Österreichs Skispringer sind heute eine Medaillenbank (v. links): Thomas Morgenstern, Wolfgang Loitzl, Andreas Kofler und Gregor Schlierenzauer.
SKI ALPIN
Herren-Cheftrainer Toni Giger hat sich für die heutige Abfahrt (20.45 Uhr) eine gute Taktik zurechtgelegt: Wer tiefstapelt, muss sich später nicht ducken. „Favoriten sind die anderen“, sagte er, um dann etwa die Kanadier zu nennen („Sie kennen den Berg in- und auswendig“). Der Regen schwemmte das gestrige Abschlusstraining davon – ein weiterer Vorteil für die Hausherren. Vielleicht wird die Königsdisziplin genau deshalb ein Auftakt nach Maß, da in der olympischen Abfahrtsgeschichte die Außenseiter oft Spitzenreiter waren: Michael Walchhofer, im zweiten Training der Schnellste, will nach Silber von Turin endlich Gold. „Ich habe ein gutes Gefühl, das ist ein Berg für alte Herren“, sagt der 34-Jährige. Auch Mario Scheiber und Hans Grugger haben glänzende Aussichten.
Wie Kathrin Zettel am Sonntag (19/22 Uhr) in der Super-Kombination der Damen. Die 23-jährige Niederösterreicherin tritt als Weltmeisterin in dieser Disziplin an, schonte sich im letzten Weltcuprennen vor Olympia und tankte Kraft in Florida.
Medaillenhoffnung: Silber, Bronze
SKISPRINGEN
Eine Konkurrenz „auf ganz hohem Niveau“ erwartet Trainer Alexander Pointner heute von der Medaillenentscheidung auf der Normalschanze (ab 18.45 Uhr). Seine Schützlinge Gregor Schlierenzauer, Thomas Morgenstern, Andreas Kofler und Wolfgang Loitzl sind alle für eine Medaille gut, nach den Trainingsleistungen darf man vor allem von Morgenstern und Schlierenzauer olympische Höhenflüge erwarten. Simon Ammann und Adam Malysz sind jedoch auch in ausgezeichneter Form und wohl die schärfsten Konkurrenten der ÖSV-Springer. Das bisher letzte Gold für Österreich auf einer Normalschanze im Zeichen der fünf Ringe ist schon 18 Jahre her, als Ernst Vettori 1992 in Albertville triumphiert hatte.
Medaillenhoffnung: Gold, Silber.
NORDISCHE KOMBINATION
Felix Gottwald ist für den morgigen Auftaktbewerb der Kombinierer (Springen um 19 Uhr, 10-km-Lauf ab 22.45 Uhr) so etwas wie ein sentimentaler Favorit. Zweimal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze hat der 34-Jährige bei Olympia schon gewonnen, gewinnt er bei seinem Comeback wieder Gold, dann überholt er Toni Sailer als erfolgreichsten Olympioniken Österreich. Seine Strategie ist klar: „Das Rennen ist gelaufen, wenn der Dritte im Ziel ist.“ Gute Medaillenchancen hat auch Mario Stecher, der rechtzeitig vor Olympia in Form gekommen ist.
Medaillenhoffnung: Gold
BIATHLON
Das Ziel der Biathleten ist klar: Mindestens eine Medaille soll aus Vancouver mitgenommen werden. Die Sprint-Bronzemedaille durch Wolfgang Perner 2002, die bisher einzige eines ÖSV-Biathleten bei Winterspielen, soll Zuwachs bekommen. Die erste Chance bietet sich am Sonntag (ab 20.15 Uhr) beim 10-Kilometer-Sprint, wo nur zweimal geschossen wird. „Das ist sicher kein Nachteil für uns, weil in der Loipe sind wir stark“, sagt Cheftrainer Reinhard Gösweiner aus Windischgarsten. Dennoch sei gerade der Biathlon-Sport kein Wunschkonzert. „Die Dichte ist enorm, da können 30 Leute gewinnen“, sagt Gösweiner, der mit Dominik Landertinger, Christoph Sumann, Simon Eder und Daniel Mesotitsch vier heiße Eisen im Feuer hat.
Medaillenhoffnung: Silber
RODELN
Daniel Pfister hatte vor den Spielen kaum ein Experte als Favorit im Eiskanal auf der Rechnung. Mit überzeugenden Trainingsfahrten und einem Geschwindigkeits-Weltrekord raste er zumindest in den erweiterten Favoritenkreis. Wenngleich sein Sportdirektor, Markus Prock, selbst dreifacher Olympia-Medaillengewinner, ein wenig auf die Bremse steigt. „Im Training wird noch geblufft. Favoriten sind andere.“
Medaillenhoffnung: Bronze