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Über das Mitfiebern bei den Biathleten

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Gösweiner und Eder zittern mit ihren Athleten mit.  Bild: GEPA

Es ist einfach großartig. Da laufen und schießen die Biathleten bei den Olympischen Spielen um Medaillen, und plötzlich fühlen sich Journalisten als Teil einer Mannschaft. Weil nirgendwo bei den Wettkämpfen Berichterstatter so nahe am Geschehen sind wie in dieser Sportart – und so das Wechselbad der Gefühle miterleben können. Wie beim 20-Kilometer-Rennen am Donnerstag in Whistler.

„Ja!“ Alfred Eder ballt die Faust. Sohn Simon hat das dritte Schießen ohne Fehler absolviert und plötzlich die Chance auf eine Medaille. Der Salzburger liegt nur knapp hinter dem späteren Olympiasieger Emil Hegle Svendsen (Nor). Die Anspannung beim Trainer-Vater ist zu spüren. Eder setzt sich auf einen alten Sessel. Ein Fell, das einige Schneestürme hinter sich haben dürfte, hat er darauf ausgebreitet. „Das Niedersetzen tut gut, ich habe einen Bandscheibenvorfall.“ Es ist wohl eher die Nervosität, die ihn in die Knie zwingt.

Gleich neben dem Salzburger fiebert Reinhold Gösweiner mit. Christoph Sumann, Silberner im Sprintbewerb, hat die ersten fünf Schüsse allesamt ins Schwarze getroffen. „Hoffentlich hat der Sumi nicht das ganze Glück verschossen“, sagt der Windischgarstner, als er durch sein Fernrohr auf die Zielscheibe schaut. „Zwei Mal war es ganz knapp, dass es daneben geht“, atmet Gösweiner durch.

Eder steht mittlerweile wieder. Er steigt sogar auf seinen Sessel. Sumann hat leider seinen dritten Fehlschuss. Damit sind die Träume auf eine Medaille ausgeträumt. Trotz toller Laufleistung. Aber als Achter gelingt dem Weltcup-Führenden erneut ein Spitzenplatz, Daniel Mesotitsch beendet das Rennen einen Rang dahinter.

Simon Eder hat sich mit zwei Fehlschüssen und damit verbundenen zwei Strafminuten auch aus den Medaillenrängen geschossen. „Wieder so knapp“, sagte der Vater. Sein Sprössling war im Sprint als Vierter nur hauchdünn an einer Medaille vorbeigefahren. Tränen wie nach der Silbernen von Sumann in der Verfolgung fließen dieses Mal keine. Gösweiner bleibt nur die Analyse: „Die Dichte ist derart groß. Es war schon vorher klar, dass maximal ein Fehlschuss drinnen ist.“

Eder packt die rotweißrote Fahne, die er für den Fall der Siegesfälle mitgenommen hat, ein und klappt seinen Sessel zusammen. Am Sonntag braucht er ihn wieder und wird wieder mitfiebern. Beim Massenstartrennen (19.45 Uhr). (viel)

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