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Ssang Yong Tivoli: Koreanische Definition von Vergnügen

Der Ssang Yong Tivoli ist der neueste SUV in der Produktpalette – ab 16.350 Euro.

Koreanische Definition von Vergnügen

Die markante Linienführung steigert den Wiedererkennungswert des Koreaners. Bild: Ssang Yong

Tivoli. Klingt antik, aber ist ein gängiger Begriff. Der Name einer Stadt, die 32 Kilometer östlich von Rom liegt und knapp 57.000 Einwohner zählt, wurde weltweit zum Synonym für Vergnügung. Sei es in Form von Sportstätten (Tivoli-Stadien in Innsbruck, Aachen, Laibach), Theaterstätten (Berlin, Hamburg, Lübeck, Barcelona) oder Freizeitparks (Stockholm, Oslo, Kopenhagen, Köln). Kaum einer bringt jedoch Tivoli mit einem Kompakt-SUV aus Fernost in Verbindung. Noch nicht.

Der Koreaner – ja, Ssang Yong ist keine chinesische Marke, wie oft fälschlich behauptet wird – ist ein Exot in einem Segment, in dem nahezu jeder Hersteller um Kunden buhlt. Aber: Die Asiaten sind Experten für Geländefahrzeuge. Bereits in den 50er- und 60er-Jahren produzierte man SUVs für die US-Army, in den 90er-Jahren ging Ssang Yong eine Technologiekooperation mit Mercedes ein. Das macht sich bis heute bemerkbar.

Design: Der Wiedererkennungswert des Tivoli ist aufgrund seiner markanten Linienführung sehr hoch. LED-Tagfahrlicht ist serienmäßig verbaut, in der Ausstattungsvariante Be Cool kommt der Kompakt-SUV sogar mit Xenon-Scheinwerfern.

Innenraum: Eine positive Überraschung im neuesten Modell der Asiaten: Der übersichtliche Innenraum in solider Verarbeitung. Die Anordnung der Instrumente wirkt gut durchdacht, der Pilot fühlt sich auf Anhieb wohl. Auch dank modernem Infotainment und zahlreicher Sicherheitsassistenten. Auch die Passagiere im Fond genießen viel Beinfreiheit. Vielleicht hätte es soviel Raum gar nicht gebraucht, denn das Ladevolumen schrumpft dadurch auf einen durchschnittlichen Wert. Das Verladen der Ski-Ausrüstung klappt dank Tetris-Vorerfahrung dann aber doch.

Koreanische Definition von Vergnügen

Fahrwerk: Die jahrzehntelange Erfahrung der Koreaner mit SUVs macht sich vor allem beim Fahrwerk bemerkbar. Der Tivoli schafft einen ausgewogenen Mix aus straffem Kurvenverhalten und komfortabler Dämpfung, was vor allem beim Bewältigen von Langstrecken vorteilhaft ist.

Motor: Obwohl das Anfahren mit dem 115 PS starken Selbstzünder und einer 6-Stufen-Automatik kleinere Schwächen offenbart, lässt sich der Vierzylinder problemlos auch zügig bewegen. Und das bei guten Verbrauchswerten. Im OÖN-Test begnügte sich der Kompakt-SUV mit 6,6 Litern auf 100 Kilometer. Geländefans können dank 17 Zentimeter Bodenfreiheit und optionalem Allradantrieb auch den einen oder anderen Abstecher ins Grüne wagen.

Fazit: Der jüngste Spross der Produktpalette von Ssang Yong bringt ein solides wie günstiges Gesamtpaket in ein hart umkämpftes Marktsegment mit. Das Experiment kann aufgehen.

 

Ssang Yong Tivoli

Preis: ab 16.350 Euro
OÖN-Testwagen 25.400 Euro

Motor: Diesel-Vierzylinder
Hubraum 1597 ccm
Leistung 85 kW (115 PS) bei 3400–4000 1/min
max. Drehmoment 300 Nm bei 1500–2000 1/min
Spitze 172 km/h

Verbrauch (NEFZ)
Stadt/Land/Mix 7,4/4,5/5,5
OÖN-Test 6,6
Tank/Kraftstoffart 47 l/ Diesel

Umwelt: Euro-6
CO2-Ausstoß 113 g/km

Antrieb: Front
Getriebe 6-Gang-Automatik

Abmessungen & Gewichte:
L/B/H 4202/1798/1590 mm
Radstand 2600 mm
Leergewicht 1530 kg
Zuladung 490 kg
Kofferraum 423 Liter
Anhängelast gebr. 1500 kg
ungebremst 500 kg
Bodenfreiheit 167 mm
Rampenwinkel 17 °
Böschungswinkel 20,5/28 °

Garantie: 5 Jahre / 100.000 km

Plus: wertiges Interieur, viele Staufächer, zahlreiche Sicherheits-Assistenten

Minus: Beinfreiheit geht zulasten des Ladevolumens, Motor sollte etwas kräftiger sein

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Artikel Markus Prinz 14. Mai 2018 - 00:04 Uhr
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