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Mercedes-AMG E43: Der dezente und luxuriöse Kraftprotz

Der Mercedes-AMG E43 ist eine faszinierende Sport-Limousine, die aber sehr teuer ist.

Der dezente und luxuriöse Kraftprotz

Das Herz der Performance-Limousine ist ein V6-Biturbo-Benziner mit 401 PS, der dem 1,8-Tonner ordentlich Beine macht Bild: Mercedes-Benz

Die Daimler-Tochter AMG ist für die Hochleistungsmodelle von Mercedes zuständig. Die Ingenieure in Affalterbach, 20 Kilometer vom Daimler-Hauptsitz in Stuttgart-Untertürkheim entfernt, machen einen hervorragenden Job. Im Vorjahr, zum 50. Geburtstag von AMG, wurden erstmals mehr als 100.000 Performance-Autos verkauft; 131.970 Stück waren es genau – ein Plus von 33 Prozent zum Jahr davor.

Maßgeblich zu diesem Zuwachs haben die so genannten "Entry Performance"-Modelle beigetragen. Gemeint sind damit die "kleinen" AMG-Modelle, die 43er mit dem V6-Benziner. Sie sind dezente Gentleman-Sportler – und nicht so ungehobelt wie die AMG-Flitzer mit dem V8-Motor. Das beweist etwa der Mercedes-AMG E 43 4MATIC.

Design: Die Optik ist nicht übertrieben sportlich gehalten. Die Frontschürze, der Grill mit den verchromten Spitzen und der Mini-spoiler auf dem Kofferraumdeckel tragen nicht dick auf, sie weisen eher dezent darauf hin, was da unter der Haube steckt.

Der dezente und luxuriöse Kraftprotz

Innenraum: Im feinen Innenraum herrscht Opulenz vor – und es sind viele kleine Details, die den Fahrgastraum so besonders machen. Dazu zählen etwa die roten Sicherheitsgurte, die spezielle Pedalerie oder die schwarze Dachverkleidung. Wunderbar in der Hand liegt das dicke, unten abgeflachte Lenkrad – was eh gut ist, denn man sollte das Volant stets mit beiden Händen fest im Griff haben. Einen römischen Einser verdienen die Sitze, die viel Seitenhalt bieten.

Der dezente und luxuriöse Kraftprotz

Fahrwerk: Im Vergleich zu den "zivilen" E-Klasse-Modellen ist der kleine AMG natürlich straffer abgestimmt – selbst, wenn die Luftfederung im "Komfort"-Modus arbeitet. Die Sport-Limousine ist aber dabei stets sehr komfortabel, auch Langstrecken sind kein Problem.

Die Lenkung ist direkt und präzise, Lastwechsel lassen das Heck kalt. Und da der Allradantrieb sehr hecklastig ausgelegt ist (31 Prozent des Antriebsmoments gehen nach vorne und 69 Prozent nach hinten), sind Traktion, Fahrdynamik und Querbeschleunigung perfekt.

Der dezente und luxuriöse Kraftprotz

Motor: Herz der Performance-Limousine ist ein V6-Benziner mit 401 PS, der von zwei Turboladern beatmet wird. Der Biturbo klingt kernig, ohne dabei jedoch zu aufdringlich zu sein. So richtig zur Sache geht es bei hohen Drehzahlen. Der Sechszylinder harmoniert perfekt mit der 9-Gang-Automatik, die sanft und schnell zugleich schaltet. Wer die Gänge lieber manuell sortiert, kann mit den Schaltwippen hinterm Lenkrad "flippern". Wer den Gasfuß zügelt, kommt im Schnitt mit 9,4 Liter aus – was ein guter Wert ist angesichts von Leistung und Gewicht. Geht man es wilder an, sind zweistellige Verbräuche klarerweise schnell erreicht.

Fazit: Der Mercedes-AMG E43 ist ein dezenter und luxuriöser Kraftprotz, der mit faszinierender Technik aufwartet. Das alles hat natürlich seinen Preis. Ärgerlich ist, dass der AMG trotz des sehr hohen Listenpreises nicht großzügig ausgestattet ist. Entsprechend umfangreich ist daher die Aufpreisliste.

 

Mercedes-AMG E 43 4MATIC

Preis: ab 93.800 Euro
OÖN-Testwagen 126.426 Euro

Motor: V6-Benziner mit zwei Turbolader
Hubraum 2996 ccm
Leistung 295 kW (401 PS) bei 6100 U/min
max. Drehmoment 520 Nm bei 2500 bis 5000 U/min

Verbrauch (MVEG)
Stadt/Land/Mix 10,9/6,7/8,2
OÖN-Test 9,4
Tank/Kraftstoffart 66 l/Super

Umwelt: Euro-6
CO2-Ausstoß 189 g/km

Antrieb: Allrad
Getriebe 9-Gang-Automatik

Fahrleistungen:
0 auf 100 km/h in 4,6 sec
Spitze 250 km/h (abgeregelt)

Abmessungen & Gewichte:
L/B/H 4923/1852/1468 mm
Radstand 2939 mm
Leergewicht 1840 kg
Zuladung 575 kg
Kofferraum 540 Liter
Anhängelast gebr. 2100 kg

Garantie: 4 Jahre/120.000 km

Plus: Großartige Fahrleistungen bei verträglichem Verbrauch, uneingeschränkte Alltagstauglichkeit, dezent im Auftritt

Minus: Sehr hoher Preis, lange Aufpreisliste

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Artikel Clemens Schuhmann 11. März 2018 - 00:04 Uhr
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