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Was Marcel Hirscher diesen Sommer anders machte

ANNABERG-LUNGÖTZ. Der Ski-Star legte heuer eine extra-lange Trainingspause ein - nun stellte er sich wieder der Öffentlichkeit.

Marcel Hirscher gibt keine Zielansagen für die kommende Saison aus. Bild: gepa

Marcel Hirscher hat am Donnerstag bei einem Medientermin in seiner engeren Heimat in Annaberg Einblick in den Stand seiner Vorbereitung auf die Olympiasaison und seine Gefühlslage gegeben. Auf dem Winterstellgut von Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz stellte sich der Ski-Star geduldig den Fragen von mehr als 40 Journalisten und 6 Kamerateams. 

"Für mich ist das hier Heimat. Ich bin nicht gewillt, den schönen Fleck Erde hier zu verlassen. Die Base wird immer hier bleiben", sagte Hirscher über seine Heimatregion, wo er auch den Großteil des bisherigen Sommers verbrachte. Unter anderem mit dem erstmaligen Bezwingen des Annaberger Hausbergs, der Großen Bischofsmütze. 

Untergetaucht

Der Sommer des sechsfachen Weltcup-Gesamtsiegers war geprägt von "aktiver Erholung und Akkus aufladen". Zehn Tage war Hirscher auf Tauchurlaub im Indischen Ozean. "Die andere Seite, den Kopf unter Wasser zu halten, ist für eine Berggams wie mich eine große Herausforderung", sagte er über seine Schnorchelgänge. Der Medientermin stellte die Rückkehr des 28-Jährigen in die Medien-Öffentlichkeit nach fast vier Monaten Auszeit dar.

"Ich persönlich bräuchte es gar nicht unbedingt. Aber die Leute wollen denke ich auch einmal ihre Ruhe haben. So geht es mir mit anderen Persönlichkeiten auch", erzählte Hirscher. Die Zeit nutzte er auch, um die Erfolge der vergangenen Saison zu verarbeiten. "Im Winter habe ich dafür keine Gelegenheit gehabt", sagte er. 

Im Hinblick auf die Fitness für die kommende Saison fühlt sich der Doppelweltmeister von St. Moritz 2017 viel besser als in der vergangenen Saison zum gleichen Zeitpunkt. "Wahrscheinlich, weil ich mit dem Training länger pausiert habe", glaubt Hirscher. Die längere Pause wählte er bewusst: "Ich habe in den letzten zehn Jahren alles dem Skisport untergeordnet. Aber ich merke, es kommen mehr und mehr andere Interessen", sagte der Salzburger. 

Kommende Saison nun wieder im Fokus

Diese wird nicht nur aufgrund der Olympischen Winterspiele in Südkorea im Februar eine besondere. Auch im Riesentorlauf wartet mit einem neuen Reglement eine besondere Herausforderung. 

Dazu hat Hirscher aber noch keine Erfahrungswerte, er will abhängig vom Wetter in den kommenden zwei Wochen auf den Schnee zurückkehren und mit dem Testen beginnen. Deshalb ist der Respekt vor der kommenden Saison und vor dem Saisonstart wieder einmal groß. "Henrik (Kristoffersen, Anm.) und Alexis (Pinturault, Anm.) sind den ganzen Frühling skigefahren. Das heißt, ich habe jetzt schon zwei Monate Rückstand. Aber es ist nicht anders gegangen", erklärte Hirscher. 

Die Vorbereitung will er soweit wie möglich in Österreich absolvieren. Sollte die Hitze den Gletschern zu stark zusetzen, ist auch eine Flucht nach Übersee möglich. Aufgrund der Reglement-Umstellung wäre die Nähe zur Atomic-Fabrik in Altenmarkt vor diesem Winter aber besonders wichtig. 

Wenn dann der Hut brennt

Große Ziele für die kommende Saison will sich Hirscher keine setzen. "Wie jedes Jahr gilt es, die Vorbereitung so gut wie möglich zu überstehen und dann die Ziele und Sterne neu zu ordnen. Jetzt zu sagen, ich will das, das und das gewinnen, ist nicht mein Zugang", sagte Hirscher. 

Zunächst gelte es aber wieder in die Weltspitze zurückzukehren. Wie hart das jedes Jahr für Hirscher ist, darüber würde er gerne mehr berichten. "Leider wird mir manchmal gar nicht geglaubt. Wenn ich an Sölden im vergangenen Winter zurückdenke: Wie sehr da am Freitag vor dem sonntägigen Riesentorlauf der Hut gebrannt hat, kann man sich wirklich nicht vorstellen. Irgendwie schaffen wir es mit vereinten Kräften wieder hinzukommen. Aber es wird jedes Jahr zäher", erzählte Hirscher. 

Wie lange er die Strapazen noch auf sich nimmt, weiß der 28-Jährige auch in diesem Sommer nicht. "Ich bin noch unschlüssiger geworden, was das Karriereende betrifft. Aber jetzt fahre ich einmal diese Saison und dann muss man das von Jahr zu Jahr entscheiden", meinte Hirscher. Für seine Erfolge im vergangenen Winter bekam der Salzburger-Land-Botschafter von Leo Bauernberger, dem Geschäftsführer von Salzburger Land Tourismus eine Salzburger Hanf-Lederhose. Als Vorbereitung für den kommenden Winter gab es dazu einen Power-Sprachkurs Koreanisch in Buchform.

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Artikel OÖN-Sport/APA 27. Juli 2017 - 13:44 Uhr
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