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Joachim Puchner tritt zurück, Schwester macht weiter

SALZBURG. Nach Klaus Kröll und Georg Streitberger hat am Montag mit Joachim Puchner ein weiterer ÖSV-Abfahrer das Ende seiner Ski-Karriere bekannt gegeben.

Joachim und Mirjam Puchner Bild: (GEPA pictures)

Der 29-jährige Salzburger begründet dies mit seinen langwierigen Verletzungen. Puchners jüngere Schwester Mirjam (24), die sich im Februar bei der WM in St. Moritz den Unterschenkel gebrochen hat, macht hingegen weiter.

Die Puchners gaben ihre Entscheidungen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im Olympiazentrum Salzburg-Rif bekannt. Dabei berichtet Mirjam Puchner auch, dass sie nach ihrem Abfahrts-Trainingssturz gleich zwei Mal operiert hatte werden müssen. Die erste OP war unmittelbar nach dem Unfall am 8. Februar in St. Moritz vorgenommen worden. Danach und während der ersten Reha in Igls sei aber eine 13-gradige Rotation des Beines fest gestellt worden, weshalb sich die Sportlerin am 14. März, also fünf Wochen später, in Innsbruck einer weiteren Operation durch Christian Hoser unterziehen musste.

Vorwürfe gebe es wegen der ursprünglichen Fehlstellung aber keine, betonte die Skirennfahrerin. Puchner wird ab sofort mit der Reha in Rif beginnen und hofft, in vier bis sechs Monaten wieder auf Ski stehen zu können. "Ich habe gute Hoffnung, im kommenden Winter wieder im Weltcup dabei zu sein", erklärte die Speed-Spezialistin, die beim Weltcup-Finale im März 2016 in St. Moritz die WM-Generalprobe in der Abfahrt gewonnen hatte.

Sachertorte für Ski-Pension

Am Tag ihres Neubeginns verabschiedete Puchner ihren Bruder mit einer selbstgemachten Sachertorte in die Ski-Pension. Die sich womöglich aber nur auf das Rennfahren beziehen wird. Denn der Bachelor der Wirtschaftswissenschaften wird nun auch seinen Master machen und kann sich vorstellen, danach auch im Business-Segment des Skirennsports aktiv zu sein.

Nach Kröll und Streitberger könnte daher etwa der ÖSV schon bald auf weitere Ressourcen aus dem eigenen Bereich zurückgreifen. Puchner galt als großes Talent, ehe ihn bei den österreichischen Meisterschaften 2012 eine Sprunggelenksverletzung erstmals heftig zurück warf. Unter anderem Komplikationen nach einer elfstündige Operation führten dazu, dass Puchner nie mehr ganz in die Erfolgsspur kam. Außerdem gesellten sich dann auch noch Probleme mit den Patellarsehnen beider Knie hinzu. Zuletzt vergangene Saison beim Europacup in Kitzbühel.

Nach 20 Top-Ten- und drei Podestplätzen ist deshalb nun Schluss mit Skirennfahren. "Skifahren war mein Leben. Ich hatte herrliche Jahre. Aber es wird Zeit, dass nicht die Schmerztherapie, sondern das Leben im Vordergrund steht", erklärte Puchner und fügte an: "Ich habe berechtigte Hoffnung auf ein Leben ohne Schmerzen."

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Artikel nachrichten.at/apa 03. April 2017 - 14:02 Uhr
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