Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Donnerstag, 14. Dezember 2017, 14:03 Uhr

Linz: 5°C Ort wählen »
 
Donnerstag, 14. Dezember 2017, 14:03 Uhr mehr Wetter »
Sport  > Wintersport  > Ski Alpin

Garmisch und der ganz normale Wahnsinn

GARMISCH. Ski alpin: FIS-Renndirektor Waldner warnt die Abfahrer – Ist das ständige Schlucken von Schmerzmitteln ein Auslöser für Stürze?

Garmisch und der ganz normale Wahnsinn

Schmerz lass‘ nach: Hannes Reichelt greift nach seinem Sturzflug auf der Streif wieder auf der Abfahrtspiste an. Bild: GEPA

Es ist ein Tabu im Ski-Weltcup, aber jeder weiß es: Die Liste der Läufer, die in der "Voltaren-Liga" starten, wird immer länger. Aus aktuellem Anlass machte vor der heutigen Kandahar-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen (11.30 Uhr) FIS-Renndirektor Markus Waldner deutlich, dass die Einnahme von Schmerzmitteln mit Risiken und unerwünschten Nebenwirkungen verbunden sein könnten. "Es ist möglich, dass das ständige Schlucken von Schmerzmitteln ein Auslöser für Stürze ist, so wie auch mangelnde Fitness", sagte der Südtiroler.

Was haben Georg Streitberger, Matthias Mayer oder Ted Ligety gemeinsam? Für alle drei Top-Fahrer ist diese Saison nach zum Teil wilden Stürzen bereits vorbei – und alle hatten vor ihren Unfällen Schmerz-Medikamente genommen. Streitberger (Kreuzband-, Innenband- und Seitenbandriss im Knie nach dem Sturz vor einer Woche auf der Kitzbüheler Streif) machen chronische Rückenbeschwerden zu schaffen. Reichelt (Wirbelbrüche in Gröden) hatte aufgrund einer Schuhrandprellung Analgetika eingeworfen. Und Ted Ligety (Kreuzbandriss im Training am Dienstag) hätte aufgrund eines akut gewordenen Bandscheibenvorfalles ohne Schmerzmittel in den vergangenen Wochen nicht Ski- geschweige denn Rennen fahren können.

Auch Hannes Reichelt wird heute vor der Abfahrt in Garmisch in die "Hausapotheke" greifen. "Ich nehme die Mittel weniger wegen der Schmerzen, sondern vor allem wegen der Entzündungsvorbeugung nach meinem Sturz in Kitzbühel", sagt der 35-Jährige. Für den Wahl-Innsbrucker ist das eine Ausnahme, denn in der Regel ist er "clean" unterwegs. Darum hat er auch den Riesentorlauf, der aufgrund der aggressiven Ski den Rücken stark belastet, aus seinem Rennplan gestrichen. Reichelt: "Ich schau’ einen Riesentorlauf-Ski nur an und mir schießt’s schon ins Kreuz. Ich will kein Testfahrer von Voltaren werden."

Ein Testfahrer wie Christof Innerhofer zum Beispiel. Der Südtiroler gibt ganz offen zu, von 2012 bis 2015 kein Rennen ohne Schmerzmittel bestritten zu haben.

Auch Oberösterreichs Aushängeschild Vincent Kriechmayr kämpfte zuletzt mit Rückenschmerzen. Groß darüber reden will er nicht. Pillen schlucken oder Zähne zusammenbeißen – das ist der ganz normale Wahnsinn der Ski-Helden, die uns die Werbung so gerne als Naturburschen verkaufen möchte. (chz)

Kommentare anzeigen »
Artikel 30. Januar 2016 - 00:04 Uhr
Mehr Ski Alpin

Vincent Kriechmayr: "In Linz kennt mich keiner"

ST CHRISTINA/GRÖDEN. Das Etikett des ewigen Geheimfavoriten will ÖSV-Speed-Ass Vincent Kriechmayr bald ...

Land will bei Pyhrn-Priel jetzt eine Zeitlupenstudie

HINTERSTODER. Vollversammlung sah beim Slalom des Vorstands mit David Ryding, Budget und Tochterfirma noch ...

Ein Klassiker, der nicht mit Überraschungen geizt

GRÖDEN. 50 Jahre Ski-Weltcup in Gröden: Als ein Reh Ghedinas Wege kreuzte und zwei Außenseiter zum Triumph ...

Schröcksnadel vertreibt Ryding von "seinem" Berg

LINZ/HINTERSTODER. Der ÖSV-Präsident lässt den Engländer nicht mehr wie bisher auf der Höss trainieren.

Vonn erhielt nach Trump-Kritik Todes-Drohungen

WASHINGTON. Skistar Lindsey Vonn hat nach ihrer Kritik an der Politik von US-Präsident Donald Trump ...
Meistgelesene Artikel   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS
Bitte Javascript aktivieren!