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Abenteuerlust: Mit dem Zug nach Südkorea zum Auslandsstudium

HAGENBERG. FH-Student absolvierte Praktikum in den USA und fuhr mit Zug nach Seoul zur Uni

Freninger mit Freund in einer Koje der dritten und günstigsten Klasse im Zug nach Taschkent. Bild: privat

Zuerst waren es Innsbruck und Hagenberg, dann die USA und jetzt Südkorea: Der Tiroler FH-Student Patrick Freninger ändert gerne – und in kurzen Abständen – sein Umfeld.

Es sind aber nicht nur die Auslandserfahrungen, die den 24-Jährigen regelmäßig in die Ferne ziehen. „Wenn man von seiner gewohnten Umgebung getrennt ist, lernt man viel leichter neue Freunde kennen“, sagt der Innsbrucker, der nach Abschluss der HTL an der Fachhochschule in Hagenberg ein Bachelorstudium „Hardware-Software-Design“ begonnen hat.

Von Hagenberg nach Princeton

Und wie kam’s dann dazu, dass der Student in dieser Zeit einen der begehrtesten Praktikumsplätze in den USA – bei Siemens Corporate Research – ergattern konnte? Die Antwort darauf klingt relativ simpel: Er richtete sich an Werner Kurschl von der Abteilung Software Engineering an der FH Hagenberg. Dieser habe ihm schließlich die Halbjahres-Praktikumsstelle im größten Forschungszentrum von Siemens außerhalb Europas vermittelt.

Ab März dieses Jahres durfte Freninger in Princeton gleich mit anpacken, wie er erzählt: „Ich habe in einem sechsköpfigen Team am JavaScript-Frontend für einen Prototypen gearbeitet. Da es sich um ein recht neues Forschungsprojekt und ein kleines Team handelte, hatten die Praktikanten viel Mitspracherecht und Gestaltungsspielraum. „Wir konnten unsere eigene Arbeit firmenintern sogar selbst präsentieren.“ Der von Freninger und seinen Kollegen entwickelte Prototyp zur Städteplanung stecke zwar „noch in den Kinderschuhen“, könnte aber dennoch demnächst in der Praxis verwendet werden. Freninger hatte doppelt Glück: Aufgrund seines stattlichen Praktikums-Gehalts („Wir hatten genug Geld für ein Appartement und einen Leihwagen“) habe er sich neben der Arbeit auch das Land anschauen können. „Es hat schon etwas, fast jede Woche auf dem Highway nach New York zu fahren und diese großartige und interessante Stadt zu genießen“, schwärmt der Programmierer auch von den kulturellen Besonderheiten des Kontinents.

Wieder daheim in Österreich, widmete sich der leidenschaftliche Paartänzer und Hobbyfotograf wieder seinem Studium. Er schloss „Hardware-Software-Design“ mit Auszeichnung ab und startete ein weiterführendes Masterstudium.

23-tägige Zugfahrt nach Seoul

Währenddessen plante Freninger freilich bereits den nächsten Auslandsaufenthalt – und zwar, das heurige Wintersemester an der Sungkyunkwan University in Seoul zu studieren. Weil man sich, wie er sagt, beim Auslandsstudium „Softskills – angefangen von interkulturellem Verständnis zu besseren Englischkenntnissen – aneignen“ könne. Dass seine Wahl auf Korea gefallen ist, habe „rein praktische Gründe“ gehabt, sagt der 24-Jährige: „Die Uni dort hat einen guten Ruf, und das Englischniveau ist vergleichsweise hoch.“

Dass Freninger die Anreise nutzte, um weitere Auslandseindrücke „aufzusaugen“, verwundert nicht. Gemeinsam mit einem Freund flog er nach Moskau. Dort stiegen die beiden auf den Zug um. 23 Tage lang bummelten sie durch Kasachstan nach Taschkent in Usbekistan. Und von dort ging’s mit dem Bus weiter über Nordwestchina nach Peking. Und zu guter Letzt setzten sie mit der Fähre nach Incheon (Südkorea) über.

Ob ihn seine berufliche Laufbahn auch künftig in die weite Welt bringen wird, steht noch in den Sternen. Ausgeschlossen ist es aber nicht, schließlich will Freninger „eine Karriere als Wissenschafter an einer Uni“ einschlagen.

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Artikel Gerhild Niedoba 15. Oktober 2013 - 00:04 Uhr
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