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Ex-Skiläuferin Werdenigg: "Kein Vertrauen zum ÖSV"

WIEN. Die von Österreichs Skiverband als Reaktion auf die auftauchenden Missbrauchsvorwürfe eingesetzte Expertenkommission sieht keine Hinweise auf systematischen sexuellen Missbrauch und sexuelle Gewalt innerhalb der Verbandsstrukturen.

Die ehemalige Skirennläuferin Nicola Werdenigg Bild: ZEITUNGSFOTO.AT/DANIEL LIEBL (APA/ZEITUNGSFOTO.AT/DANIEL LIEBL)

Ex-Rennläuferin Werdenigg, die seinerzeit mit dem Hinweis auf eine Vergewaltigung durch einen Mannschaftskollegen und einen Trainer die Debatte ausgelöst hatte, sagte am Abend in der ORF-Nachrichtensendung ZiB 2, es sei von vornherein klar gewesen, dass es bei einer unter ÖSV-Flagge aufgestellten Kommission ganz schwierig sein werde, dass sich dort Athleten und Athletinnen selbst melden würden.

"Das System, in dem das passiert ist, ist in diesem Fall nicht der geeignete Ansprechpartner, zu dem man vertrauen haben kann", sagte Werdenigg im Interview mit Armin Wolf. Bei ihrem Institut hätten sich hingegen sehr wohl zahlreiche Menschen - auch ganz junge Fälle - gemeldet. Und zwar rund 50 bis 60 Personen aus dem Sport-Umfeld und aus dem Ski-Umfeld 30 bis 40 Personen, die Kontakt aufgenommen hätten und sich teilweise auch namentlich gemeldet hätten. Diese habe man an den Weißen Ring weitergeleitet und in einem Fall mit einer Therapie-Unterstützung weitergeholfen. "Offensichtlich war es einfach eine Vertrauensfrage", so Werdenigg.

Zum konkreten Fall aus dem Jahr 2005 habe sie mit der Betroffenen Kontakt, betonte Werdenigg. Die Zusammenarbeit mit der Landespolizeidirektion in Tirol sei gut gewesen und Namen seien bekannt, auch bei der Staatsanwaltschaft. Sie sehe die Notwendigkeit, solche Dinge in einem rechtsstaatlichen Verfahren aufzulösen. Auf der einen Seite sei man eine Meldestelle und gleichzeitig Kommission zum aufarbeiten. "Das ist normal nicht üblich."

Sie sei auch mit Klasnic zusammengetroffen, so Werdenigg. Für ihren Fall gelte, dass sie diese Namen aus der Vergangenheit dort, wo es notwendig gewesen sei, dem juristischen System bekannt gegeben habe. "Aber ich wollte das nicht einer ÖSV-Kommission geben, wo ich nicht wusste, was damit passiert." Auch in ihrem Fall sei das Vertrauen dorthin nicht so groß gewesen, wie zu staatlichen Einrichtungen.

Man dürfe den ÖSV nicht als alleinigen Schuldigen hinstellen. "Aber es war wichtig, dass er angesprochen wurde." Aus internationalen Studien sei bekannt, dass gewisse Strukturen im Sport vorhanden seien, die Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt fördern würden. "Wir haben Fälle im Schwimmen, Volleyball, Judo, Eislaufen, Turnen. Der Skiverband ist eine Struktur davon, in der es genauso stattfinden kann."

Nun gelte es, professionelle Zahlen aus Studien zu bekommen. Es fehle nach wie vor eine übergeordnete Stelle, die alle Verbände und Sportorganisationen über die Politik hinaus in dieser Sache betreue, evaluiere und gemeinsam mit Justiz und dem Familienministerium Regeln festlege, "aus der kein Verband herauskommt."

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Artikel nachrichten.at/apa 14. Juni 2018 - 06:55 Uhr
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