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Immobilien

Holz-Hybrid: Ein bisschen wie Lego

Von Tobias Hagleitner   18. März 2017 00:04 Uhr

Holz-Hybrid: Ein bisschen wie Lego
So wurde der Life Cycle Tower in Dornbirn errichtet.

WELS. Die zehnte Ausgabe des Dialogs Holzbau lotete Möglichkeiten moderner Mischbauweise aus.

Der Dialog Holzbau, als Szenetreff der Holzwirtschaft bekannt, öffnete sich in diesem Jahr der Partnerbranche, die sich normalerweise auf das massive Bauen mit Beton und Ziegeln konzentriert. Bei der Tagung, diesmal im Rahmen der Welser Handwerksmesse, sollte das Potential von Holz-Hybriden, also Mischbauweisen aus Holz mit Beton oder Stahl, ausgelotet und diskutiert werden.

Die Organisation proHolz Oberösterreich und die Landesinnung Holzbau hatten mit dem Vorarlberger Bauingenieur und Industriellen Hubert Rhomberg einen Vortragenden eingeladen, der in Sachen hybrider Bautechnologie derzeit als Visionär gilt. Mit dem Life Cycle Tower in Dornbirn (Architekt Hermann Kaufmann) hat die international tätige Rhomberg Group bereits vor fünf Jahren einen spannenden Prototypen realisiert.

Revolution des Bauens

An dem Bauwerk sind einige Elemente jener Zukunft bereits zu erkennen, die der Hauptredner vor knapp 300 Gästen eindringlich ausbreitete. Nichts weniger als eine Revolution des Bauens sieht der Bregenzer Unternehmer auf die Branche zukommen, die in Wirklichkeit, und vor allem in den boomenden Stadtregionen dieser Welt, bereits im Gange sei.

Unter dem Motto "vom Ego- zum Legoprinzip" ging Rhomberg der Frage nach, wie die Baubranche ihren überhöhten Ressourcenverbrauch und das immense Transportaufkommen weltweit eindämmen und zugleich den Herausforderungen der rasant zunehmenden Digitalisierung und Robotisierung bei gleichzeitigem Bevölkerungswachstum positiv begegnen kann.

Der Manager nimmt Lego als Beispiel für die Bauprozesse der Zukunft. Mit einfach handhabbaren Modulen werden verschiedenste Bauaufgaben erfüllt. In offenen Planungsprozessen würde die standardisierte Produktion immer weiter optimiert und wie ein Computerprogramm stets aktualisiert.

Eine entscheidende Rolle spielt in dieser Vision der Baustoff Holz. In Kombination mit Stahlbeton hilft er Materialvolumen und Gewicht zu verringern. Holz bindet CO2 (Kohlendioxid) und ist recyclingfähig, was den ökologischen Rucksack leichter macht.

Einfach, schnell und sauber

Das nachwachsende Material lässt sich einfach bearbeiten und verbinden und ist damit ideal zur Vorfertigung und schnellen Montage. Am Ende ihrer Lebensdauer lassen sich die intelligent verbundenen Werkstoffe zudem sauber trennen und ersetzen oder verwerten.

Bei der anschließenden Diskussion auf dem Podium wurde die Vision auf konkrete Umsetzbarkeit in Oberösterreich abgeklopft.

Dass hybride Bauweisen im Land bereits Anwendung finden, legte Susanne Seyfert, Co-Architektin der Linzer Anton Bruckner Privatuniversität, dar: Die Außenwände des Stahlbetonbaus sind aus Holz konstruiert. Landeshauptmann-Stellvertreter Thomas Stelzer betonte, dass der Holz-Hybridbau für das waldreiche Oberösterreich mit hochwertigen Technologie- und Baubetrieben eine große Chance sei. Überzeugt von den neuen Möglichkeiten zeigte sich auch Richard Woschitz, Tragwerksplaner des HoHo-Projekts in Wien Aspern. Es ist derzeit in Bau und wird mit 24 Geschoßen das vorerst höchste Holzhaus der Welt sein.

Auch Norbert Hartl, Innungsmeister für das Baugewerbe, und Ferdinand Reisecker, Obmann der Fachgruppe Holzindustrie, brachten sich in die Diskussion über das Potenzial des Hybrid-Baus ein.

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