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WIR SIND ZEITUNG
Texte 2020
Wir sind Zeitung 2021

Wir sind Zeitung, Teil 6

Unterricht ganz anders! Da gibt es was zu erzählen.

Folgender Beitrag wurde eingereicht von:

Name: Lena Maria Perger
Alter: 13
Schule: CMC NMS Ried in der Riedmark
Klasse: 3A

ein Text von Lena Maria Perger

Mein Morgen beginnt damit, dass ich meine beiden Töchter (8 und 12 Jahre alt) wecken gehe. Ich finde es immer schöner, wenn ich das persönlich mache, da ich so viel Zeit wie möglich live mit ihnen verbringen möchte. Auf Abruf liest der Home-Assistent (gleich mehr dazu), dann unsere To-Do-List und die Kalendereinträge dieses Tages vor. Der Home-Assistent ist eine digitale Intelligenz wie früher Alexa, Siri oder Google Assistent. Nur mit dem Unterschied, dass der Home-Assistent viel verbreiteter ist. Früher gab es, wie bereits erwähnt, mehrere Dienste. Mit der Zeit kamen allerdings viele Zusammenschlüsse großer Konzerne und Firmen, bis es eine Supermacht gab, die eben den Home-Assistent vertreibt. In ihr sind alle ohnehin schon riesigen Plattformen zusammengefasst. Amazon, Google (und alle Töchterfirmen wie YouTube, Gmail, GoogleMaps, etc.) und Facebook (Facebook an sich ist 2019/20 bereits ausgestorben, das Unternehmen lebte durch Instagram, WhatsApp, Snapchat und Co. aber weiter) sind zu der dominierenden Internetgroßmacht verschmolzen. Es gab zwar konkurrenzwürdige Startups, aber wegen des Netzwerkeffekts setzten sie sich nie durch. So kamen wir zu Monopolen im Internet, die nun noch mehr gewachsen sind. Ich persönlich wollte nie diesen Assistent haben. Anfangs war es ja auch noch eine kleine Spielerei. Mittlerweile laufen fast alle Geräte nur mehr über ihn, womit es einem quasi aufgezwungen wird, sich einen zuzulegen. In allen Räumen befinden sich Mikrophone und Lautsprecher, über die man mit dem System kommuniziert. Nebenbei ist er via Bluetooth mit allen Smartgeräten, Tabletts, etc. vernetzt. Trotzdem habe ich es arrangiert, dass Rollläden, Licht, Wasseranschlüsse, der Sicherungskasten und die Heizung manuell steuerbar sind. Die meisten Nachbarn verstehen leider nicht, warum ich das mache. Aber gerade, wo die Technik so viele Dinge übernimmt, sollte man vorsichtig sein. Jedes Mikrophon ist eine Abhörquelle, jedes elektrisch bedienbare Gerät hackbar. Jemand mit bösen Absichten und genug Wissen könnte das eigene Zuhause schnell in eine Falle umwandeln. Es gab bereits in der Vergangenheit ausreichend Möglichkeiten. Ein Film, der das wahnsinnig gut aufzeigt, ist “Der Staatsfeind Nr.1”. Auch wenn er verhältnismäßig alt ist (Erscheinungsdatum: 20. November 1998), die Mittel, die dem Staat dort zur Verfügung stehen, sind erschreckend. Dabei muss man bedenken, der Blockbuster ist jetzt 52 Jahre alt.

