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Kuttin kontert Pointner: "Marketingstrategie auf Kosten anderer"

Vierschanzentournee: Nach heftiger Kritik seines Vorgängers Pointner wehrt sich ÖSV-Cheftrainer Kuttin. Rückendeckung bekommt der Kärntner nicht nur von Kraft.

Heinz Kuttin

Heinz Kuttin Bild: Gepa

Das Vier-Sterne-Alpenhotel Karwendel in Leutasch bei Seefeld, wo Österreichs Skispringer im Zuge der dritten Station der Vierschanzentournee in Innsbruck (heute, 14 Uhr: Quali/morgen, 14 Uhr: Wettkampf) untergebracht sind, bezeichnet sich als "Anti-Stress-Resort". Bei Stefan Kraft scheint das zu wirken. Österreichs Überflieger kommt trotz des Debakels von Garmisch, wo er als 31. alle Chancen auf den Tournee-Triumph verspielt hat, relaxt rüber.

Ein anderer hingegen steht im Blitzlichtgewitter unter Strom: ÖSV-Headcoach Heinz Kuttin, der nach dem Schock beim Neujahrsspringen mit den Rängen 19 (Gregor Schlierenzauer) und 20 (Michael Hayböck) als ÖSV-Top-Resultate verbal zurückschlägt. Zielscheibe des 46-jährigen Kärntners ist der ehemalige ÖSV-Erfolgstrainers Alexander Pointner.

Letzterer hatte Kuttin heftig angegriffen: Das Betreuerteam sei überfordert, das ewige Relativieren von mäßigen Erfolgen würde dem Team jetzt auf den Kopf fallen. "Kuttin stellt sich nicht vor seine Mannschaft. Weil es keine Ansprechperson gibt, gehen Fragen, warum es im Team nicht läuft, an die Adresse von Kraft. Er muss Rede und Antwort stehen, obwohl das gar nicht seine Aufgabe ist. Das ist eine unnötige Belastung", sagte Pointner im Interview mit der "Kleinen Zeitung".

"Das ist nicht akzeptabel"

Kuttin selbst lässt das nicht auf sich sitzen: "Ich verstehe die Unzufriedenheit. Die Kritik von Alex Pointner ist allerdings nicht akzeptabel. Es kann nicht sein, eine Marketingstrategie auf Kosten anderer zu verfolgen."

Dutzende Journalisten und Kamerateams – auch aus Norwegen – scharen sich um die ÖSV-Equipe. Ihr Scheitern in Garmisch ist das Gesprächsthema der Tournee.

"Hätten wir dort gewonnen, wären jetzt wahrscheinlich nicht so viele hier", wunderte sich Kraft im Gespräch mit den OÖNachrichten über den medialen Ansturm: "Jetzt ist alles explodiert. Sicher schaut es blöd für uns aus, doch ich kann sagen: Jeder in unserem Team gibt sein Bestes, holt alles aus sich heraus." Auch Kuttin.

"Dem ÖSV ist es nur recht"

"Ich habe mich unter Heinz zum perfekten Skispringer entwickeln können. Ich fühle mich richtig wohl, wir harmonieren perfekt. Unter Alex Pointner war ich eigentlich noch bei der zweiten Garde", betonte Kraft. Auch Schlierenzauer, dem nachgesagt wird, Pointner nach zehn Jahren als ÖSV-Headcoach (2004 bis 2014) "abgesägt" zu haben, empfindet wenig Begeisterung für die Wortspenden des gebürtigen Grieskirchners: "Alex war zweifellos ein Erfolgstrainer – aber er hat das nicht alleine geschafft, sondern viele Ameisen und Helfer gehabt", sagte Schlierenzauer, der als bester Österreicher in der Tournee-Gesamtwertung 15. ist. Wohl gemerkt mit einem Rückstand von satten 69,4 Punkten auf Leader Kamil Stoch.

Pointner polarisiert, er steht gerne im Mittelpunkt – und fährt schwere Geschütze gegen den Österreichischen Skiverband auf: "Dem alpin-lastigen ÖSV ist es nur recht, wenn die Nordischen nicht stark sind", schrieb der 47-Jährige in seiner Kolumne für die "Tiroler Tageszeitung".

Was ist da los?

Unabhängig von Pointners Rundumschlag haben ÖSV-Krisensitzungen im Moment Hochkonjunktur. ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel fragte bei Sportdirektor Ernst Vettori nach, was denn da los sei. "Wir hinterfragen alles – aber sicher nicht den Cheftrainer", sagte der Olympiasieger von 1992.

Es ist Zeit, wieder zu springen. Richtig gut und weit zu springen ...

Feine Ablenkung

„Wir haben nach wie vor unseren Spaß, ich musste den Krafti nicht aufbauen.“ Michael Hayböck und sein Zimmerkollege Stefan Kraft lenkten sich nach der Enttäuschung von Garmisch mit drei Partien „Tipp-Kick“ (2:1 Siege für den Kirchberg-Theninger) und der Liveübertragung des Darts-WM-Finales ab. Gestern stand ein zünftiges Kickerl auf dem Programm, außerdem eine Einheit in der Kraftkammer, ein Saunabesuch und eine kleine Party für Daniel Huber, der seinen 25. Geburtstag feierte. Heute geht’s zurück auf die Schanze. Dem Innsbrucker Bergisel droht ab 14 Uhr eine verregnete Quali, so die Prognose.

 

 

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Artikel Alexander Zambarloukos aus Innsbruck 03. Januar 2018 - 00:05 Uhr
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