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Vierschanzentournee: Kraft auf Platz 18

INNSBRUCK. Der gesundheitlich angeschlagene Stefan Kraft beendet das Springen in Innsbruck mit 116 Meter auf Platz 18. In der Zwischenwertung liegt er 17 Punkte zurück.

Skispringen

Bild: Reuters

Viruserkrankungen im ÖSV-Team, stark wechselnder Wind und nur ein Durchgang im Bergisel-Springen. Der erste Heimbewerb der 65. Vierschanzen-Tournee stand für die Österreicher unter keinem guten Stern. Stefan Kraft, am Vorabend vom Magen-Darm-Virus betroffen, büßte mit 116 Metern als 18. seine gute Position ein. Er hat vor dem Finale in Bischofshofen 16,7 Punkte Rückstand auf Daniel Andre Tande.

Der 22-jährige Norweger holte mit 128,5 Metern seinen zweiten Tagessieg nach Garmisch und übernahm die Tourneeführung von Kamil Stoch. Der Pole, der nach einem Sturz im Probedurchgang gehandicapt war ("Ich kann meinen Arm nicht bewegen"), rettete aber mit dem vierten Platz (120,5 m) seine gute Ausgangsposition für die Entscheidung am Freitag. Stoch hat als Gesamt-Zweiter 1,7 Punkte Rückstand, Kraft muss auf seiner Lieblingsschanze als Dritter umgerechnet neun Meter aufholen.

Verdienter Sieg

Der Sieg Tandes bei gutem Aufwind war angesichts dessen Topform verdient. Sein Teamkollege Robert Johansson und der Russe Jewgenij Klimow verdankten ihre ersten Podestplätze der Karriere aber wohl vor allem dem starken Aufwind bei ihrem Sprüngen.

Der erste Durchgang dauerte wegen der windbedingten Verzögerungen mehr als eineinhalb Stunden, die nahende Dämmerung machte das vorzeitige Ende unumgänglich. Auch vor drei Jahren war der Bewerb in nur einem Durchgang entschieden worden und so wie damals stand auch am Mittwoch erstmals bei dieser Tournee kein ÖSV-Springer auf dem Podest.

Fettner bester Österreicher

Manuel Fettner, der zu Hause übernachtet hatte und von dem im Teamhotel grassierenden Virus verschont beblieben war, war als Siebenter (120,5 m) bei Rückenwind bester Österreicher. Der am stärksten erkrankte Michael Hayböck konnte gar nicht antreten. Andreas Kofler wurde nur 29. und Florian Altenburger stürzte sogar wegen es bei wärmerem Wetter nicht optimal präparierten Auslaufs. Er erlitt ein leichtes Schleudertrauma. Beide hatten ebenfalls an dem Virus laboriert.

Damit der negativen Begleiterscheinungen nicht genug, wurde Stefan Huber auch noch disqualifiziert. Die Ampel schaltete vor dem Sprung des Salzburgers auf Grün, doch sein Trainer Florian Liegl gab wegen der aus seiner Sicht gefährlichen Windbedingungen kein Freizeichen. "Ich brauche den Stefan Huber noch, deshalb habe ich ihn nicht abgelassen", erklärte der Coach der zweiten Trainingsgruppe.

Auch Stefan Kraft war vom wechselnden Wind betroffen. Mehr als 40 Sekunden musste der Gesamt-Zweite als letzter Springer auf dem Balken warten, ehe Borek Sedlak, der Assistent von Renndirektor Walter Hofer, die Ampel doch noch auf Grün schaltete. "Da hat man nicht richtig gehandelt. Alle Entscheidungen sind gegen unsere Meinung getroffen worden", kritisierte ÖSV-Cheftrainer Heinz Kuttin die dreiköpfige Jury, in der erstmals auch Marion Vettori, die Tochter von ÖSV-Sportchef Ernst Vettori, als Rennleiterin vertreten war.

"Das zipft mich an"

Kraft landete schon vier Meter vor dem K-Punkt. Den Probedurchgang hatte er wegen seiner körperlichen Schwäche ausgelassen. "Es wäre besser gewesen, sie hätten mich rausgelassen vom Balken. Das zipft mich etwas an, aber es nützt nichts", ärgerte sich der Pongauer im ORF-TV-Interview.

"Ich bin rausgehüpft und habe nie ein Luftpolster bekommen. Der Sprung war keine Rakete, aber für 125 Meter reicht es normal immer", erklärte Kraft. Es sei bitter, dass es keinen zweiten Durchgang gegeben habe. "Da hätte sich alles noch etwas ausgeglichen." Wie zum Hohn schlief bald nach dem Ende der Wind ein. Ein Flutlicht in Innsbruck ist auch für die Bewerbe der WM 2019 noch nicht gesichert.

Trotz des Rückstands sieht Kraft noch Chancen, seinen Gesamtsieg von 2015 zu wiederholen. "Jetzt gibt es nur volle Attacke. 17 Punkte sind nicht viel, denn Bi'hofen ist eine große Schanze", meinte Kraft. "Es braucht sicher ein Wunder, aber vielleicht kommt ja etwas zurück."

Noriaki Kasai zog in dem diffizilen Bewerb hingegen ein gutes Los. Dem 44-jährigen Japaner gelang erstmals bei dieser Tournee mit Rang zehn eine gute Platzierung und das just in seinem 100. Bewerb der Traditionsserie. ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel gratulierte mit einer Torte in Schanzenform.

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Artikel nachrichten.at/apa 04. Januar 2017 - 16:01 Uhr
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