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Jährlich grüßt das Murmeltier Raich wieder „nur“ Zweiter

GARMISCH-PARTENKIRCHEN. Pech und Fehler: Diese Raich-haltige Mischung hat den Gesamt-Weltcup zugunsten des Schweizers Carlo Janka entschieden. Benjamin Raich liegt vor dem heutigen Slalom (8.45/12 Uhr) unaufholbar zurück. Nah liegen die Veränderungen.

Die gute Nachricht zuerst: Keiner fährt in diesem Jahrtausend so konstant an der Weltspitze wie Benjamin Raich.

Die schlechte: Das wurde zum vierten Mal in Folge – oder zum fünften Mal in den vergangenen sechs Jahren – „nur“ mit dem zweiten Platz im Gesamt-Weltcup belohnt. Ein Rückblick gefällig?

2004: Raich mischt bis zum Finale mit; am Ende macht Hermann Maier vor Stephan Eberharter und Raich das Rennen. Sein Rückstand: 126 Punkte.

2005: Bode Miller gewinnt 194 Zähler vor Raich.

2006: Raich gewinnt – er hängt Aksel Lund Svindal um 404 Punkte ab.

2007: Svindal nimmt Revanche, er ist 13 Punkte voran.

2008: Miller knöpft Raich 111 Punkte ab.

2009: Zwei Punkte entscheiden gegen Raich für Svindal.

2010: Jährlich grüßt Raich das Murmeltier; das neue Alphatier heißt Carlo Janka, weil er vor dem heutigen Slalom (8.45/12 Uhr) nach dem Riesentorlauf-Sieg uneinholbare 106 Punkte führt. Raich wurde Achter. Der Dritte hieß erstmals Philipp Schörghofer. „Es hat Jahre gegeben, da hätte ich mir den Gesamt-Weltcup verdient. Heuer aber nicht. Janka ist sensationell gefahren“, zollte Raich Respekt und Anerkennung. Janka hat sechs Saisonrennen gewonnen, Raich „nur“ eines. Der Gehuldigte mit dem Spitznamen Iceman blieb eiskalt, taute beim Feiern aber auf wie noch nie. Janka wälzte sich im Schnee und ballte die Faust. „Das ist fantastisch. Zuerst Weltmeister, dann Olympiasieger und jetzt noch der Sieg im Gesamtweltcup. Mir fehlen die Worte, das war eine perfekte Saison“, sagte der 23-Jährige, der den Eidgenossen die erste große Kristallkugel seit 18 Jahren bescherte.

Das Wort Perfektion nahm Präsident Peter Schröcksnadel freilich nicht in den Mund. Wie auch nicht die Formen der unausweichlichen Umstrukturierungen. „Kein Kommentar“, sagt er bloß. Die OÖN wissen mehr (siehe Hintergrund rechts). Manches überdenkt der Boss aber laut. Seine Skifahrer will er nicht als verwöhnt bezeichnen, „aber vielleicht übertreiben wir es. Wir bieten ihnen ein perfektes Umfeld, einfach alles. Dabei darf aber die Eigenverantwortung nicht zu kurz kommen. Talent hilft nur bis zu einem gewissen Grad, dann muss man kämpfen.“

Eine, die bestens weiß, was Kampfgeist bedeutet, ist Lindsey Vonn. Die US-Amerikanerin hat sich trotz mehrerer Verletzungen in dieser Saison – die letzte am Freitag (Knieprellung) – zum dritten Mal in Folge den Gesamtweltcup gesichert. Sie gewann den Super-G vor Elisabeth Görgl.

Heute fallen die letzten Entscheidungen, die enttäuschten Österreicher können sich zwei Mal die Slalom-Kugel geben. Die bisher einzige hat Raich geholt – mit der Super-Kombi, die nur drei Rennen umfasste. Im Herren-Slalom führt Reinfried Herbst 43 Punkte vor Julien Lizeroux. Bei den Damen (9.45/13 Uhr) haben Maria Riesch, Kathrin Zettel und Sandrine Aubert Siegchancen. Am Sonntag folgt ein Teambewerb im Parallel-Riesentorlauf-Format.

Kommentare
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Artikel 13. März 2010 - 00:04 Uhr
Bild vergrößern Jährlich grüßt das Murmeltier Raich wieder „nur“ Zweiter

Raichs Blick sagt mehr als tausend Worte. Janka jubelt oben.  Bild: APA

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