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BMW X5 M50D: High Five - Der Perfektion ganz nahe

BMW legt mit dem X5 im Kampf um die Luxus-SUV-Krone vor – ab 103.950 Euro.

High Five: Der Perfektion ganz nahe

Gatsch, Schnee, Schotter: Der neue X5 nahm eine 25-Prozent-Steigung auf rutschigem Waldboden locker. Erst bei 40 Grad musste der Rückwärtsgang eingelegt werden. Bild: BMW

Warum sollte sich ein Durchschnittsverdiener diesen Artikel überhaupt durchlesen? Das getestete Fahrzeug kostet ungefähr so viel wie ein schlüsselfertiges kleines Einfamilienhaus. Stimmt vielleicht, allerdings sind die Aushängeschilder der Autohersteller auch immer ein Blick in die Zukunft. Denn nur was sich in diesem Segment durchsetzt, wird künftig auch in die kleineren Modelle verpflanzt. Und immerhin steckt im stärksten Diesel-X5 auch immer ein Teil oberösterreichischer Wirtschaftsleistung.

BMW lässt nur fünf Jahre nach der Einführung der dritten X5-Generation die vierte folgen. Der Grund: Die Münchner basteln an einer modularen Plattform, auf der künftig auch der X7 basieren soll und über die der X5 Premiere feiern darf.

High Five: Der Perfektion ganz nahe

Luxus: Bereits der erste Einstieg eröffnet dem Fahrer ein neues Gesicht. Der neu gestaltete Schalthebel ist mit Glasapplikationen bestückt und sieht ein bisserl kitschig aus. Gleiches gilt für die digitalisierte Menüführung beim Infotainment-System. Ab sofort lassen sich beispielsweise mehrere Widgets auf dem Hauptbildschirm nebeneinander aufrufen. Luxus sind auch Funktionen wie Gestiksteuerung, pilotiertes Fahren und Parken, die Standheizung, die angenehmen Sportsitze (mit Heizung, Kühlung und Massagefunktion), die Bildschirme für die Passagiere im Fond oder eine fast schon absurd gute Kamera-Animation, die das Auto in vier verschiedenen Ansichten in die aktuelle Parksituation hineinprojiziert. Unglaublich.

Praktikabilität: Beeindruckend ist auch, wie groß das Platzangebot im X5 neuerdings ist. So groß, dass optional sogar eine dritte Sitzreihe angeboten wird. Im Kofferraum stehen bei serienmäßiger Besetzung 645 Liter Ladevolumen zur Verfügung. Bei umgeklappter Sitzbank sind es sogar bis zu 1860. An der elektrischen Heckklappe sitzt eine Taste, die das Fahrzeug auf Wunsch um einige Zentimeter absenkt – Luftfederung sei Dank. Erweitert wurde der Lichtkegel bei Nachtfahrten. Die Laser-Scheinwerfer leuchten jetzt die Umgebung bis zu 500 Meter weit aus und blenden automatisch ab. Bei dieser Leuchtweite müssen die Augen freilich schon sehr gut sein.

Gelände: Die größte Überraschung hat uns der SUV im Gelände beschert. Weil er mit den Offroad-Reifen (22 Zoll) angeliefert wurde, mussten diese natürlich ebenfalls in den Testbericht einfließen. Auf einem Schotterweg mit einer Auflage von etwa zehn Zentimetern Neuschnee und einer Steigung von etwa 25 Prozent hatte der BMW noch keine Schwierigkeiten. In einem vereisten Waldstück einige Kilometer später (Steigung knapp 40 Prozent) war dann aber doch Schluss mit Vortrieb. Irgendwann ergibt sich auch ein X5 der Physik. Dank Bergabfahrhilfe ist aber auch das Reversieren an Stellen mit unkomfortablem Gripniveau unproblematisch.

Sportlichkeit: Der turbogeladene Diesel-Sechszylinder aus Steyr versorgt den BMW mit ausreichend Leistung. 400 PS und 760 Newtonmeter sind die Spitzenwerte, die für eine dynamische Fahrweise in einem 2,2 Tonnen schweren Fahrzeug aber unerlässlich sind. Hinzu kommen Hilfen wie eine aktive Wankstabilisierung und eine ausgeklügelte Abstimmung mitsamt Luftfederung, die im Sportmodus überraschend straff abgestimmt ist. Damit macht der Bayer auch auf kurvigen Strecken keine schlechte Figur, verliert aber auch dabei seine komfortablen Gesichtszüge nicht. Die Dämpfer lassen sich – wie auch die Lenkung und die Gasannahme – in verschiedenen Fahrmodi vom Fahrer feinjustieren.

Effizienz: Zusätzlich zum Motor sitzt unter dem Gepäckraum ein 92 Ah starker Akku, mit der rekuperierte Energie gespeichert werden kann. Zudem wurde der cW-Wert auf 0,31 reduziert. Im Fahrmodus EcoPro kam der X5 im OÖN-Test auf einen Verbrauch von 8,3 Liter pro 100 Kilometer. Je sportlicher die Fahrweise oder exponierter das Gelände, desto durstiger ist der Bayer. Am Ende standen 8,9 Liter zu Buche. Das ist akzeptabel.

Fazit: Ein richtiger Kritikpunkt ließ sich nach zwei Wochen Testfahren mit dem X5 nicht ausmachen. Das fahrende Einfamilienhaus lässt quasi keine Wünsche offen. Daumen rauf, BMW!

BMW X5 M50D

Preis: ab 103.950 Euro
OÖN-Testwagen 137.650 Euro
 
Motor: Reihen-Sechszylinder mit TwinPower-Turboaufladung
Hubraum 2993 ccm
Leistung 294 kW (400 PS) bei 4400 1/min
max. Drehmoment 760 Nm bei 2000-3000 1/min
 
Verbrauch (WLTP)
Stadt/Land/Mix 7,6/6,3/6,8
OÖN-Test 8,9
Tank/Kraftstoffart 80 l/Diesel
 
Umwelt: Euro-6d-TEMP
CO2-Ausstoß 179 g/km
 
Antrieb: xDrive-Allradantrieb
Getriebe 8-Gang-Steptronic
 
Fahrleistungen:
0 auf 100 km/h in 5,2 sec
Spitze 250 km/h
 
Abmessungen & Gewichte:
L/B/H 4922/2004/1745 mm
Radstand 2975 mm
Leergewicht 2275 kg
Zuladung 735 kg
Kofferraum 645-1860 Liter
Anhängelasten 2700/750 kg
Bodenfreiheit 214 mm
Rampenwinkel 20,2°
Überhang vo./hi. 25,2/22,3°
 
Garantie: zwei Jahre
 
Plus: der Perfektion ganz nahe.
 
Minus: der Umstand, dass der X5 wenigen vorbehalten bleibt.
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Artikel Markus Prinz 11. Februar 2019 - 00:04 Uhr
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