In der Küche angekommen setzen wir uns an einen ziemlich kargen Frühstückstisch. Es sind zum Schutz des Klimas nur mehr vegane Lebensmittel erhältlich, aufgrund der heißen Temperaturen werden jedoch die Ressourcen um diese zu produzieren immer knapper. Mein Mann kommt mit der morgendlichen Zeitung an. Als er die Schlagzeile auf dem Titelblatt sieht, schaltet er den Fernseher an, um mehr zu erfahren. Es laufen die Nachrichten mit einem erneuten Bericht über eine Naturkatastrophe. Der Klimawandel leistet alle Arbeit. Mit ernster Stimme erzählt die Nachrichtensprecherin von einer weiteren Klimaflüchtlingswelle. Durch die Erderwärmung schmelzen viele Gletscher und die Pole tauen. Das wiederum lässt den Meeresspiegel steigen und so werden immer mehr Küstengebiete unbewohnbar. Jedesmal wenn ich so etwas sehe, denke ich an meine Kindheit zurück. Die Zeit, wo all diese Probleme noch fern waren, ist nur mehr eine blasse Erinnerung. Lange kann ich jedoch nicht in Nostalgie schwelgen, denn die nächste Meldung, eine Unwetterwarnung, reißt mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Wir haben für Notfälle, die durch solche Gewitter ausgelöst werden können, vorgesorgt. Im Keller unseres Hauses, dem einzigen Ort, der nicht mit dem Home-Assistenten verkoppelt ist, stehen Kisten an Mineralwasser in Glasflaschen und ein gesamter Vorrat, der für uns vier eine Woche reicht. Alles mit den Lebensmitteln und Geräten, die der Zivilschutz vorschlägt. Zum Glück steigen mehr und mehr Menschen auf den Trend, sich vorzubereiten, auf. Es kann nie schaden Vorsorge zu treffen. Erst recht, wenn das Wetter so verrückt spielt.

Nachdem Frühstück fahre ich meine Kinder mit dem Fahrrad zur Schule. In dem Anhänger, in dem sie sitzen, gibt es eine integrierte und abnehmbare Powerbank mit der sie ihre Lerntabletts aufladen können. Sie besuchen eine Offline-Schule, in der sie zwar alles über die Tabletts machen, aber die Lehrer und Mitschüler befinden sich noch gemeinsam mit ihnen in einem Klassenzimmer und nicht in einem Chatroom. Mir war das wichtig, da ich es für fördernd für ihre soziale Entwicklung hielt, Menschen und Emotionen im echten Leben zu entdecken.

Wieder zu Hause kann ich meinem Mann gerade noch auf Wiedersehen sagen und  ihm eine gute Fahrt in die Arbeit wünschen. Er ist Landwirt und um zu dem Hof zu kommen, in dem er angestellt ist, geht er zuerst ins Stadtzentrum. Von dort aus fährt er aber nicht mit fossilen Verkehrsmitteln wie U-Bahn, Straßenbahn, Bus oder Zug. Das wichtigste öffentliche Transportmittel ist der Hyperloop. Mit Elon Musks Erfindung kommt man zwar schneller an sein Ziel, es besteht aber wie bei jeder Fortbewegungsart Unfallgefahr. Es ist aber immer noch sicherer so zu reisen als mit fliegenden Taxidrohnen oder Elektroautos. Für diese gibt es zwar noch Straßen, sie sind aber nicht mehr so populär wie vor ein paar Jahren. Über manche Strecken sind nämlich auch Mautgebühren verhängt, die die Leute zur Fahrt mit der Magnetschwebebahn bewegen sollen.

Ich selbst arbeite in meinem Homeoffice, und nutze so den Hyperloop weniger. So oder so schadet der große Energieverbrauch der Umwelt. Als Grafikdesignerin benötige ich bis auf Computer, Internet und spezielle Programme nicht viel. Gerade arbeite ich an den Plänen für ein suborbitales Transportflugzeug. Ein unheimliches Projekt, das mich stolz macht mit wirken zu dürfen. Bei einem solchen internationalen Vorhaben mitarbeiten zu dürfen ist eine große Ehre für mich. Die Putzarbeit für diesen Tag ist mit zwei Knopfdrücken auf den Wisch- und dem Staubsaugroboter auch schnell erledigt, so dass ich mich voll und ganz auf meine Arbeit fokussieren kann. Zumindest so lange bis es Mittag wird. Die Zutaten fürs Mittagessen  lasse ich mir bequem liefern. Wie nicht anders zu erwarten, kommt der Bote auf einem Fahrrad, das ein doch sehr beliebtes Transportmittel ist. Kurz darauf trifft mein Ehemann mit den Kindern ein. Wir essen heute draußen und genießen den Rest des Tages die letzten Sonnenstrahlen vor dem bevorstehenden Sturm.

