Lade Inhalte...
  • NEWSLETTER
  • ABO / EPAPER
  • Lade Login-Box ...
    ANMELDUNG
    Bitte E-Mail-Adresse eingeben
    Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse oder Ihren nachrichten.at Benutzernamen ein.


gemerkt
merken
teilen

"Wir standen vor dem Nichts" – Neues Leben für junge Familie

Von Karoline Ploberger, 30. November 2022, 16:45 Uhr
Sohn Matteo ist die wichtigste Stütze.  Bild: plo

GRÜNBURG. Am Vatertag verlor Martin Lenz den jahrelangen Kampf gegen einen Gehirntumor. Das OÖN-Christkindl lässt seine Frau Melanie und Sohn Matteo in dieser Zeit nicht alleine.

Schneeflocken, ein Schneemann und ein Tannenbaum sind am Wohnzimmerfenster von Familie Lenz in Grünburg aufgemalt. "Frohe Weihnachten! Matteo und Mama" steht in weißer Farbe auf dem Glas. Doch von Weihnachtsstimmung ist in diesem Jahr bei Melanie Lenz und ihrem kleinen Sohn Matteo nichts zu spüren. "Normalerweise liebe ich Weihnachten, in diesem Jahr fühlt sich aber alles komplett falsch an", sagt die junge Mutter.

Erst vor einem Jahr erfuhr sie jene Diagnose, die das Leben der dreiköpfigen Familie vollkommen veränderte: Ihr Mann Martin sollte nur noch ein halbes Jahr zu leben haben. Denn der Gehirntumor, gegen den er seit seinem 20. Lebensjahr angekämpft hatte, konnte nach anfänglicher Besserung nicht mehr medizinisch behandelt werden. "Martin wusste, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt. Aber er wollte mir nicht zur Last fallen. Matteo und ich sollen ihm nicht beim Sterben zusehen, hat er damals gesagt", erzählt die 26-Jährige.

Etwas hinterlassen

Vor etwa fünf Jahren lernten sich die beiden in einer Werkstatt kennen – "Das klingt unromantisch, ich weiß. Aber es hat sofort zwischen uns gefunkt", sagt Melanie Lenz, die erst im Laufe der Beziehung von Martins Erkrankung erfahren hat. Als Sohn Matteo schließlich nach einigen Komplikationen bei der Geburt im Jahr 2019 zur Welt kam, schien das Familienglück zunächst perfekt. "Ein Kind war Martins größter Wunsch. Er meinte immer, er möchte etwas hinterlassen. Insgeheim glaube ich, dass er mich nicht alleine lassen wollte. Er hatte recht: Ohne Matteo wäre ich nicht mehr aufgestanden", sagt Melanie Lenz.

Im vergangenen Jahr zu Weihnachten verschlechterte sich der Gesundheitszustand des 37-Jährigen immer weiter. Er begann zu humpeln, bekam Koordinationsschwierigkeiten, konnte nicht mehr richtig kommunizieren. "Anfangs hat er noch in einem Pflegebett im Wohnzimmer geschlafen. Später musste ich ihn schweren Herzens ins Pflegeheim geben, da er nicht mehr essen oder sprechen konnte. Wir haben ihn, so oft es ging, im Hospiz in Linz besucht. Matteo selbst hat die Situation kaum verstanden, er war gerade erst zwei Jahre alt. Er wusste nur, dass Papa im Kopf ein Aua hat", erzählt Melanie Lenz, nimmt ihren Sohn Matteo auf den Schoß und streichelt ihm über die blonden Haare.

Geschenk zum Vatertag

Kurz vor dem Vatertag besuchten Melanie und Matteo Martin Lenz im Pflegeheim. Einen selbst gebastelten Schlüsselanhänger mit seinem Handabdruck schenkte Matteo am 8. Juni noch seinem Papa, vier Tage später verstarb der 37-Jährige in Linz. Realisiert hat Melanie Lenz den Tod ihres Mannes bis heute nicht. "Für Martin war es sicher eine Erlösung, Matteo und ich standen plötzlich vor dem Nichts", sagt sie und Tränen kullern über die Wangen. Matteo blickt zu seiner Mama, kuschelt sich fest an sie. "Papa ist jetzt ein Engerl und wohnt im Himmel", sagt der Dreijährige und blickt nach oben.

Der selbst gebastelte Schlüsselanhänger wurde seinem Papa in den Sarg gelegt. "Matteo fürchtet sich immer, wenn ich zur Arbeit fahre. Er hat Angst, dass auch ich ein Engerl werde und ihn alleine lasse", erzählt die junge Mutter, die im November wieder eine Arbeitsstelle gefunden hat. Die Rechnungen türmen sich jedoch weiterhin.

Nur die Bilder an den Wänden im Wohnzimmer erinnern die Familie an glückliche Zeiten. "Ich kann noch immer nicht im Schlafzimmer übernachten, dort erinnert mich alles an Martin. In Matteos Bett liegt auch noch das T-Shirt, das sein Papa zuletzt getragen hat. Das hat er sogar mit in den Kindergarten genommen, so ist Martin immer bei ihm", sagt Melanie Lenz.

Das OÖN-Christkindl hilft

In diesen schwierigen Zeiten lässt das OÖN-Christkindl die kleine Familie nicht alleine. Was sich die junge Mutter für die Zukunft wünscht: "Das Einzige, was ich wirklich will, ist, dass es Matteo gut geht. Er ist das Wichtigste in meinem Leben und ich will, dass er den Tod seines Papas irgendwie verarbeiten kann."

Unterstützen

Ihre Spende für die OÖN-Christkindl-Aktion

informieren

Alle Fragen und Antworten rund um das Christkindl

Wollen Sie helfen oder brauchen Sie Hilfe? Die wichtigsten Informationen zur Christkindl-Aktion auf einen Blick:

mehr aus Christkindl

Wenn die Mama plötzlich nicht mehr da ist

Nudelsuppe und Punsch für den guten Zweck

Raphael Holzer: Seit drei Generationen auf dem Adventmarkt

Hoffnung auf ein Wunder: "Ich gebe meinen Sohn nie auf"

Autor
Karoline Ploberger
Karoline Ploberger

Interessieren Sie sich für diesen Ort?

Fügen Sie Orte zu Ihrer Merkliste hinzu und bleiben Sie auf dem Laufenden.

Lädt

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

Aktuelle Meldungen