WHISTLER. Als Mario Stecher nach vielen TV- und Radio-Interviews um die letzte Ecke im Labyrinth der wartenden Journalisten bog, konnte er fast wieder lachen: „Was soll ich denn machen?“, fragte der Nordische Kombinierer nach Österreichs Medaillenflaute, „ein fünfter Platz ist ja in Ordnung. Nur: Bei Olympia ist es zu wenig.“ Weil der 32-Jährige im ersten Bewerb bei seinen fünften Olympischen Spielen zwar gut, aber nicht gut genug war, blieb ihm auch diesmal die heiß ersehnte Einzelmedaille versagt. Wie Felix Gottwald, der nach schlechtem Sprung immerhin noch von Platz 41 auf Platz 14 lief.
Zehn Tage haben die Kombinierer nun Pause. Viel Zeit, in der es gilt, sich zu erholen. „Dabei“, sagte Stecher, „hat es lang gut ausgeschaut. Aber als dann Koivuranta im letzten Anstieg vor mir abgerissen ist und genau da Johnny Spillane attackiert hat – da war es vorbei. Das tut im Schädel weh und die Füße machen zu“, erklärte der Steirer. „Aber meine Leistung verspricht viel.“
Viel verspricht sich auch Felix Gottwald. „Weil die Laufform passt“, sagt der Salzburger. Die Sprungform war allerdings zu schwach, „aber ich hatte kein Glück mit dem Wind. In solchen Momenten muss man dankbar sein für das, was man schon alles erreicht hat.“ Der Doppel-Olympiasieger will nun mentale Frische tanken. Nicht im olympischen Dorf: „In meinem Zimmer liegt ein Golfbag, das Wetter soll ja jetzt schön sein“, sagte er grinsend, „weil Heliskiing ist derzeit nicht so gut.“ Und nach dem Timeout gilt die Konzentration dem Teambewerb: „Der ist lauflastig, auf den gilt es sich vorzubereiten. Weil wir Österreicher zwar Medaillenkandidaten, aber sicher nicht die Favoriten sind.“ Nachsatz: „Für mich ist es interessant, nach sechs Medaillen in sechs olympischen Bewerben in Serie einmal so anzufangen.“