So geht ein Tag im Jahr 2050 zu Ende.

Wichtige Begriffe aus diesem Text:

Netzwerkeffekt: Früher, als sich die Möglichkeiten des Internets gerade am Horizont abzeichneten und die Menschen zu verstehen begannen, welches Ausmaß dieses globale Netz auf die Welt haben wurde, gingen viele davon aus, dass die Macht der großen Konzerne durch das Internet aufgebrochen werden würde. Schließlich hebt das Netz die Regeln der physischen Welt auf. In der Theorie kann jede Plattform sofort einen internationalen Markt ansprechen. Es gibt keine Gewerbegebiete, keine Stellplätze, keine Anfahrts-und Öffnungszeiten. Jedes kommerzielle Angebot hat dieselben Mittel. Viele rechneten also mit einer nie da gewesenen Marktvielfalt und einer stätig fluktuierenden Konkurrenz, die das Geschäft belebt. Jetzt ist das Internet da und die Monopole sind fast so groß wie noch nie. Das mit der Marktvielfalt hat also nicht wirklich geklappt. Stattdessen gibt es für die meisten Bedürfnisse eine große Anlaufstelle: gekauft wird auf Amazon, gesucht wird auf Google, gewehklagt wird auf Twitter, Musik gehört wird auf Spotify, geschrieben wird auf WhatsApp, gelifestylt wird auf Instagram, Videos geschaut wird auf Youtube, gehated wird auf Facebook. Und das liegt nicht daran, dass niemand Alternativen entwickelt hat oder diese zu schlechte Features haben. Es liegt daran, dass sie vom Netzwerkeffekt geschlagen wurden. Seinen Ursprung hat dieser weit vor dem Internet. Als sich das Telefon Anfang des 20. Jahrhunderts gerade verbreitete, entschieden sich viele Leute gegen eine Anschaffung, weil noch niemand anderes eines besaß. Erst als sich langsam ein größeres Netzwerk bildete, stieg der Nutzen für die jeweilige Einzelperson. Das Telefon wurde also immer praktischer und attraktiver, je mehr Leute es besaßen. Ein sich selbst verstärkendes Medium also. Und genau so ist es heute mit Social Media. Facebook z.B. wurde nur so erfolgreich, weil fast alle es nutzten. Der Sinn es auch zu verwenden wurde dadurch größer, dass man mit jedem, den man kannte, kommunizieren konnte. Der Nutzen für eine Person hängt von der Anzahl der aktiven User ab, was im Umkehrschluss bedeutet, dass die Nachfrage von Personen abhängig von der Nachfrage anderer Personen ist. Die Konkurrenzlosigkeit kommt nicht wegen der überragenden Qualität der Plattform zustande, sondern durch den größeren Nutzen, den die User genießen.

Hyperloop: Der Hyperloop ist ein Hochgeschwindigkeitsverkehrssystem, bei dem sich Kapseln in einer weitgehend luftleeren Röhre auf Luftkissen gleitend mit nahezu Schallgeschwindigkeit fortbewegen.

Suborbitaler Transportflug: Ein suborbitaler Flug, erfolgt zu einem Teil im Weltraum. Das „suborbital“ im Namen, beschreibt nur, dass er von der Anziehungskraft des Himmelskörpers, von dem er startete, beeinflusst wird, sich dennoch nicht in dessen Umlaufbahn eingliedert. Stattdessen fällt das Flugzeug, sofern es nicht durch Triebwerke weiter der Schwerkraft entgegenwirkt, wieder zurück in Richtung Boden, auf einer parabelförmigen Bahn.

