Der Blick vom Turmcafé auf der Berg-isel-Schanze auf Innsbruck war einmal mehr beeindruckend. Bei herrlichem Sonnenschein trat gestern Nachmittag ein, was die Spatzen schon vorher von den Dächern gepfiffen hatten: Toni Innauer wird seinen Sessel als ÖSV-Rennsportdirektor der Skispringer und Kombinierer räumen. Seine Nachfolge tritt mit sofortiger Wirkung der bisherige Marketingmann der Nordischen, Ernst Vettori, an. Innauer hatte ihn Anfang der 90er Jahre trainiert und ihm zum Umstieg vom Parallel- auf den V-Stil geraten. 1992 wurde der Tiroler in Albertville Olympiasieger auf der Normalschanze.
Dass Präsident Peter Schröcksnadel für Innauer nur lobende Worte fand, lag trotz des Absprungs auf der Hand. Mehr als zwei Jahrzehnte war der 51-Jährige für den ÖSV tätig. Sein Entschluss, einen neuen Weg einzuschlagen, stand schon im Vorjahr fest, sagte Innauer. Und er werde jetzt auch nicht mit all seinem Wissen zum Deutschen Skiverband gehen (es gibt auch eine Klausel, die das gar nicht erlaubt) oder Generalsekretär des Österreichischen Olympischen Comités werden.
„Aber ich habe einige Angebote, was ich sonst noch machen könnte. Ich werde mir die Sachen genau anschauen“, sagte Innauer. Außerdem hat der Mastermind der heimischen Skispringer auch noch genügend andere Aufgaben: Firmen buchen ihn gerne als Referenten, dazu kommt am Montag Innauers Buch „Am Puls des Erfolgs“ heraus. Es ist sein zweites Werk nach „Der kritische Punkt. Mein Weg zum Erfolg“ (1992).
Dass Vettori der richtige Mann für die Position des Rennsportdirektors ist, ist für Innauer unbestritten. Wieder einmal fand der Philosoph einen passenden Vergleich. Der Ernstl sei privat ein guter Gärtner, auch in seiner neuen Funktion werde er die Erde gut bestellen.
Vettori, wie Innauer Olympiasieger, gab sich zurückhaltend. „Der Toni hat seinen Stil, ich meinen“, sagt der 45-Jährige. Seine erste Reise als Rennsportdirektor führt ihn bereits heute nach Oslo, wo sowohl die Kombinierer als auch die Skispringer im Einsatz sind. Mit Innauer wird er auch künftig immer noch reden können. Sohn Mario will als Skispringer in die Fußstapfen seines Vaters treten. (viel)
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