Er hatte Tränen in den Augen: Sumanns Trainer Gösweiner. (gepa) Bild: GEPA pictures/ M
Mit den Tränen in den Augen stand Reinhold Gösweiner an der Strecke. „Ich bin fassungslos und gerührt. Das ist der Lohn für alle Mühen,“, sagte Sumanns Trainer aus Windischgarsten. Der 34-jährige Steirer war gestern beim Verfolgungsrennen über 12,5 Kilometer das Rennen seines Lebens gelaufen und eroberte hinter dem Schweden Björn Ferry Silber. Bronze sicherte sich Sprint-Olympiasieger Vincent Jay aus Frankreich. Der Salzburg Simon Eder wurde knapp dahinter Vierter.
Dabei sprach vor dem Start alles gegen die Österreicher. Nach dem irregulären Sprintrennen vom Dienstag (Schneeregen) hatte Suman fast eineinhalb Minuten Rückstand auf den späteren Sieger Jay ausgefasst. Außerdem hatte sich Sumann im Athleten-Dorf eine Magenverstimmung zugezogen. Wenige Stunden vor dem Rennen hatte der Quereinsteiger in die Biathlon-Szene – Sumann kommt aus dem Langlauf-Lager – sogar Durchfall. Aufgeben wollte der Massenstart-Vizeweltmeister aber auf keinen Fall. „Volles Risiko“, lautete seine Devise, die er dann auch zielsicher umsetzte. Die ersten zehn Schüsse zog er im Rekordtempo und fehlerlos durch. Sumann schob sich damit auf den vierten Platz vor. Dann lief er auch noch dem König der Biathlten, Ole Einar Björndalen davon. Damit war der Vater einer Tochter plötzlich in den Medaillenrängen.
„Ich glaube, jetzt bekomme ich einen Herzinfarkt“, sagte zu diesem Zeitpunkt Gösweiner. 1100 Meter vor dem Ziel sprintete Sumann auch noch Jay davon. Dann war der Jubel grenzenlos. Sumanns ganzer Einsatz hatte sich bezahlt gemacht. Vor zwei Jahren schloss er sich der Trainingsgruppe von Gösweiner an. „Ich habe noch nie so professionell gearbeitet“, sagte Sumann. Dazu stellte er die Ernährung um. So verzichtet er unter anderem völlig auf Milchprodukte, forcierte das Krafttraining, erhöhte die Intensität und achtete genau auf die Regenerationszeiten. Der Einsatz wurde gestern versilbert.
„Ein Traum ist in Erfüllung gegangen. Ich hatte perfektes Material: Ich sollte den Ski einrahmen und auf die Wand hängen“, sagte Sumann im Ziel. Es ist die zweite Medaille für den österreichischen Biathlonsport bei olympischen Spielen. Die erste hatte Wolfgang Perner 2002 im Sprint in Salt Lake City erobert.
Und es ist noch nicht aus: Sumann hat noch drei Bewerbe vor sich. Etwa den 20-Kilometer-Bewerb am Donnerstag. .
Traurig war Simon Eder als Vierter. „So knapp vorbei“, leidete Trainer-Vater Alfred mit.