Ein Tag im Jahr 2050

Name: Lena Maria Perger
Alter: 13
Schule: CMC NMS Ried in der Riedmark
Klasse: 3A

ein Text von Lena Maria Perger

Mein Morgen beginnt damit, dass ich meine beiden Töchter (8 und 12 Jahre alt) wecken gehe. Ich finde es immer schöner, wenn ich das persönlich mache, da ich so viel Zeit wie möglich live mit ihnen verbringen möchte. Auf Abruf liest der Home-Assistent (gleich mehr dazu), dann unsere To-Do-List und die Kalendereinträge dieses Tages vor. Der Home-Assistent ist eine digitale Intelligenz wie früher Alexa, Siri oder Google Assistent. Nur mit dem Unterschied, dass der Home-Assistent viel verbreiteter ist. Früher gab es, wie bereits erwähnt, mehrere Dienste. Mit der Zeit kamen allerdings viele Zusammenschlüsse großer Konzerne und Firmen, bis es eine Supermacht gab, die eben den Home-Assistent vertreibt. In ihr sind alle ohnehin schon riesigen Plattformen zusammengefasst. Amazon, Google (und alle Töchterfirmen wie YouTube, Gmail, GoogleMaps, etc.) und Facebook (Facebook an sich ist 2019/20 bereits ausgestorben, das Unternehmen lebte durch Instagram, WhatsApp, Snapchat und Co. aber weiter) sind zu der dominierenden Internetgroßmacht verschmolzen. Es gab zwar konkurrenzwürdige Startups, aber wegen des Netzwerkeffekts setzten sie sich nie durch. So kamen wir zu Monopolen im Internet, die nun noch mehr gewachsen sind. Ich persönlich wollte nie diesen Assistent haben. Anfangs war es ja auch noch eine kleine Spielerei. Mittlerweile laufen fast alle Geräte nur mehr über ihn, womit es einem quasi aufgezwungen wird, sich einen zuzulegen. In allen Räumen befinden sich Mikrophone und Lautsprecher, über die man mit dem System kommuniziert. Nebenbei ist er via Bluetooth mit allen Smartgeräten, Tabletts, etc. vernetzt. Trotzdem habe ich es arrangiert, dass Rollläden, Licht, Wasseranschlüsse, der Sicherungskasten und die Heizung manuell steuerbar sind. Die meisten Nachbarn verstehen leider nicht, warum ich das mache. Aber gerade, wo die Technik so viele Dinge übernimmt, sollte man vorsichtig sein. Jedes Mikrophon ist eine Abhörquelle, jedes elektrisch bedienbare Gerät hackbar. Jemand mit bösen Absichten und genug Wissen könnte das eigene Zuhause schnell in eine Falle umwandeln. Es gab bereits in der Vergangenheit ausreichend Möglichkeiten. Ein Film, der das wahnsinnig gut aufzeigt, ist “Der Staatsfeind Nr.1”. Auch wenn er verhältnismäßig alt ist (Erscheinungsdatum: 20. November 1998), die Mittel, die dem Staat dort zur Verfügung stehen, sind erschreckend. Dabei muss man bedenken, der Blockbuster ist jetzt 52 Jahre alt.

