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218i Gran Tourer: BMW und das unbeliebte F-Wort

Der 218i Gran Tourer ist ein Familien-Van, doch vermeiden die Münchner, dies zu erwähnen.

BMW und das unbeliebte F-Wort

Bis zu 1905 Liter Ladung kann der 218i Gran Tourer aufnehmen. Modelle mancher Mitbewerber können diesbezüglich einpacken. Bild: BMW

Und jetzt auch noch der Gran Tourer. Was man mit ihm tun kann? Na, auf Reisen gehen. Wer? Bis zu sieben Leute (Nummer sechs und sieben sollten freilich jünger – sprich: kleiner – sein, logisch). Also Familien. Oder doch nicht? BMW schreibt im Prospekt nur von "Weil Freude mehr wird, wenn man sie teilt". Und zeigt fröhliche Acht- bis Zehnjährige. Das Wort "Familie" kommt nicht vor. Im Pressetext finden wir ein Mal "Motorenfamilie", mehr nicht. Eltern plus Kinder? Fehlanzeige!

Da keimt die Vermutung auf, Familie passt nicht zum sportlichen BMW-Image. Als wären Familien(väter) nicht gerne etwas sportlicher unterwegs. Der 2er Gran Tourer – wir durften das 218i-Modell fahren – jedenfalls ist ein Familien-Minivan durch und durch. Und das ist ja beileibe kein Nachteil.

Design: BMW schafft es, den Minivan äußerlich so zu verpacken, dass die typischen BMW-Gene auf den ersten Blick sichtbar werden. Motto: Praktisch ist er, sportlich sowieso. Auffallend sind die Scheinwerfer, die sich weit nach hinten ziehen. LED-Technik ist – typisch BMW – aufpreispflichtig. Der breite, dreigeteilte Lufteinlass reicht nun über die gesamt Front.

Innenraum: Einmal BMW, immer BMW. Dreh-/Drück-Regler, großes Info-Display, kleiner Ganghebel, breites Klima-Bedienfeld, Taster am Lenkrad – alles drin, alles dran. Premium-Qualität inklusive.

Praktisch ist, dass die zweite Sitzreihe in der Längsrichtung verschiebbar ist und die Sitzlehnen im Verhältnis 40:20:40 umklappbar sind (Drei Kindersitze passen nebeneinander hinein). Optional liefern die Münchner den Gran Tourer mit zwei Sitzen im Heck, die sich mit einem Handgriff im Boden verstecken lassen. Wie geschrieben: Passagiere sechs und sieben sollten von eher kleinerer Statur oder die Fahrt von kurzer Dauer sein.

BMW und das unbeliebte F-Wort

Ausgezeichnet ist das Ladevolumen. Zwischen 645 und 1905 Liter packt der 2er Gran Tourer. Viel Raum – für Familien.

Fahrwerk: Da klappert nichts, da scheppert nichts – der 2er liegt satt auf dem Asphalt. Flotte Kurven? Kein Problem!

Motor: Apropos Sportlichkeit: Der 218i wird von einem 1,5-Liter-Dreizylinder befeuert. 140 PS produziert das Triebwerk. Hört sich nach viel Leistung an, aber just hier ziehen wir Punkte ab. Drehfreudig im oberen Bereich, wirkt der Benziner unten herum etwas schlapp. Für 630 Kilogramm Zuladung und 735 bzw. 1500 Kilogramm Anhängelast empfiehlt sich der 220i (2,0 4-Zylinder, 192 PS).

Fazit: Der Gran Tourer parkt zu Recht im Segment der Familienvans. Praktisch eingerichtet, sehr viel Laderaum, Top-Premium-Qualität. Und all dies zu einem vernünftigen Preis (Es muss beispielsweise kein M-Sport-Paket sein wie im OÖN-Testwagen).

 

BMW 218i Gran Tourer

Preis: ab 32.700 Euro
OÖN-Testwagen 54.826 Euro

Motor: Dreizylinder-Reihenmotor
TwinPower-Turbo
Hubraum 1499 ccm
Leistung 103 kW (140 PS) zwischen 4500 – 6500 1/min
max. Drehmoment 220 Nm zwischen 1480 – 4200 1/min

Verbrauch (NEFZ)
Stadt/Land/Mix 7,3/4,9/5,8
OÖN-Test 7,5
Tank/Kraftstoffart 51 l/Super

Umwelt: Euro-6
CO2-Ausstoß 132 g/km

Antrieb: Front
Getriebe 7-Gang-DKG

Fahrleistungen: 0 auf 100 km/h in 9,8 sec
Spitze 205 km/h

Abmessungen & Gewichte:
L/B/H 4568/1800/1608 mm
Radstand 2780 mm
Leergewicht (EU) 1515 kg
Zuladung (DIN) 630 kg
Kofferraum 645 - 1905Liter
Anhängelast gebr. 1500 kg
ungebremst 735 kg

Garantie: 2 Jahre

Plus: Typisches BMW-Design und -Interieur mit Top-Qualität, viel Raum für Passagiere und Gepäck

Minus: Dreizylinder im unteren Drehzahlbereich etwas schwach

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Artikel Carsten Hebestreit 03. Oktober 2018 - 00:04 Uhr
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