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Sportlerin im eleganten Kleid

Mit der Giulia Veloce zeigt Alfa Romeo auf die Schnelle, wie viel Spaß Fahren machen kann

Sportlerin im eleganten Kleid

Wahrscheinlich die flotteste Art, mit einer feschen Italienerin blauzumachen, sicher jedoch die auffälligste: die Giulia will gefallen. Bild: Alfa Romeo

Der erste Blickkontakt, und gleich der Verdacht: Nach dir werden sich die Köpfe drehen, man wird sich als Begleiter Mühe geben müssen, nicht blass auszusehen. Misano Blue heißt die Lackierung, mit der sie dieser Giulia ein Kleid geschneidert haben, so kompromiss- und schnörkellos wie ein Ausrufezeichen. Schaut her, hier bin ich! Nicht irgendeine Giulia. Giulia Veloce. Giulia – was?

Veloce! Italienisch für schnell. Deshalb fangen wir mit dem Motor an. Alfa Romeo lässt den Betrachter gar nicht erst lange rätseln, was ihn beim Rendezvous mit der Dame erwarten könnte. Veloce! Als Schriftzug haben sie dieser Giulia ihre Bestimmung mit auf die Reise gegeben. 280 PS leistet der Zweiliter-Turbobenziner, 210 PS der 2,2-Liter-Turbodiesel, der vor uns steht. Einmal auf den schwarzen Startknopf gedrückt, den Alfa Romeo daumengerecht auf dem Dreispeichen-Lenkrad platziert hat, schafft die Giulia den Sprint von 0 auf 100 in 6,4 Sekunden.

Fahrspaß hoch vier

Ebenso theoretisch – jedenfalls für den österreichischen Straßenbenützer – ist erst bei 235 km/h Schluss mit lustig. In der Praxis liefern diese Daten – nicht zu vergessen die 470 Newtonmeter maximales Drehmoment – allerdings das, was für einen Freund der italienischen Reifen-Oper eine gelungene Zweierbeziehung ausmachen dürfte: Fahrspaß zum Quadrat. Oder in diesem Fall hoch vier. Alfa Romeo hat der Giulia Veloce serienmäßig einen Allradantrieb spendiert. Zwar wird sie wie ihre etwas weniger muskulösen Schwestern von den Hinterrädern angeschoben. Wenn es notwendig erscheint, wandern aber rechnergesteuert bis zu 50 Prozent der Kraft Richtung Vorderräder. Der Fahrer bekommt davon nichts mit, darf sich jedoch freuen, dass die Italienerin selbst bei hohen Kurvengeschwindigkeiten perfekt die Spur hält und Komfort, Sicherheit und Sportlichkeit als ausgewogenes Dreierpaket daherkommen. Wunderbar auch die ZF-Achtgangautomatik, die uns kaum einmal dazu verleitete, die großen Schaltwippen zu benutzen. Sie mögen dem Cockpit im mit hochwertigen Materialien ausgekleideten Innenraum noch einen zusätzlichen Schuss Rasanz verleihen, in der Praxis waren sie uns beim Blinken etwas im Weg.

Kurven. Das ist ein Stichwort, das Giulia ausführlicher behandelt wissen möchte. Die Eleganz, die sich in ihrer eigenen Linienführung spiegelt, lässt sich mit dem leichtgängigen Lederlenkrad auf die Straße bringen, dass es eine Freude ist. Da sind die Sportsitze von Vorteil, die einem guten seitlichen Halt bieten, was bei anderen Sitzvarianten in der Giulia weniger der Fall ist. Trotz aller Sportlichkeit sind Giulia nicht allzu viele Drinks zu spendieren. 6,2 Liter auf 100 km schluckte sie bei unserem Test.

Beim Infotainment-System ist alles an Bord, was heutzutage verlangt werden darf. Die Verbindung mit dem Smartphone klappt auf Anhieb, gesteuert wird alles über einen Drehknopf, kein Touch-screen. Die Hände bleiben bei der Giulia, wo sie hingehören. Am Lenkrad.

 

Alfa Romeo Giulia Veloce 2.2 ATX AWD 210 PS

Preis: 49.690 Euro
OÖN-Testwagen: 65.559 Euro

Motor: Vierzylinder Turbo-Diesel
Hubraum: 2143 ccm
Leistung: 154 kW (210 PS) bei 3750 U/min
max. Drehmoment: 470 Nm bei 1750 U/min

Verbrauch (NEFZ)
Stadt/Land/Mix: 5,8/4,0/4,7
OÖN-Test: 6,2
Tankinhalt/Kraftstoff: 52 l/Diesel
Umwelt: Euro 6b
CO2-Ausstoß: 122 g/km

Antrieb: Allrad Q4

Getriebe: 8-Stufen-Automatik

Fahrleistungen:
0 auf 100 km/h: 6,4 sec
Spitze: 235 km/h

Abmessungen & Gewichte:
Länge/Breite/Höhe: 4,64/2,02/1,42 mm
Radstand: 2820 mm
Leergewicht: 1610 kg
Zuladung: 500 kg
Kofferraum: 480 Liter

Garantie: 4 Jahre Alfa-Garantie

Plus: Die Serienausstattung kann sich sehen lassen. Gut, denn beim Preis liegt die Giulia auf Augenhöhe mit der deutschen Konkurrenz.

Minus: Wendekreis, im Fond ist die Kopffreiheit nicht grenzenlos

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Artikel Thomas Arnoldner 29. August 2018 - 11:13 Uhr
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