In der Küche angekommen setzen wir uns an einen ziemlich kargen Frühstückstisch. Es sind zum Schutz des Klimas nur mehr vegane Lebensmittel erhältlich, aufgrund der heißen Temperaturen werden jedoch die Ressourcen um diese zu produzieren immer knapper. Mein Mann kommt mit der morgendlichen Zeitung an. Als er die Schlagzeile auf dem Titelblatt sieht, schaltet er den Fernseher an, um mehr zu erfahren. Es laufen die Nachrichten mit einem erneuten Bericht über eine Naturkatastrophe. Der Klimawandel leistet alle Arbeit. Mit ernster Stimme erzählt die Nachrichtensprecherin von einer weiteren Klimaflüchtlingswelle. Durch die Erderwärmung schmelzen viele Gletscher und die Pole tauen. Das wiederum lässt den Meeresspiegel steigen und so werden immer mehr Küstengebiete unbewohnbar. Jedesmal wenn ich so etwas sehe, denke ich an meine Kindheit zurück. Die Zeit, wo all diese Probleme noch fern waren, ist nur mehr eine blasse Erinnerung. Lange kann ich jedoch nicht in Nostalgie schwelgen, denn die nächste Meldung, eine Unwetterwarnung, reißt mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Wir haben für Notfälle, die durch solche Gewitter ausgelöst werden können, vorgesorgt. Im Keller unseres Hauses, dem einzigen Ort, der nicht mit dem Home-Assistenten verkoppelt ist, stehen Kisten an Mineralwasser in Glasflaschen und ein gesamter Vorrat, der für uns vier eine Woche reicht. Alles mit den Lebensmitteln und Geräten, die der Zivilschutz vorschlägt. Zum Glück steigen mehr und mehr Menschen auf den Trend, sich vorzubereiten, auf. Es kann nie schaden Vorsorge zu treffen. Erst recht, wenn das Wetter so verrückt spielt.

Nachdem Frühstück fahre ich meine Kinder mit dem Fahrrad zur Schule. In dem Anhänger, in dem sie sitzen, gibt es eine integrierte und abnehmbare Powerbank mit der sie ihre Lerntabletts aufladen können. Sie besuchen eine Offline-Schule, in der sie zwar alles über die Tabletts machen, aber die Lehrer und Mitschüler befinden sich noch gemeinsam mit ihnen in einem Klassenzimmer und nicht in einem Chatroom. Mir war das wichtig, da ich es für fördernd für ihre soziale Entwicklung hielt, Menschen und Emotionen im echten Leben zu entdecken.

Wieder zu Hause kann ich meinem Mann gerade noch auf Wiedersehen sagen und  ihm eine gute Fahrt in die Arbeit wünschen. Er ist Landwirt und um zu dem Hof zu kommen, in dem er angestellt ist, geht er zuerst ins Stadtzentrum. Von dort aus fährt er aber nicht mit fossilen Verkehrsmitteln wie U-Bahn, Straßenbahn, Bus oder Zug. Das wichtigste öffentliche Transportmittel ist der Hyperloop. Mit Elon Musks Erfindung kommt man zwar schneller an sein Ziel, es besteht aber wie bei jeder Fortbewegungsart Unfallgefahr. Es ist aber immer noch sicherer so zu reisen als mit fliegenden Taxidrohnen oder Elektroautos. Für diese gibt es zwar noch Straßen, sie sind aber nicht mehr so populär wie vor ein paar Jahren. Über manche Strecken sind nämlich auch Mautgebühren verhängt, die die Leute zur Fahrt mit der Magnetschwebebahn bewegen sollen.

Ich selbst arbeite in meinem Homeoffice, und nutze so den Hyperloop weniger. So oder so schadet der große Energieverbrauch der Umwelt. Als Grafikdesignerin benötige ich bis auf Computer, Internet und spezielle Programme nicht viel. Gerade arbeite ich an den Plänen für ein suborbitales Transportflugzeug. Ein unheimliches Projekt, das mich stolz macht mit wirken zu dürfen. Bei einem solchen internationalen Vorhaben mitarbeiten zu dürfen ist eine große Ehre für mich. Die Putzarbeit für diesen Tag ist mit zwei Knopfdrücken auf den Wisch- und dem Staubsaugroboter auch schnell erledigt, so dass ich mich voll und ganz auf meine Arbeit fokussieren kann. Zumindest so lange bis es Mittag wird. Die Zutaten fürs Mittagessen  lasse ich mir bequem liefern. Wie nicht anders zu erwarten, kommt der Bote auf einem Fahrrad, das ein doch sehr beliebtes Transportmittel ist. Kurz darauf trifft mein Ehemann mit den Kindern ein. Wir essen heute draußen und genießen den Rest des Tages die letzten Sonnenstrahlen vor dem bevorstehenden Sturm.

