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Eine ehrliche Haut, die sich was traut

LINZ. Black Wings mit Neo-Coach Troy Ward starten morgen in Znojmo in die Liga.

Eine ehrliche Haut, die sich was traut

Bild: BWL / Reinhard Eisenbauer

"Ich werde nicht oft am Handy erreichbar sein, Sie finden mich in der Halle." Der neue Trainer der Black Wings, Troy Ward, sagt aber nicht dazu, dass er dort schon um 5 Uhr in der Früh anzutreffen ist. Der 55-jährige US-Amerikaner gilt als Eishockey-Besessener und knallharter Arbeiter mit einer gewissen Portion Schmäh und Vorfreude auf seine erste Europa-Station. Nach sechs Vorbereitungs-Matches mit fünf Siegen geht es morgen (18.30 Uhr, im OÖN-Liveticker auf nachrichten.at) zum Start der Erste-Bank-Liga erstmals um drei Punkte.

"Natürlich ist eine gewisse Anspannung da", gesteht der Familienvater, der auch so etwas wie ein Daddy für seine Spieler ist. Weil jeder zu ihm kommen kann, wenn ihm danach ist. "Ich kann von mir behaupten, dass ich fair bin", sagt Ward: "Streng bin ich dann, wenn ich streng sein muss." Das passiert, sobald er erkennt, dass jemand nicht hundert Prozent gibt.

Betreten verboten!

Der Mann aus Minneapolis hat kein Problem, kompromisslos zu sein: "Eine Einser-Linie kann auch zur vierten werden und umgekehrt." Namen sind Schall und Rauch, es zählt das Leistungsprinzip. Mit dem neuen starken Mann verändern sich auch gewisse Strukturen. Ward hat die Kabine verfeinern lassen und sie zum Reich der Mannschaft erklärt. In diesem Bereich hat sonst niemand Zutritt. Außerdem entschied sich Ward, Torhütertrainer Jürgen Penker von der Tribüne auf die Bank zu holen.

Statistische Feinarbeit

Mehr Augen sehen mehr Feinheiten, auf die der Headcoach Wert legt. Er zerpflückt Videos bis ins kleinste Detail, führt Buch über jede Torchance. Ein Plus gibt’s für Akteure, die an der Entstehung einer Möglichkeit beteiligt sind. Ein Minus ist fällig, wenn man den Gegner zum Abschluss einlädt.

Wie Ward an die Sache herangeht, schmeckt nicht nur Kapitän Philipp Lukas: "Ich habe den Eindruck, dass er ein guter Lehrer ist. Wichtig ist, dass die Trainings anstrengender als die Matches sind. Und: Für ihn sind wir nicht nur Athleten, sondern auch Menschen."

Über Saisonziele und die elf Kontrahenten in der EBEL spricht Ward (noch) nicht so gerne: "Ich muss die Liga erst kennenlernen. Im Moment schaue ich aber nur auf uns." Die Offensiv-Qualität der Black Wings ist unbestritten – ob Brian Lebler, Dan DaSilva, Joel Broda oder Neuzugang Corey Locke, jeder von ihnen hat das Zeug zum Topscorer. Die Defensivarbeit hingegen ließ in der vergangenen Saison, die mit dem Scheitern im Best-of-7-Viertelfinale gegen Bozen endete, zu wünschen übrig.

Eine Chance zur Revanche lässt nicht mehr lange auf sich warten: Die Südtiroler werden am Sonntag (17.30 Uhr) im ersten Heimspiel des EHC in der Keine-Sorgen-Eis-Arena zu Gast sein.

Die Vorfreude der Fans ist groß, mehr als 2000 Dauerkarten wurden verkauft. Manager Christian Perthaler traut seinen Wings alles zu: "Wir sind die Jäger, das finde ich gut so. Unser Ziel ist das Halbfinale."

 

Auf heißem Boden

Rein statistisch ist ein Fehlstart der Black Wings beschlossene Sache. Die Nevoga-Arena zu Znojmo, wo die Linzer morgen beim Liga-Start im Einsatz sein werden, ist in der Vergangenheit kein fruchtbarer Boden gewesen. Dort gewann der EHC nur drei Mal. Und das war stets in den Play-offs – 2014 (4:3, 7:1) und 2016 (4:3). In Grunddurchgangspartien gab es für die Oberösterreicher nur einen Punkt, in 15 Matches stehen 15 Niederlagen und ein Torverhältnis von 33:70 zu Buche. Coach Troy Ward weiß das, es stört ihn aber nicht: „Ich liebe solche Herausforderungen. Es ist eine Super-Chance für uns, das Blatt zu wenden.“

 

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Artikel Alexander Zambarloukos 07. September 2017 - 00:04 Uhr
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