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Renault Zoe R110 Limited: Die Zoe, eine kugelrunde Sache

Der elektrische Bestseller von Renault hielt im OÖN-Test (fast), was die Norm versprach.

Die Zoe, eine kugelrunde Sache

Das Design ist und bleibt eine Frage des Geschmacks: Manche lieben die runden Flächen heiß, andere schütteln den Kopf. Die Technik hingegen ist unbestritten top! Bild: Renault

Die nette Diskussion entbrannte prompt auf der ersten gemeinsamen Fahrt: der oder die Zoe? Tochter Nummer zwei beharrte auf der weiblichen Version, schließlich sei Zoe ein bekannter französischer Vorname – für Mädchen bzw. Frauen. Ok, der Renault und die Zoe. Irgendwie logisch, oder? In der OÖN-Tiefgarage (bei den LinzMobil-Ladestationen im 2. UG) parkte jedenfalls die Zoe Limited R110.

Design: Der Zoe sah man seit dem Marktstart 2012 den Antrieb an. Elektro durch und durch. Das Design war nicht nur für Benzinbrüder eine optische Herausforderung. Kugelrund und kein einziger Falz prägen den elektrisierenden Kleinstwagen. Die Erscheinung ohne Ecken und Kanten ist freilich (auch) der Windschlüpfrigkeit geschuldet, denn mit der knappen Energie an Bord muss sparsam umgegangen werden. Das Design des meistverkauften E-Autos in Europa bleibt also Geschmacksache.

Die Zoe, eine kugelrunde Sache

Innenraum: Plastik ist billig, problemlos zu verarbeiten, bestens formbar, einfach zu reinigen und leicht. Renault konnte der Versuchung nicht widerstehen und machte den gesamten Innenraum unvergleichlich pflegeleicht. Das hat, wie geschrieben, seine Vorteile. Ob’s freilich gefällt, bleibt auch hier eine Frage des Geschmacks. Fürs Auge bietet selbst die Extra-Liste wenig: Sonderlackierungen, Colourpakete und diverse Leichtmetallfelgen. Das war’s. Kurzum: Die Franzosen legen bei ihrem E-Bestseller Wert auf die Technik, nicht auf die Optik.

Fahrwerk: Aufgebaut auf der Plattform des Clio, leistet sich die Zoe in der Stadt und Überland weder Fehl noch Tadel.

Die Zoe, eine kugelrunde Sache

Motor: 108 PS und 250 Nm genügen selbst für den fast 1,6 Tonnen schweren Wagen (Akku: 305 Kilogramm). Die Beschleunigung ist teils so kräftig, dass die 195er-Räder ihres Grips beraubt werden. Ein typischer Elektro-Antrieb eben.

287 Kilometer Reichweite (WLTP) versprach die Zoe bei vollem 41-kWh-Akku, nach realen 215 Kilometern wies die Anzeige noch 15 Rest-Kilometer bzw. fünf Prozent Ladung aus. Das bedeutet eine echte Reichweite bei Minusgraden von 230 Kilometern. Das passt.

Neben dem Smart EQ ist die Zoe aktuell das einzige E-Auto, das mit 22 kW via Onboard-Lader geladen werden kann. Jaguar I-Pace, Nissan Leaf, Hyundai Kona, Kia Niro usw. schaffen maximal 7,2 kW. Wer die Ladezeit verkürzen will, muss mit diesen Modellen teure Schnelllader (Gleichstrom) ansteuern.

Fazit: Renault konzentrierte sich auf die Technik und erntet dafür Lob. 230 garantierte Kilometer im Winter sind eine Ansage. Preislich ist die Zoe im unteren Segment angesiedelt – im Vergleich zu anderen E-Autos. Wem das Design gefällt, fährt mit der Zoe bestens.

 

Renault Zoe R110 Limited

Preis: ab 34.890 Euro
OÖN-Testwagen 35.956 Euro

Motor: fremderregter Synchronmotor
Dauerleistung 53 kW (72 PS)
Spitzenleistung 80 kW (108 PS) von 3395 bis 10.998 1/min
max. Drehmoment 225/250 Nm von 1500 bis 3395 1/min

Akku: Lithium-Ionen
Gesamtspannung 400V
Verwendbare Speicher 41 kWh
Gewicht 305 kg

Ladezeiten
1 Phase/230V/3,7 kW 25 Std
3 Phasen/230 V/3,7 kW 15 Std
3 Phasen/400 V/22 kW 2:40 Std

Verbrauch (WLTP)
Mix 17,8 kWh/100 km
OÖN-Test 18,8 kWh/100 km

Reichweite:
Werksangabe 300 km
OÖN-Test 230 km

Fahrleistungen: 0 auf 100 km/h in 11,4 sec
Spitze 135 km/h

Abmessungen & Gewichte:
L/B/H 4085/1730/1562 mm
Leergewicht 1575 kg
Zuladung 379 kg
Kofferraum 338 - 1225 Liter

Garantie: 4 Jahre, Akku: 8 Jahre/ 160.000 km (66 % Kapazität)

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Artikel Carsten Hebestreit 07. Januar 2019 - 00:04 Uhr
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