So geht ein Tag im Jahr 2050 zu Ende.

Wichtige Begriffe aus diesem Text:

Netzwerkeffekt: Früher, als sich die Möglichkeiten des Internets gerade am Horizont abzeichneten und die Menschen zu verstehen begannen, welches Ausmaß dieses globale Netz auf die Welt haben wurde, gingen viele davon aus, dass die Macht der großen Konzerne durch das Internet aufgebrochen werden würde. Schließlich hebt das Netz die Regeln der physischen Welt auf. In der Theorie kann jede Plattform sofort einen internationalen Markt ansprechen. Es gibt keine Gewerbegebiete, keine Stellplätze, keine Anfahrts-und Öffnungszeiten. Jedes kommerzielle Angebot hat dieselben Mittel. Viele rechneten also mit einer nie da gewesenen Marktvielfalt und einer stätig fluktuierenden Konkurrenz, die das Geschäft belebt. Jetzt ist das Internet da und die Monopole sind fast so groß wie noch nie. Das mit der Marktvielfalt hat also nicht wirklich geklappt. Stattdessen gibt es für die meisten Bedürfnisse eine große Anlaufstelle: gekauft wird auf Amazon, gesucht wird auf Google, gewehklagt wird auf Twitter, Musik gehört wird auf Spotify, geschrieben wird auf WhatsApp, gelifestylt wird auf Instagram, Videos geschaut wird auf Youtube, gehated wird auf Facebook. Und das liegt nicht daran, dass niemand Alternativen entwickelt hat oder diese zu schlechte Features haben. Es liegt daran, dass sie vom Netzwerkeffekt geschlagen wurden. Seinen Ursprung hat dieser weit vor dem Internet. Als sich das Telefon Anfang des 20. Jahrhunderts gerade verbreitete, entschieden sich viele Leute gegen eine Anschaffung, weil noch niemand anderes eines besaß. Erst als sich langsam ein größeres Netzwerk bildete, stieg der Nutzen für die jeweilige Einzelperson. Das Telefon wurde also immer praktischer und attraktiver, je mehr Leute es besaßen. Ein sich selbst verstärkendes Medium also. Und genau so ist es heute mit Social Media. Facebook z.B. wurde nur so erfolgreich, weil fast alle es nutzten. Der Sinn es auch zu verwenden wurde dadurch größer, dass man mit jedem, den man kannte, kommunizieren konnte. Der Nutzen für eine Person hängt von der Anzahl der aktiven User ab, was im Umkehrschluss bedeutet, dass die Nachfrage von Personen abhängig von der Nachfrage anderer Personen ist. Die Konkurrenzlosigkeit kommt nicht wegen der überragenden Qualität der Plattform zustande, sondern durch den größeren Nutzen, den die User genießen.

Hyperloop: Der Hyperloop ist ein Hochgeschwindigkeitsverkehrssystem, bei dem sich Kapseln in einer weitgehend luftleeren Röhre auf Luftkissen gleitend mit nahezu Schallgeschwindigkeit fortbewegen.

Suborbitaler Transportflug: Ein suborbitaler Flug, erfolgt zu einem Teil im Weltraum. Das „suborbital“ im Namen, beschreibt nur, dass er von der Anziehungskraft des Himmelskörpers, von dem er startete, beeinflusst wird, sich dennoch nicht in dessen Umlaufbahn eingliedert. Stattdessen fällt das Flugzeug, sofern es nicht durch Triebwerke weiter der Schwerkraft entgegenwirkt, wieder zurück in Richtung Boden, auf einer parabelförmigen Bahn.

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