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Black Wings on fire: Nur ein "Wackelkandidat" vor der neuen Eis-Zeit

Flug gestrichen! Verteidiger Piché zittert um das morgige erste Training (18 Uhr) in der Keine-Sorgen-EisArena

Die Black Wings stehen in den Startlöchern. Bild: BWL/Eisenbauer

Eigentlich hätte Sébastien Piché gestern seinen Trip aus Übersee antreten sollen, doch sein Flug wurde gestrichen. Jetzt bangt der kanadische Offensiv-Verteidiger um die Teilnahme am morgigen ersten Eistraining (18 Uhr) in der Keine-Sorgen-EisArena. Sein „Ausweichplan“ sieht die Landung in München am morgigen Vormittag vor, dann sollte alles zügig gehen. „Solche Schwierigkeiten gibt es immer wieder“, nimmt es EHC-Manager Christian Perthaler locker. Kein Wunder, ist das doch ein Klacks im Vergleich zur „Causa D‘Aversa“ im vergangenen Jahr. Die Ankunft hatte sich wegen Passproblemen um fünf Wochen verzögert.

Heuer ging beim Defender alles reibungslos, er ist wohlbehalten in Linz angekommen und hat auch wie viele seiner Kollegen erste Leistungstests absolviert. Alle sind nach einem sehr langen Sommer, bedingt durch das frühe Play-off-Aus im Viertelfinale gegen Bozen, heiß auf Eis. Auch Verteidiger Bobby Lukas, der sich nach seiner fünften Gehirnerschütterung körperlich wieder fit fühlt. Grünes Licht kommt auch von Bruder und Kapitän Philipp Lukas, der in der Spielzeit 2016/17 wegen einer hartnäckigen Fußverletzung ebenfalls die K.o.-Phase verpasst hat.

 

D‘Aversa ist übrigens bei seiner Trikotnummer 6 geblieben, dafür trägt Torjäger Brian Lebler wie bei seinem ersten Engagement bei den Black Wings wieder die „7“. 2016/17 musste der österreichische Teamspieler die „9“ tragen, weil der Siebener schon belegt war. Und zwar durch Brett Palin (vereinslos), der den Klub wie Coach Rob Daum (aktuell arbeitslos), Daniel Oberkofler (Graz 99ers), Kyle Klubertanz (Vienna Capitals), Niklas Mayrhauser (Passau/4. deutsche Liga), Ryan Potulny (vereinslos), Curtis Loik (vereinslos), Rob Hisey (Karriereende) und Brett McLean (Karriereende) verlassen hat.

„Wir werden nicht jedes Spiel gewinnen, aber in jedem Match hart arbeiten“

Dafür gibt es einige Akteure, die frischen Wind in den Betrieb bringen. Das fängt beim Trainer an. Troy Ward ist gestern mit seiner Lebensgefährtin Marilyn in Linz gelandet und hat gleich eine lustige Bootsfahrt unternommen. Das taugt dem 54-jährigen US-Amerikaner, der schon bei seiner Antritts-Pressekonferenz in Linz betont hat, dass er sich auch mit Sprache und Kultur in Österreich vertraut machen möchte: „Ich will wissen, wie die Menschen hier leben, was sie essen, wie sie ihre Freizeit verbringen. Es wird ein spannendes Kapitel“, sagt jener weltoffene Mann, den nichts so schnell aus der Fassung bringen kann.

Ward hat bereits mit allen Cracks gesprochen, heute findet das erste Teammeeting statt. Dafür bereitete er heute Nachmittag gemeinsam mit Co-Trainer Mark Szücs in den Katakomben der Eishalle die Ansprache an das Team vor. „Wir wissen, dass wir nicht jedes Spiel gewinnen werden. Aber eines kann ich versprechen: Wir werden in jedem Match hart arbeiten. Das verlange ich von jedem.“

Der US-Amerikaner will ohne Vorbehalte seine Spieler beobachten - auf Videoanalysen verzichtete der 54-Jährige im Sommer gänzlich. "Ich halte es wie in der NHL. Da schaut sich ein neuer Trainer das Gehalt eines Spielers erst dann an, wenn er seine besten Formationen gefunden hat. Um ohne Vorurteile an die Sache heranzugehen. Ich will die Spieler selbst auf dem Eis sehen und werde dann erst meine Formationen finden."

