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Nissan Leaf ZE1: Für E-Auto-Muffel wird es langsam eng

Der Weltbestseller Nissan Leaf ZE1 ist alltagstauglich, erschwinglich – und macht Spaß.

Für E-Auto-Muffel wird es langsam eng

Während das Vorgängermodell noch hässlich war, präsentiert sich der aktuelle Nissan Leaf in elegantem Design. Bild: Nissan

Mitglieder der Neigungsgruppe Tesla sind erleichtert. Dem US-Unternehmen ist es endlich gelungen, die Produktion seines Model 3 hochzufahren und alltagstaugliche Elektromobilität ab 2019 auch für den gehobenen Mittelstand leistbar zu machen.

Besitzern des Nissan Leaf kostet diese Nachricht ein müdes Lächeln. Denn Europas meistverkauftes Elektroauto hat die Ankunft in der Mitte der automobilen Gesellschaft längst geschafft. Die aktuelle Modellversion Leaf ZE1 (seit Jänner erhältlich) kostet in der preisgünstigsten Version 35.600 Euro und fährt mit einer Stromladung realistische 270 Kilometer weit.

Für E-Auto-Muffel wird es langsam eng

270 Kilometer realistische Reichweite genügen im Alltag der allermeisten.

Alltagstaugliche Reichweite

Womit wir gleich beim Kern des Pudels wären: Ist diese Reichweite denn alltagstauglich? Handelsreisende und TDI-Fetischisten werden heftig den Kopf schütteln. Wir hingegen behaupten nach zweiwöchigem Test: Für Durchschnittsfahrer reicht dieser Radius vollkommen. Ein Ausflug vom heimatlichen Salzkammergut in den Böhmerwald hat uns überzeugt. Vorbei die Zeiten, in denen die Heizung abgeschaltet werden musste, um ohne Ladestopp wieder nach Hause zu kommen.

Für E-Auto-Muffel wird es langsam eng

Geladen wird vorne

 

Auch optisch lassen E-Autos die Pubertät hinter sich. Während die schrille Vorgängerversion des Leaf noch hässlich war wie ein Nacktmull, passt sich die aktuelle Ausgabe des Japaners dem Geschmacksempfinden erwachsener Europäer stilsicher und souverän an.

Über den Fahrspaß, den Elektroautos bieten, wurde an dieser Stelle bereits viel geschrieben. Der Leaf legt hier noch ein Schäuflein drauf. Nicht nur, weil die Ingenieure in Yokohama gegenüber der Vorgängerversion 30 Kilowatt Motorleistung draufpackten und der Leaf nun in knapp acht Sekunden von null auf 100 beschleunigt, sondern weil sie dem Auto auch noch ein "E-Pedal" verpassten. Per Knopfdruck verwandelt sich das, äh, Gaspedal damit auch in ein effektives Bremspedal. Wer den Fuß hebt, verzögert das Auto (und rekuperiert) so stark, dass das echte Bremspedal überflüssig wird. Das löst Ehrgeiz aus und verführt zum vorausschauenden Gleiten – frei nach dem Motto: Wer die echte Bremse braucht, hat verloren.

Für E-Auto-Muffel wird es langsam eng

Alles drin, alles dran: Die Serienmitgift des Nissan Leaf kann sich sehen lassen.

Semi-autonomes Fahren

Ab der Ausstattungsvariante "N-Connecta" gibt der Leaf den Blick in die automobile Zukunft frei. Der Fahrmodus "Propilot" kombiniert auf der Autobahn den Tempomaten mit automatischer Abstands- und Spurhaltung. Man könnte fast schon "autonomes Fahren" dazu sagen. Ähnliches gilt für die Einparkautomatik.

Gerüchten zufolge bietet Nissan den Leaf im kommenden Jahr auch mit einer 60-kWh-Batterie und stärkerem Motor an. Die Rede ist von realistischen 360 Kilometern Reichweite. Für E-Auto-Muffel wird es langsam eng.

Für E-Auto-Muffel wird es langsam eng

Übersichtliches Cockpit

 

Nissan Leaf Tecna

Preis: ab 35.600 Euro (Acenta), Preis Testauto 42.100 Euro

Motor: elektrisch
Leistung 110 kW (150 PS) bei 3283 bis 9795 U/min
max. Drehmoment 320 Nm bei 3283 U/min

Verbrauch (NEFZ)
OÖN-Test 15,1 kWh
Reichweite offiziell 350 km
Reichweite im Test 270 km

Batterie: Lithium-Ionen, Kapazität 40 kWh

Antrieb: Vorderradantrieb stufenlose Automatik

Fahrleistungen: Spitze 144 km/h
Beschleunigung von 0 auf 100 km/h 7,9 Sek.

Abmessungen & Gewichte:
L/B/H 4490/1788/1530 mm
Leergewicht 1580–1640 kg
Zuladung 355–415 kg
Kofferraum 385 Liter

Garantie: drei Jahre

Plus: satte Straßenlage und im Vergleich zum Vorgängermodell ein ansehnliches Design.

Minus: Der Leaf ist zu mitteilsam. Die vielen akustischen und optischen Infos nerven.

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Artikel Edmund Brandner 02. Januar 2019 - 00:04 Uhr
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