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Drei Wissenschaftler in zwei Generationen einer Familie

LINZ/KLAGENFURT. Schon als Kleinkinder haben Johannes und Georg ihren Vater an seinen Arbeitsplatz, die Uni, begleitet. Dass nun – nur zwei Jahrzehnte später – alle drei Männer der Familie Kofler wissenschaftlich tätig sind, ist dennoch eine Ausnahme.

Johannes, Herbert, Georg Kofler (v.l.), Mutter Margit Bild: privat

Der März wird für Herbert und Margit Kofler ein Feier-Monat: Am 4. hält der ältere Sohn, Georg, seine feierliche Antrittsvorlesung an der Kepler Uni in Linz. Er ist seit wenigen Wochen Professor für Finanz- und Steuerrecht an der Uni in Linz – dort wo er 1996 seine Studien begann. Georg studierte Jus und Betriebswirtschaft in Linz, später an der School of Law in New York.

Johannes, der jüngere, wird am 12. mit einer Sub-auspiciis- Promotion seine universitäre Ausbildung abschließen. Der 28-Jährige hat in Linz Technische Physik studiert und sein Doktoratsstudium an der Uni in Wien absolviert. Den Sub- auspiciis-Ehrenring aus den Händen des Bundespräsidenten erhalten jene, die ab der Oberstufe nur ausgezeichnete Lernerfolge erzielten und alle Uni-Prüfungen mit „Sehr gut“ abschlossen. Pro Jahr sind das österreichweit etwa zehn Absolventen.

Magister-Vater von Grasser

Vater Herbert Kofler selbst ist gebürtiger Linzer und hat 1986 den Ruf an die Universität Klagenfurt angenommen. Er lehrt Betriebswirtschaftslehre, ist Steuerberater und hat zahlreiche Aufsichtsratsmandate. „Mein sinnvollstes Amt ist jedoch das des Großvaters“, sagt Kofler. Sohn Georg ist seit zehn Monaten Vater eines Sohnes.

Einer breiten Öffentlichkeit wurde er als Magister-Vater des damaligen Finanzministers Karl-Heinz Grasser und dann als Vorsitzender der Steuerreformkommission unter der schwarz-blauen Regierung bekannt. In der Pension könnte sich der bald 60-Jährige vorstellen, wieder ins Mühlviertel zu übersiedeln.

Welche Faktoren aus dem Elternhaus dafür ausschlaggebend waren, dass beide Kinder eine wissenschaftliche Karriere anstrebten, sei nicht so einfach zu beantworten, sagt der stolze Vater. „Es wurde am Mittagstisch und beim Abendessen immer viel diskutiert. Alltagsfragen wie Fortgehen, Politik, Religion, alles war ein Thema. Bei Konflikten wurde rational diskutiert und um die besseren Argumente gerungen“, berichten beide Söhne unabhängig voneinander.

Diese Übungen hätten Neugier und das Hinterfragen von allen möglichen Dingen gefördert. Das sei die Basis für wissenschaftliches Arbeiten, berichtet Johannes.

Natürlich habe Bildung und Leistung eine wichtige Rolle gespielt. „Der Zeugnistag war immer wichtig und wurde als Festtag gefeiert. Es gab viel Lob für gute Noten“, erinnert sich der Vater.

Bis zur Matura war auch Georg auf Sub-auspiciis-Kurs. „Aber schon im ersten Unisemester war das Thema erledigt“, sagt er lachend. Sein Bruder wusste seit seinem 12. Lebensjahr „dass es das gibt“ und dass das für ihn erstrebenswert sei. „Am schwierigsten war es im ersten Studienabschnitt. Da habe ich taktisch lernen müssen und manches Gut in Teilprüfungen akzeptieren müssen, um mich auf entscheidende Prüfungen vorbereiten zu können.“

Arbeiten im Ausland

Johannes, der an der Akademie der Wissenschaften Quantenphysik forscht, muss bald den für eine wissenschaftliche Karriere nötigen Schritt ins Ausland tun. „Im Frühling werde ich Bewerbungen verschicken.“ Georg ist aus dem Ausland wieder zurück. Statt einem Ruf nach Nürnberg zu folgen, ging er zurück nach Linz, als sich Nachwuchs ankündigte. „New York ist kein Ort, an dem ein Kleinkind aufwachsen soll“, sagt der 31-Jährige.

Obwohl mit großen Talenten ausgestattet, sagen Johannes und Georg, auch das Gefühl des Scheiterns zu kennen. „Das gehört bei Forschungsprojekten dazu“, sagen beide fast wortgleich.

Den Eltern war wichtig, ihren Kindern „seelische Stabilität, die Fähigkeit mit beiden Beinen im Leben zu stehen und dass das Leben nicht nur aus Arbeit besteht“ zu vermitteln. Ein Erfolgsrezept sei sicherlich gewesen, dass „vor allem meine Frau sehr konsequent war,“ sagt Herbert Kofler über seine Frau, die nicht berufstätig ist.

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Artikel 07. Februar 2009 - 00:04 Uhr
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