Wards Optimismus ist ansteckend: „Wenn ich in der Früh aufstehe, dann will ich, dass es ein guter Tag wird.“ Und natürlich eine starke Saison. Das erhofft sich auch Perthaler, der die treuen Fans um Geduld bittet. Es kann nicht alles auf Anhieb reibungslos funktionieren. Ward bringt ein neues System mit, das - banal formuliert - vorsieht, die Mitte verstärkt dicht zu machen. Klar ist, dass sich die Stürmer stärker in die Abwehrarbeit einbringen müssen als in der vergangenen Saison. Da taten sich zu viele Lücken auf.

Große Vorfreude auf Dowell, Locke und Kristler

Das passende Personal scheinen die Linzer auf dem Spielersektor zu haben. Werfen wir einen Blick auf die Neuzugänge: Jake Dowell, übrigens mit Gattin, zwei Kindern und Hund in der Stahlstadt gelandet, könnte als Center Goldes wert werden. „Eine echte Leaderfigur. Ein Beißer. Einer, der alles für die Mannschaft gibt. Er wird vielleicht nicht die Punkte von McLean machen, aber sich defensiv enorm hineinwerfen“, sagt Perthaler über seine Nummer 22. Der 32-jährige Amerikaner wurde 2014 in der American Hockey League (AHL) mit dem „Sportsmanship Award“ ausgezeichnet. Diese Ehrung wird Spielern zuteil, die am beispielhaftesten Sportlichkeit, Entschlossenheit und Hingabe vorleben. Dowell war drei Jahre lang Kapitän der Rockford IceHogs und bringt NHL-Erfahrung mit. In 159 Partien für Chicago und Minnesota brachte er es auf elf Tore und 22 Assists.

 

Mittelstürmer Corey Locke, der die „84“ tragen wird, hat in der Erste-Bank-Liga sowieso schon einen bleibenden Eindruck hinterlassen. In der abgelaufenen Saison war der 33-jährige Kanadier mit zwölf Toren und satten 65 Vorlagen Topscorer. Und das, obwohl sein ehemaliger Arbeitgeber, der Villacher SV, die Play-offs verpasst hat.

Transfercoup: Topscorer landet in Linz

Bei Andreas Kristler (Nummer 37) müssen sich die Fans noch in Geduld üben. Nach einem Kreuzbandriss ist das Debüt des 26-Jährigen erst im November zu erwarten. Aber die Trockenübungen und das Rahmenprogramm macht er natürlich mit.

Auf den Trainingsstart folgt das „Ramba Zamba“

Es geht ja auch Schlag auf Schlag. Am Samstag (15 Uhr) feiert der EHC sein traditionelles „Ramba Zamba Fest“. Diesmal nicht in der PlusCity, sondern auf dem Deck vor dem Ars Electronica Center in Urfahr. Auf den Weg dorthin (via Nibelungenbrücke) machen sich die Wings übrigens im Lederhosen-Outfit und von einer Blasmusikkapelle begleitet. Los geht‘s auf dem Hauptplatz. Was erwartet die Anhänger? Natürlich die Spielervorstellung, dazu eine Trachtenmodenschau, ein Maßkrug-Wettstemmen, die Präsentation der neuen Dressen und etliche Verkaufsstände, an denen es Lederhosen und Trachten-T-Shirts zu erwerben gibt. Eine stimmige Sache.

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Artikel Markus Prinz und Alexander Zambarloukos 03. August 2017 - 15:30 Uhr
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