Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Montag, 11. Dezember 2017, 16:04 Uhr

Linz: 4°C Ort wählen »
 
Montag, 11. Dezember 2017, 16:04 Uhr mehr Wetter »
Sport  > Wintersport  > Ski Alpin

Deutsches Ski-Talent Max Burkhart starb nach Sturz in Abfahrt

LAKE LOUISE. Der 17-jährige deutsche Nachwuchs-Fahrer Max Burkhart verstarb am Mittwoch, nachdem er in einem Nor-Am-Cup-Rennen schwer gestürzt war.

Max Burkhart starb im Alter von nur 17 Jahren. Bild: www.instagram.com/m.burkhart

Der Skisport trägt erneut Trauer. Erst am 22. November verabschiedeten sich die Weltcupathleten am See in Lake Louise in einer Zeremonie von dem eineinhalb Wochen zuvor beim Training in Nakiska tödlich verunglückten französischen Speedfahrer David Poisson. Am Dienstag kam auf der Strecke dort der Deutsche Max Burkhart in einer Nor-Am-Cup-Abfahrt zu Sturz und erlag im Spital den Verletzungen.

Der erst im September 17 Jahre alt gewordene Burkhart gehörte dem bayrischen Landeskader an und war Mitglied des Skiclub Partenkirchen. Seit August studierte er an der Sugar Bowl Academy. Sein Ziel war es, in die DSV-Nationalmannschaft aufgenommen zu werden. Für sein US-Collegeteam war er auch bei dem Rennen am Start. Auch zahlreiche österreichische Athleten hatten sich an dem Pendant zum Europacup beteiligt, auf den Sieg von Markus Dürager und Platz drei durch Daniel Hemetsberger fielen aber dunkle Schatten.

"Wir sind tief bestürzt, die gesamte Skifamilie trauert um Max Burkhart", wird Wolfgang Maier, der Sportdirektor Alpin des Deutschen Ski Verbandes, auf der DSV-Homepage zitiert. "Unsere Gedanken sind bei Max Burkharts Familie, seinen Freunden und Kameraden. Wir stehen mit allen Betroffenen in Kontakt, um in diesen schweren Stunden zu helfen und zu unterstützen."

Burkhart hatte die hohe Startnummer 68. Er krachte bei seinem schweren Sturz am Dienstag auf jener (verkürzten) Strecke, auf der an den Wochenenden zuvor im Weltcup die Herren und Damen ihre Speedbewerbe ausgetragen hatten, in ein Sicherheitsnetz. Nach Bergung und Hubschrauber-Transport ins Foothills Hospital nach Calgary wurde der junge Athlet operiert, am Mittwoch erlag er jedoch den schweren Verletzungen.

"Und wieder ist die alpine Familie von einem tragischen Verlust betroffen", schrieb der Internationale Skiverband (FIS) auf seiner Homepage. "Unser aufrichtiges Beileid gilt seiner Familie, seinen Teamkollegen und seinen Lieben." Alpine Canada und Alpine Alberta teilten in einer Stellungnahme mit, dass die Notfallmaßnahmen sofort gegriffen hätten, das Leben trotz aller Bemühungen aber nicht zu retten war. Man sei ob des tragischen Verlustes zutiefst erschüttert und spreche der Familie und den Teamkollegen das herzlichste Beileid aus.

Tödliche Unfälle im Rennsport

1959: Toni Mark (AUT) Wallberg/BRD (Riesentorlauf)
1959: John Semmelinck (CAN) Garmisch (Abfahrt)
1964: Ross Milne (AUS) Innsbruck (Abfahrtstraining Patscherkofel)
1964: Walter Mussner (ITA) Cervinia (Geschwindigkeitstests)
1969: Silvia Suter (SUI) Sportinia (FIS-Abfahrt)
1970: Michel Bozon (FRA) Megeve (Weltcup-Abfahrt)
1972: David Novelle (USA) Winter Park (Abfahrt)
1975: Michel Dujon (FRA) Tignes (Skitests)
1975: Markku Vuopala (FIN) Lienz (Junioren-EM)
1979: Leonardo David (ITA) Lake Placid (Abfahrt)
      (erlag erst 1985 seinen schweren Kopfverletzungen)
1991: Gernot Reinstadler (AUT) Wengen (Abfahrtstraining)
1994: Ulrike Maier (AUT) Garmisch-Partenkirchen (Abfahrt)
2001: Regine Cavagnoud (FRA/Super-G-Weltmeisterin) stößt beim
       Abfahrtstraining in Pitztal mit dem deutschen Trainer Markus
       Anwander zusammen und erliegt zwei Tage später in der
       Uni-Klinik von Innsbruck ihren schweren Verletzungen.
2002: Werner Elmer (SUI) Verbier (FIS-Rennen)
2017: David Poisson (FRA) Nakiska/Kanada (Training)
2017: Max Burkhart (GER) Lake Louise/Kanada (Nor-Am-Cup-Abfahrt)

 

Kommentare anzeigen »
Artikel nachrichten.at/apa 07. Dezember 2017 - 09:23 Uhr
Weitere Themen

Diesen Brief adressierte Schröcksnadel an Innauer

INNSBRUCK. Mit diesen Zeilen antwortete ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel auf die Kritik von Toni Innauer ...

Innauer kontert Schröcksnadel-Kritik

INNSBRUCK/WIEN. Der ehemalige ÖSV-Sportdirektor fordert vom Skiverband mehr Einfühlungsvermögen.

Hirscher nach Sieg: "Ich bin ein bisschen sprachlos"

VAL D’ISERE. Österreichs Ski-Ausnahmekönner zündete beim Slalom in Val d’Isère im zweiten Durchgang ...

Veith kam in St. Moritz in Fahrt, für zwei Stars lief es weniger gut

SANKT MORITZ. Rennen abgesagt – das Wetter machte den Ski-Damen beim Weltcup in St.

Ski alpin: Hirscher feierte im Val d'Isere-Slalom 47. Weltcup-Sieg

VAL D'ISERE. Der Salzburger Marcel Hirscher hat am Sonntag im Slalom von Val d'Isere seinen 47.
Meistgelesene Artikel   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS
Bitte Javascript aktivieren!