Wie im Vorjahr belegte der Salzburger Marcel Hirscher (+0,26 Sek.) Platz zwei, dahinter folgten sein engerer Landsmann Reinfried Herbst (1,29) sowie der Tiroler Mario Matt (1,55) auf den Rängen drei und vier. Weltmeister Manfred Pranger (2,54) aus Tirol, nach dem ersten Lauf noch Dritter, landete auf dem 14. Endrang.
Wie im Riesentorlauf am Vortag wurde auch im Slalom im Berner Oberland das Klassement im Finale noch gehörig durcheinandergewirbelt. Herbst verbesserte sich von 12 auf 3, Matt mit Laufbestzeit von 14 auf 4, Hirscher behielt Platz zwei, während der Halbzeitdritte Pranger mit schwerem Fehler weit zurückfiel. Kostelic ließ sich den Sieg auf weicher Piste nicht nehmen, doch verringerte Hirscher den Rückstand von 0,78 auf 0,26 Sekunden. „Im zweiten hatte ich andere Bedingungen als im ersten Lauf mit Nummer eins. Es war schwer, die genau Dosis von Risiko und Taktik zu finden“, bestätigte der Kroate, der um Hirschers Führung wusste.
Im Lager der Österreicher war die Freude über den kompakten Auftritt des Teams groß. Hirscher ist nach seiner fiebrigen Erkrankung noch nicht ganz bei Kräften, trotzdem reichte es für ihn nach dem Sieg in Val d’Isere vor Weihnachten nun für einen weiteren Podestplatz. „Die Piste ist den Umständen entsprechend gewaltig, sonst scheiße. Aber der Kurs ist genial und selektiv“, hatte der 21-Jährige nach dem ersten Lauf gemeint und auf die Plus sechs Grad verwiesen. „Ich habe alles riskiert, wollte gewinnen, dachte auch, dass es möglich ist, wenn Kostelic eine kleinen Fehler macht. Aber auch der zweite Platz bedeutet mir nach den Pleiten in den letzten Rennen sehr viel“, erzählte der Salzburger nach dem Rennen.
Nach einem fehlerhaften ersten Durchgang und falscher Materialwahl („Meine Schuld, ich hätte auf den Servicemann hören sollen. Aber ich habe zum Zagreb-Ski gegriffen“) fuhr Herbst im Finale entfesselt. „Der zweite Durchgang war nach meinem Geschmack. Ich wusste, Mario fährt, wenn es weich ist, extrem gut. Ich war im Ziel vor ihm und wusste, das war was wert“, kommentierte der 32-Jährige seinen ersten Podestplatz der WM-Saison. Bisher hatte der Verteidiger der kleinen Kristallkugel erst als Achter in Zagreb angeschrieben.
Mag der vierte Rang für viele der undankbarste sein, so zählte Mario Matt wohl zu den glücklichsten Vierten überhaupt. Erstmals seit dem zehnten Platz in Kitzbühel vor einem Jahr hatte der zweifache Ex-Weltmeister im Weltcup wieder angeschrieben. Seine bisher letzte Laufbestzeit datierte vom 17. Februar 2008 im ersten Durchgang des Zagreb-Rennens, das er gewann. „Als die Nummer 1 im Ziel aufgeschienen ist, war die Erleichterung riesengroß. Endlich habe ich meine Trainingsleistungen auch im Rennen umsetzen können“, meinte der Flirscher.
Groß war die Enttäuschung hingegen bei Pranger, der schon im ersten Durchgang als Dritter 1,34 Sekunden Rückstand hatte. „Ich habe nicht in den Rhythmus gefunden. Es ist ein bisserl komisch zur Zeit. In Zagreb hat der Ski zu wenig gebissen, heute hat er so gebissen, dass ich nicht nachgekommen bin“, war der Weltmeister von 2009 etwas ratlos.
Benjamin Raich schied im ersten Durchgang aus („Fahrfehler. Bin am Innenski weggerutscht“) und rutschte als nun Achter der WCSL wie im Riesentorlauf am Vortag auch im Slalom aus der ersten Startgruppe der Top-Sieben - verdrängt wurde er ausgerechnet von Landsmann Hirscher. Als 32. verpasste Rainer Schönfelder die Qualifikation für das Finale, Wolfgang Hörl kam als 36. nicht weiter. Neben Raich schieden auch Christoph Dreier und Patrick Bechter aus.
Herren - Gesamtwertung nach 15 Rennen:
1. Ivica Kostelic (CRO) 504
2. Aksel Lund Svindal (NOR) 435
3. Silvan Zurbriggen (SUI) 421
4. Michael Walchhofer (AUT) 409
5. Ted Ligety (USA) 379
6. Benjamin Raich (AUT) 344
7. Didier Cuche (SUI) 343
8. Marcel Hirscher (AUT) 339
9. Romed Baumann (AUT) 325
10. Carlo Janka (SUI) 275
11. Cyprien Richard (FRA) 242
12. Kjetil Jansrud (NOR) 219
13. Georg Streitberger (AUT) 210
14. Andre Myhrer (SWE) 204, Bode Miller (USA) 204
Weiter:
18. Mario Scheiber (AUT) 175
21. Klaus Kröll (AUT) 156
30. Reinfried Herbst (AUT) 122
45. Manfred Pranger (AUT) 76
47. Philipp Schörghofer (AUT) 73
49. Stephan Görgl (AUT) 70
51. Hannes Reichelt (AUT) 61
55. Mario Matt (AUT) 50
61. Hans Grugger (AUT) 43
75. Christoph Dreier (AUT) 26
81. Joachim Puchner (AUT) 22
103. Björn Sieber (AUT) 10
108. Christoph Nösig (AUT) 8
111. Wolfgang Hörl (AUT) 7
117. Patrick Bechter (AUT) 6
Slalom Herren (4):
1. Ivica Kostelic (CRO) 253
2. Andre Myhrer (SWE) 204
3. Marcel Hirscher (AUT) 196
4. Jean-Baptiste Grange (FRA) 122
5. Steve Missillier (FRA) 116
6. Silvan Zurbriggen (SUI) 116
7. Benjamin Raich (AUT) 106
8. Mattias Hargin (SWE) 104
9. Cristian Deville (ITA) 95
10. Felix Neureuther (GER) 95
11. Manfred Mölgg (ITA) 94
12. Reinfried Herbst (AUT) 92
13. Julien Cousineau (CAN) 77
14. Manfred Pranger (AUT) 76
15. Jens Byggmark (SWE) 72
Weiter:
21. Mario Matt (AUT) 50
29. Christoph Dreier (AUT) 26
49. Wolfgang Hörl (AUT) 7
52. Patrick Bechter (AUT) 6
Mannschaft Herren (15):
1. Österreich 2532
2. Schweiz 1596
3. Frankreich 1300
4. Italien 1068
5. Norwegen 755
6. Schweden 700
7. USA 682
8. Kanada 604
9. Kroatien 518
10. Deutschland 402
11. Slowenien 173
12. Tschechien 166
13. Japan 33
14. Finnland 29
15. Moldawien 24
16. Russland 8
Nationencup (32)
1. Österreich 5116
2. Schweiz 2749
3. Frankreich 2469
4. Deutschland 2370
5. USA 2190
6. Italien 2047
7. Schweden 1656
8. Kanada 846
9. Norwegen 759
10. Slowenien 716
11. Kroatien 572
12. Finnland 532
13. Tschechien 288
14. Slowakei 132
15. Spanien 33
16. Japan 33
17. Liechtenstein 31
18. Moldawien 24
19. Russland 8
20. Großbritannien 4
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