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Suzuki Jimny 1.5 VVT Allgrip Flash: Nicht nur im Gelände eine Klasse für sich

Der Suzuki Jimny glänzt mit kantiger Optik, feiner Technik und enormer 4x4-Kompetenz.

Nicht nur im Gelände eine Klasse für sich

Der Suzuki Jimny ist der kleinste echte Offroader – mit Leiterrahmen, Starrachsen, zuschaltbarem Allradantrieb samt Untersetzung und 21 Zentimeter Bodenfreiheit. Bild: Suzuki

Allradantrieb gehört zu Suzuki wie das Amen zum Gebet. Höchstmögliche Offroad-Kompetenz ist in der DNA des japanischen Autoherstellers fest verankert. Und das Modell, das exemplarisch für die Kernwerte der Marke steht, ist zweifellos der Jimny. Dieser Kult-Dreitürer ist nämlich einerseits abseits des Asphalts eine Klasse für sich und zeigt andererseits, wie sehr Suzuki den Bau von Kleinwagen beherrscht. Zur kantigen Neuauflage ist vor allem zu sagen, dass sie in allen Belangen besser ist als der Vorgänger – und der war schon fein.

Design: Der Suzuki Jimny erinnert mit seiner zeitlosen und kantigen Optik stark an eine geschrumpfte G-Klasse von Mercedes-Benz. Das schadet nicht – im Gegenteil: Der Dreitürer zieht alle Blicke auf sich, speziell in der auffallenden Farbgebung "Kinetic Yellow" (siehe Bilder). Und: Der Jimny schaut im Gegensatz zu all den anderen kleinen SUVs nicht nur wie ein Geländewagen aus, er ist auch einer.

Nicht nur im Gelände eine Klasse für sich

Innenraum: Im Inneren des Suzuki Jimny ist die Moderne eingezogen. Blickfang ist der große Touchscreen, der mittig auf der Mittelkonsole thront. Die Bedienung ist watscheneinfach – und das Smartphone ist im Nu gekoppelt. Vorbildlich ist die Bedienung der Klimatisierung: drei Drehknöpfe, mehr braucht es nicht. Apropos Ergonomie: Die Schalter für die Fensterheber befinden sich in der Mittelkonsole, daran hat man sich nach ein paar Fahrten gewöhnt. Ein Wermutstropfen ist, dass es für das Lauter-/Leiserstellen der Musik keinen Drehregler gibt.

Die beiden Passagiere vorne finden nach dem einfachen Einstieg ausreichend Platz. Die Rundumsicht ist sehr gut, die Sitze sind bequem (und beheizt). Hinten gibt es dann noch zwei Sitze, die man aber nur Kindern auf kurzen Strecken zumuten sollte.

Werden die Rücksitzlehnen flachgelegt, steht ausreichend Laderaum bereit. Wer zu viert fährt, muss halt auf Gepäck verzichten. Eine schmale Tasche findet Platz, mehr nicht. 85 Liter sind es genau genommen, der Jimny ist somit meist als Zweisitzer unterwegs.

Nicht nur im Gelände eine Klasse für sich

Fahrwerk: Der Suzuki Jimny ist ein echter Offroader, wie die technischen Zutaten zeigen. Der Dreitürer verfügt über einen Leiterrahmen und zwei Starrachsen mit Schraubenfedern. Dazu kommen ein zuschaltbarer 4x4-Antrieb mit Untersetzung, eine Bodenfreiheit von 21 Zentimeter und ein kleiner Wendekreis. Damit ist der Allrad-Knirps vielen 4x4-Modellen deutlich überlegen. Bei (tiefem) Schnee ist der Jimny sowieso unschlagbar – nicht zuletzt wegen der schmalen Reifen und des geringen Gewichts.

Auf Asphalt bietet sich ein etwas anderes Bild: Aufgrund seiner Konzeption ist der Jimny eher nicht für Langstrecken geeignet, denn der kurze Radstand und die relativ harte Fahrwerksabstimmung tragen nicht gerade zum Komfort bei. Dazu kommt der fehlende sechste Gang, den man insbesondere auf der Autobahn vermisst. Aber für lange Autobahnetappen ist der Jimny ohnehin nicht gemacht.

Nicht nur im Gelände eine Klasse für sich

Motor: Der drehfreudige Vierzylinder-Benziner leistet 102 PS, das sind 16 PS mehr als beim Vorgänger. Dazu kommt etwas mehr Hubraum. Da der neue Jimny nicht mehr auf die Waage bringt als die erste Generation, gibt es spürbar mehr Vortrieb. Die gebotene Motorleistung reicht aus, mehr braucht es nicht. Und wer lieber schalten lässt, muss 1000 Euro für eine Viergang-Automatik drauflegen.

Fazit: Der neue Suzuki Jimny ist der kleinste echte Offroader. Der pfiffig gezeichnete Dreitürer hat nichts von seiner Allrad-Kompetenz eingebüßt – und verfügt nun auch über moderne Assistenzsysteme: Spurhalte-Assistent, Müdigkeitserkennung, automatisches Fernlicht oder Verkehrszeichenerkennung sind beispielsweise Serie. Und das alles gibt’s zum fairen Preis.

Suzuki Jimny 1.5 VVT Allgrip Flash

Preis: ab 21.490 Euro
OÖN-Testwagen 21.880 Euro

Motor: Vierzylinder-Benziner mit variabler Ventilsteuerung
Hubraum 1462 ccm
Leistung 75 kW (102 PS) bei 6000 1/min
max. Drehmoment 130 Nm bei 4000 1/min

Verbrauch (NEFZ)
Stadt/Land/Mix 7,7/6,2/6,8
OÖN-Test 7,3
Tank/Kraftstoffart 40 l/Super

Umwelt: Euro 6d-TEMP
CO2-Ausstoß 154 g/km

Antrieb: Allrad zuschaltbarGetriebe Fünfgang-Schalter

Fahrleistungen:
0 auf 100 km/h in 12,5 sec
Spitze 145 km/h

Abmessungen & Gewichte:
L/B/H 3645/1645/1705 mm
Radstand 2250 mm
Leergewicht 1090 kg
Zuladung 345 kg
Kofferraum 85 bis 830 Liter
Anhängelast 1300 bzw. 350 kg

Garantie: 5 Jahre/150.000 km

Plus: unerreichte Offroad-Kompetenz, üppige Serienausstattung, exzellent verarbeitet, gute Übersicht, extrem wendig, pfiffige Optik, kurze Aufpreisliste

Minus: kein sechster Gang

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Artikel Clemens Schuhmann 15. April 2019 - 00:04 Uhr
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