1997 sicherte sich die Deutsche Katja Seizinger in Lake Louise als bisher letzte Athletin drei Siege an drei aufeinanderfolgenden Tagen. An diesem Jänner-Wochenende machte es ihr Lindsey Vonn in Haus im Ennstal nach und schloss in der ewigen Bestenliste in der Abfahrtswertung mit 16 Erfolgen zur Deutschen auf. Gestern durfte sie sich über ihren ersten Super-G-Sieg der Saison freuen. Topgestylt und perfekt geschminkt stand sie im Zielraum, stellte sich geduldig den Fragen der Journalisten und gab unermüdlich Autogramme. „Ich will nicht, dass man mich sieht, wie ich nach dem Aufstehen aussehe. Das ist schlecht für jede Frau, besonders für mich und wäre schlecht für den ganzen Skisport“, erklärte die 25-Jährige, warum sie auch nach drei anstrengenden Renntagen noch perfekt aussehen kann.
28 Siege im Weltcup hat Vonn nun schon auf ihrer Visitenkarte stehen. Für jeden einzelnen wird sie von ihrem Ehemann und Manager Thomas Vonn beschenkt. „Sie sucht sich das selbst aus, womit ich sie beschenken darf, weil ich für so unnützes Zeug kein Geld ausgeben würde“, sagt der ehemalige Weltcupläufer, der die Finanzen seiner Frau verwaltet. „Ich liebe Handtaschen, kaufe mir aber meistens nur sehr billige. Dieses Mal habe ich mir eine teure Tasche verdient“, sagte Vonn und ließ ihre langen Wimpern klimpern. Mit den insgesamt 69.000 Euro, die sie an Preisgeld aus Haus mitnehmen konnte, sollte diese Investition auch leicht möglich sein. Behindert wird der Sturmlauf von Vonn, die bereits fünf Abfahrten in Serie gewinnen konnte, nur von ihrer Handverletzung, erlitten im Slalom von Lienz. „Bei den schnellen Disziplinen stört es mich nicht. Nur im Slalom und Riesentorlauf ist es ein Problem“, sagte Vonn, die in den technischen Bewerben mit einer Schiene in Leoparden-Muster fährt. „Es behindert mich und erklärt, warum es zuletzt im Slalom nicht so gelaufen ist“, sagte Vonn. Morgen hat sie beim Nachtslalom in Flachau die Gelegenheit zu zeigen, ob es wieder besser geht. Das Selbstvertrauen dürfte nach den drei Erfolgen nicht kleiner geworden sein.
Große olympische Pläne
Von Erfolgen bekommt die 25-Jährige aber ohnehin nie genug. Heuer will sie noch etwas nachholen, das sie bisher verpasst hat. Zumindest eine Medaille bei den Olympischen Spielen in Vancouver. Sollte es in Kanada nicht klappen, hat Vonn noch einen Trumpf im Ärmel. „Bis zu den Spielen in So-tchi 2014 fahre ich sicher. Dann will ich auch die Heim-WM 2015 in Vail noch mitnehmen.“ Dann steht die Familienplanung im Vordergrund, ist der Schnee Vergangenheit. Ob sie in ihren Plänen etwas stoppen kann? Vonn: „No, not really – nein, nicht wirklich.“