WHISTLER. Mit hohen Erwartungen waren Österreichs Biathleten gestern in die Olympischen Spiele gestartet, umso längere Gesichter gab es im Lager des ÖSV nach dem 10-Kilometer-Sprint. Bei zum Teil widrigen Bedingungen war Simon Eder auf Platz elf der beste Österreicher. Auf dem Podium strahlten mit Olympiasieger Vincent Jay jemand, der im Gegensatz zu den Österreichern nicht unbedingt zum engeren Favoritenkreis gezählt hatte.
„Als vor meinem Start der Graupelschauer einsetzte, hab‘ ich schon gewusst, dass ich eigentlich chancenlos bin. Da ging es nur mehr um Schadensbegrenzung“, sagte Eder, der als einziger Österreicher ohne Schussfehler geblieben war. Im Schneeregen war seine Medaillenhoffnung in der Loipe stecken geblieben. Tatsächlich liefen alle, die keine niedrige Startnummer hatten, ein aussichtsloses Rennen. Die widrigen Bedingungen raubten dem Sprint auch jedes Spannungsmoment. Die Abstände waren enorm, was sich auch auf das Verfolgungsrennen am Dienstag auswirkt. Hier werden die Zeitrückstände mitgenommen. „Normalerweise sind die Medaillen nicht mehr in Reichweite, wir werden trotzdem alles versuchen“, sagte Christoph Sumann, der gestern mit Startnummer sieben eine sehr gute Ausgangsposition hatte. Ihm passierten jedoch beim Liegend-Schießen zwei Fehler. Sumann: „Ich war nicht nervös, sehr konzentriert und weiß nicht, warum die Schüsse daneben gingen.“
Sehr geärgert über die Biathkon-Lotterie hat sich ÖSV-Trainer Alfred Eder. „Diese Startregel, wo ich nur einen Mann pro Gruppe setzen kann, ist ein Witz, dieses Rennen war eine Farce“, meinte er frustriert. Tatsächlich haben die Österreicher gestern nicht ein, sondern zwei Rennen verloren. In der Verfolgung werden sie morgen als Jäger des verlorenen Medaillenschatzes kaum einen Treffer landen. (viel)