Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Mittwoch, 14. November 2018, 21:02 Uhr

Linz: 5°C Ort wählen »
 
Mittwoch, 14. November 2018, 21:02 Uhr mehr Wetter »
Anzeigen  > Motor  > Auto-Tests

BMW i8 Roadster: Ein ganz schön schräges Auto

Der BMW i8 Roadster elektrisiert Fahrer, Passagier und externe Beobachter.

Ein ganz schön schräges Auto

Die Fahrspaß-Skala bei diesem BMW ist nach oben offen – die Roadster-Variante des futuristischen i8 ist ein besonderer Blickfang. Bild: Werk

Der BMW i8 hat zwar schon fünf Produktionsjahre auf seinem Tacho, er schaut aber immer noch aus wie ein Download aus einem Science-Fiction-Computerspiel. Gemeinsam mit der dezenten Modellpflege, bei der man sich vor allem auf das Zuspitzen von Benzin- und Strom-Aggregat konzentrierte – herausgekommen ist mehr Schmalz (Systemleistung 374 PS) und mehr rein elektrische Reichweite (rund 40 Kilometer) –, wurde jetzt auch endlich eine Roadster-Version nachgereicht. Die Skala der Fahrfreude ist hier im wahrsten Sinn des Wortes nach oben offen. Das lautlose Dahingleiten hat dieser i8 dabei genauso drauf wie das martialische Auf-und-davon-Krachen. Im Test sollten dann auch ein häufig gehörter Vorwurf unter die Räder kommen, dass mit diesem BMW keine spektakulären Drifts möglich seien.

Ein ganz schön schräges Auto

Keine Heckschleuder

Es stimmt schon: Auf trockener Fahrbahn liegt diese bayerische Flunder wie ein Brett, bevor er in der Kurve den Popo raushängen lässt, verliert die Vorderachse ihre Bodenhaftung. Die etwas schmäleren Vorderräder und die Motoren-Konfiguration (an der Vorderachse arbeitet der 143 PS starke Elektromotor, hinten der Dreizylinder-Benziner, der aus 1,5 Liter Hubraum 231 PS quetscht) verhindern, dass der i8 so schnell zur Heckschleuder wird. Was ja im Sinne des Handlings sehr gut ist.

Winter und der "Querverkehr"

Benzinbrüder, die ab und zu einmal ganz gerne quer daherkommen (natürlich nicht auf öffentlichen Straßen), können das aber auch in diesem Auto zuwege bringen. Im OÖN-Praxis-Test zeigte der i8 jedenfalls ziemlich spektakuläre Drifts. Das Lenkrad haben wir dabei in die Hände von Patrick Winter gelegt, der im ÖAMTC-Fahrtechnik-Zentrum Marchtrenk als Instruktor und "Streetworker" im Dienste der Verkehrssicherheit arbeitet. Für die OÖN lebte er als "Driftwinkel-Advokat" im i8 seine Motorsport-Leidenschaft aus, mit der er früher in der Rallyeszene Aufsehen erregte. "Leicht ist es nicht, dieses Auto aus der Balance zu bringen, aber es macht Spaß", war sein Fazit nach etlichen Runden auf der Kreisbahn, deren Asphalt wir brav bewässert hatten, um beim Driften die Reifen des Testautos nicht zu verbrennen.

Zurück zum Thema: Dieses heißt beim i8 Roadster vor allem Plug-in-Hybrid. Allzu viele Sportautos, die man auch an der Steckdose auftanken kann, gibt es ja noch nicht. BMW hat mit dem i8 in diesem Segment ein recht überzeugendes Statement abgegeben. Das Teamwork von Benziner und E-Motor funktioniert perfekt, wobei der Verbrennungsmotor der klare Boss dieser Vernunftehe ist.

Ein ganz schön schräges Auto

Die Stromreichweite ermöglicht ein leises (und umweltfreundliches) Cruisen in der Stadt beziehungsweise beim Kurzstrecken-Pendeln. Da beim Roadster auf die beiden Notsitze im Fond verzichtet wird, gibt es sogar einen passablen Stauraum.

Dresscode: Hose

Wie gut das Design als Blickfang wirkt, merkt man bei jedem Tankstopp. Augenzeugen nähern sich mehr oder weniger unauffällig dem i8, zücken ihre Handys und beobachten dieses Auto ausschließlich mit bewundernden Blicken. Die Augen werden noch größer, wenn sich die Schmetterlingstüren öffnen.

Es empfiehlt sich daher, das Ein- und Aussteigen ohne Publikum zu üben, damit es dann in der Öffentlichkeit halbwegs geschmeidig funktioniert. BMW-i8-Dresscode für Frauen (ausgenommen It-Girls mit Hang zum Exhibitionismus vielleicht): Hose.

> Video: Ein "Beweisvideo" vom Drift-Experiment beim ÖAMTC in Marchtrenk finden Sie hier:

 

BMW i8 Roadster

Preis: ab 161.500 Euro
OÖN-Testwagen 179.086 Euro

Otto-Motor: 3-Zylinder-Benziner
Twin-Turbo
Hubraum 1499 ccm
Leistung 170 kW (231 PS) bei 5800 U/min
max. Drehmoment 320 Nm bei 3700 U/min

Elektro-Motor:
Leistung 105 kW/143 PS bei 4800 U/min
max. Drehmoment 250 Nm
Systemleistung 275 kW/374 PS

Verbrauch (NEFZ)
Mix 2,1 l
OÖN-Test 5,8 l
Tank/Kraftstoffart 30 l/Benzin

Umwelt: Euro-6
CO2-Ausstoß 46 g/km

Antrieb: Hybridspezifischer Allrad (Verbrennungsmotor Heck, Elektromotor Front)
Getriebe 6-Gang-Automatik

Ladezeit: 3 h (16 A/230 V)
4,5 h (Haushaltssteckdose)

Fahrleistungen:
0 auf 100 km/h 4,6 sec
Spitze 250 km/h (abgeriegelt)

Abmessungen & Gewichte:
L/B/H 4689/1942/1291 mm
Radstand 2800 mm
Leergewicht 1595 kg
Zuladung 370 kg
Kofferraum 88 Liter

 

Kommentare anzeigen »
Artikel Christoph Zöpfl 03. November 2018 - 00:04 Uhr
Mehr Auto-Tests

Peugeot 508 GT: Achtung, fertig – los geht die Reise

Das scheinbar langweilige Design des Peugeot 508 GT verzückt letztendlich vollends.

Mercedes-Benz S 560 L 4matic: Ein Wellness-Tempel auf vier Rädern

Die Mercedes-Benz S-Klasse setzt neue Maßstäbe bei Technik, Effizienz und Komfort.

Mazda 6 Sport Combi: Dieser Kombi lässt kaum Wünsche offen

Der aufgefrischte Mazda 6 Kombi glänzt mit einer feinen Motor-Getriebe-Kombination.

Cooper-D: Mini macht auf Sparmeister

Die neue Diesel-Generation des Standard-Mini ist ein genügsamer Zeitgenosse.

Großer Sport: Der Insignia als GSi

Opel verpasst seinem Top-Modell ein neues Niveau von Dynamik und Eleganz.
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS