liegt nach WLTP bei 400 Kilometern – Preis: 82.000 Euro

Audis elektrische Speerspitze

„Man könnte auch Q6 zu ihm sagen“, kommentierte ein Audi-Techniker über den e-tron. Auffällig ist die Seitenleiste: Dahinter steckt der Akku. Bild: heb

Wir sind nicht die Ersten. Aber wir tun das Richtige zum richtigen Zeitpunkt." Der interimistische Audi-CEO Bram Schot verhehlt nicht, dass die Ingolstädter beim Thema E-Mobilität keinen Vorsprung bei der Technik haben. Trotzdem lud der Premium-Hersteller selbstbewusst zur Weltpremiere des ersten Elektro-Audi direkt in der Nähe des Tesla-Stammsitzes Kalifornien. Genauer: In die alten Ford-Werkshallen in Richmond. Eine Provokation Richtung Elon Musk? Nein, sagen Audi-Chefs. Man sei ins Zentrum der E-Mobilität gegangen, nach Kalifornien. Mehr nicht.

Viel Blitz und Donner

Mit Blitz, Donner und viel Bass ließ Bram Schot Montag spätabends den 2,5-Tonnen-SUV vor 1600 Motorjournalisten – darunter die OÖN – und US-Händlern auf die Bühne rollen. "Man könnte ihn auch Q6 nennen", sagte Audi-Technik-Chef (Batterie, Ladetechnik) Günther Mendl im OÖN-Gespräch. Ein typischer Audi-SUV.

Ein Design-Detail fällt aber doch auf: An den Seiten zieht sich ein breites, schwarzes Kunststoffband mit Metalleinlage von Radkasten zu Radkasten. Damit signalisiert Audi: Dahinter versteckt sich der Akku im Fahrzeugboden. Einer der wenigen Hinweise auf den E-Antrieb.

Bisher nur in Studien gezeigt, ist der e-tron das erste Serienfahrzeug mit virtuellen Rückspiegeln: Außen sind Kameras montiert, innen an den Türen Mini-Bildschirme. Audi entschied sich für diese Digital-Lösung, um die Luftgeräusche zu minimieren.

Technik aus dem A8

Innen richteten die Designer ein typisches Audi-Premium-Wohnzimmer ein. Inklusive der beiden mächtigen Touchscreens, die aus dem A8 und A7 bekannt sind. Neben den für E-Autos obligatorischen Anzeigen wie Reichweite, Ladezustand, Timer für den Ladevorgang und die Klimaanlage etc. bietet Audi erstmals an, später entwickelte Assistenzsysteme oder Infotainment-Erweiterungen nachzukaufen.

Akku wiegt 699 Kilogramm

400 Kilometer legt der e-tron mit einer Akkuladung zurück (laut WLTP). Nach NEFZ-Norm sind’s 501 Kilometer. Der 699 Kilogramm schwere Akku speichert immerhin 95 Kilowattstunden (kWh) Strom – der kapazitätsstärkste Tesla kann 100 kWh Strom aufnehmen. Doch fordern beim Audi 2,5 Tonnen Leergewicht für das Fahren entsprechend Energie.

An der Ladesäule erreicht der E-SUV Top-Werte. Serienmäßig lädt der e-tron 11 kW (3-phasig), optional 22 kW. Beim Gleichstrom nimmt der Elektro-Audi bis zu 150 kW auf. Mit dieserLeistung ist der Akku nach 30 Minuten zu 80 Prozent voll.

Neue Schnelllader

Audi ist wie Mercedes, Ford, BMW, VW und Porsche an Ionity beteiligt, das bis 2020 europaweit 400 Schnelllader (davon 50 in Österreich) installiert. Mit der Audi-Ladekarte kann zudem an 80 Prozent der bestehenden 70.000 Ladepunkte bzw. 2000 Schnellladern in Westeuropa Strom getankt werden. Abgerechnet wird per Minute oder Kilowatt – je nach lokaler Gepflogenheit.

Ab Anfang 2019 liefert Audi den e-tron in Österreich aus, 200 Vorbestellungen trudelten bisher in der Salzburger Vier-Ringe-Zentrale ein. Ab-Preis: 82.000 Euro.

Technische Daten

Je ein E-Motor treibt die Vorder- bzw. die Hinterräder an. Das vordere Aggregat schickt über ein Getriebe 125 kW an die Pneus, die Antriebswelle führt direkt durch den hinteren 140-kW-E-Motor. Per Boost-Modus lässt sich die Leistung auf 135 bzw. 165 kW steigern. Macht zusammen 265 kW oder 360 PS. Die Beschleunigung von 0 auf Tempo 100 dauert 6,6 bzw. 5,7 Sekunden. Im 95-kWh-Akku sind Pouch-Zellen von LG verbaut, die Kühlflüssigkeit umspült die 36 Akkupacks aus Sicherheitsgründen außen. „Wir leiten die Flüssigkeit bewusst nicht direkt an den Zellen vorbei, damit im Fall des Falles ein direkter Kontakt verhindert wird“, sagt Günther Mendl.

Bis zu 70 Prozent der Antriebsleistung rekuperiert der e-tron beim Bremsen (bis 0,3 g Verzögerung). Mittels Wippen am Lenkrad lässt sich die Bremsleistung auswählen, nimmt man den Fuß vom Gaspedal (bis 0,1 g).
Die E-Motoren – 400 Stück am Tag – werden in Györ (Ungarn) produziert, der e-tron selbst in Brüssel.

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Artikel Carsten Hebestreit 22. September 2018 - 00:04 Uhr
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